Nachhaltige Stadtentwicklung in Kolumbien

Der überwiegende Bevölkerungsanteil der 50 Mio. Kolumbianer wohnt in Städten, die in den letzten Jahrzehnten hohe Wachstumsraten verzeichneten. Der Ausbau der städtischen Infrastruktur (z.B. Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Öffentlicher Personennahverkehr) konnte mit der wachsenden Nachfrage nicht mithalten. Es fehlt an klimaschonender und umweltfreundlicher sowie an die Folgen des Klimawandels angepasste, Infrastruktur und Dienstleistungen. Dies verstärkt die soziale Ungleichheit und wirkt sich negativ auf die Umwelt, das Klima und die Lebensqualität der Bevölkerung in den Städten aus.

Über die kolumbianische Entwicklungsbank Financiera de Desarrollo Nacional (FDN) soll mit dem FZ-Vorhaben "Nachhaltige Stadtentwicklung in Kolumbien" eine Kreditlinie aufgelegt werden, die attraktive Konditionen für Investitionen in städtische, klimarelevante und umweltfreundliche, Energie-, Mobilitäts- und Siedlungswasserwirtschaftsprojekte bereitstellt. Die Nutzung der bereitgestellten Infrastruktur und Dienstleistungen durch die städtische Bevölkerung Kolumbiens soll dabei zur Verbesserung der Lebensqualität, zum Schutz der Umwelt, der natürlichen Ressourcen sowie des Klimas bzw. zur Anpassung der städtischen Bevölkerung an den Klimawandel beitragen. Hierfür wird ein FZ-Entwicklungskredit i.H.v. insgesamt bis zu 150 Mio. EUR (ggf. in USD Gegenwert) bereitgestellt, aus dem mindestens 3 Einzelmaßnahmen finanziert werden. Ergänzt wird die Kreditlinie durch eine Begleitmaßnahme, mit deren Hilfe über gezielte Studien und Beratungseinsätze relevante Projekte und Akteure (inkl. FDN) unterstütz und gestärkt werden sollen.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Über den Entwicklungskredit an die kolumbianische Entwicklungsbank Financiera de Desarrollo Nacional (FDN) werden Einzelprojekte in den Sektoren urbane Mobilität, Energie und/ oder Siedlungswasserwirtschaft refinanziert. Die U&S-Risiken der Einzelprojekte werden aufgrund der möglichen Umsiedlungsmaßnahmen insgesamt als hoch eingeschätzt. Darüber hinaus gibt es Arbeitssicherheits- und Gesundheitsrisiken auf Baustellen sowie mögliche Beeinträchtigungen der Baustellen für die lokale Bevölkerung. FDN verfügt über ein umfassendes Umwelt- und Sozialmanagementsystem (USMS), welches die Anforderungen der KfW fast komplett erfüllt. Ferner unterhält FDN einen Beschwerdemechanismus, auch für U&S-Themen. Die Umsetzung des USMS erfolgt durch das U&S-Direktorat der FDN, welches für komplexere Vorhaben auf unabhängige externe Umwelt- und Sozialexperten zurückgreift. Aktionspläne werden für die Einzelprojekte vertraglich vereinbart, um identifizierte Schwachstellen zu schließen. FDN hat zwar eine eigene, leicht von der KfW abweichende Ausschlussliste, wird für dieses Vorhaben allerdings die Ausschlussliste der KfW Bankengruppe anwenden. FDN ist zur jährlichen Berichterstattung an die KfW über die Implementierung der Umwelt- und Sozialperformance des Portfolios verpflichtet.

Land / Region / Institution Kolumbien
Nummer 50491
Schwerpunkt Sonstige
Sektor 21020 - Straßenverkehrswesen
USV-Kategorie FI/A
Finanzierungsinstrument Entwicklungskredit
Weitere Geber Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 157,69 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner FINANCIERA DE DESARROLLO NACIONAL S.A.
Zuständige Abteilung Lateinamerika und Karibik

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