Nachhaltige Landbewirtschaftung zur Förderung klimaangepasster Landmanagements (SLM) VI
Der überwiegend kleinbäuerlich strukturierte, auf Subsistenz beschränkte landwirtschaftliche Sektor Äthiopiens produziert nach wie vor nicht genügend Nahrungsmittel, um die Bevölkerung zu ernähren. Unangepasste Landbewirtschaftungsmethoden, steigender Nutzungsdruck und Klimawandel führen im dicht besiedelten Hochland und selbst in den als Potentialgebieten ausgewiesenen Regionen zu Entwaldung, Bodenverarmung, Erosion und schließlich zum endgültigen Verlust des Bodens. Der Rückgang des natürlichen Produktionspotentials gefährdet die Einkommens-, Beschäftigungs- und Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung und verhindert nachhaltiges Wirtschaftswachstum in weiten Teilen der ländlichen Gebiete. Weite Teile des ländlichen Raumes sind in einer Abwärtsspirale von abnehmender Ressourcenbasis und Übernutzung gefangen, ohne dass den ländlichen Haushalten und kleinbäuerlichen Betrieben Anpassungsstrategien zur Verfügung stehen (Kernproblem). Das entwicklungspolitische Ziel des FZ-Beitrages (impact) ist es, lokale Gemeinschaften sowie staatliche und nicht-staatliche Akteure zu befähigen, ihre natürlichen Lebensräume (landscapes) zu nutzen, zu rehabilitieren und zu erhalten und damit die Grundlage für einen nachhaltigen, klimaresilienten, geschlechter- sowie generationengerechten Lebensunterhalt (livelihoods) zu sichern. Die direkte Wirkung der FZ-Maßnahmen (outcome) liegt in der Eindämmung der Landdegradierung ganzer Landschaften und der Verbesserung der Produktivität und des Einkommens ländlicher Haushalte, kleinbäuerlicher Betriebe und lokaler Nutzergruppen in der Programmregion. Das Vorhaben folgt dem bewährten Watershed-Managment Ansatz, bei der durch eine systematische, der Topographie folgende und flächendeckende Behandlung der Wassereinzugsgebiete mit Boden- und Wasserkonservierenden baulichen, biologischen und agronomischen Maßnahmen die Zielerreichung sichergestellt wird.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt SLM VI verfolgt einen an die jeweiligen geographischen Bedürfnisse angepassten Ansatz des Einzugsgebietsmanagements, wodurch grundsätzlich keine negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen zu erwarten sind. Dennoch kann es in einzelnen Bereichen zu vereinzelten unbeabsichtigten Wirkungen und Risiken kommen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Landerwerb für Infrastruktur und Erosionsschutzbauten, im Hinblick auf Arbeitsschutzrisiken, Risiken für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit durch die Bauarbeiten sowie im Hinblick auf Risiken für inter- und intrakommunale Konflikte im Zusammenhang mit dem Zugang zu Projektleistungen. Das Projekt wurde daher in die USVP-Kategorie "B" eingestuft. Um diese Risiken zu mindern, wurde vom Landwirtschaftsministerium (MoA) im November 2020 ein Umwelt- und Sozialmanagementrahmen (ESMF) herausgegeben, der seither laufend aktualisiert wird und auf SLM VI angewendet wird. Der ESMF beinhaltet Stakeholder Engagement Plans (SEP) für eine umfassende Stakeholder-Analyse, einen Leitfaden für einen Beschwerdemechanismus sowie ein Resettlement Policy Framework. Der Projektträger und damit verantwortlich für die Umsetzung der Maßnahmen ist das MoA.
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