Nachhaltige Abwasserentsorgung: Umweltschutz und verbesserte Sanitärversorgung

Rund ein Drittel der Haushalte in Jordanien hat derzeit keinen Zugang zu einem zentralen Abwassersystem und nutzt meist Klärgruben zur Abwasserentsorgung. Diese werden oft nicht ordnungsgemäß betrieben, was negative Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheit hat, da Schadstoffe und Bakterien ins Grundwasser gelangen können, wodurch die ohnehin knappen und übernutzten Grundwasserressourcen Jordaniens zusätzlich gefährdet werden. Gleichzeitig werden für die landwirtschaftliche Bewässerung nach wie vor überwiegend Frischwasserressourcen genutzt. Eine zunehmende Verwendung gereinigter Abwässer in der Landwirtschaft wirkt sich folglich positiv auf die Wasserbilanz aus.

Ziel des Vorhabens ist eine verbesserte Sanitärversorgung sowie ein positiver Beitrag zum Umweltschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Vorgesehene Maßnahmen umfassen vor allem den Bau bzw. die Erweiterung von Abwassernetzen an verschiedenen Standorten in Jordanien und, falls erforderlich, kleinere Investitionen zur Rehabilitierung und/oder Kapazitätserweiterung bestehender Kläranlagen.

Durch die vorgesehenen Projektmaßnahmen sollen mehr Menschen an eine zentralisierte Abwasserentsorgung angeschlossen werden und dadurch von einer verbesserten Sanitärversorgung, angemesseneren Hygienebedingungen und reduzierten Gesundheitsrisiken profitieren. Die geplanten Abwasserinvestitionen schützen zudem das Grundwasser sowie Oberflächengewässer vor Verunreinigungen und fördern die Verwendung von gereinigtem Abwasser in der Landwirtschaft, wodurch der Druck auf die ohnehin knappen Frischwasserressourcen reduziert wird.

Die direkte Zielgruppe sind Haushalte, die bislang über keinen Abwasseranschluss verfügen.

Projektträger ist die dem jordanischen Wasserministerium (Ministry of Water and Irrigation, MWI) nachgeordnete Behörde Water Authority of Jordan (WAJ).

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Auf Basis der Nachhaltigkeitsrichtlinie der KfW Entwicklungsbank wurde das Projekt in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" und folglich mit moderaten Umwelt- und Sozialrisiken eingeordnet. Dies bedeutet, dass negative ökologische und soziale Auswirkungen in der Regel durch Standardansätze und bewährte Verfahren gemindert werden können und diese Auswirkungen auf das Projektgebiet beschränkt sowie in den meisten Fällen umkehrbar sind. Typische Auswirkungen, die während der Bauphase erwartet werden, betreffen z.B. die Verschlechterung der Luftqualität, Lärmentwicklung, mögliche Bodenkontaminierung, Abfallmanagement und -entsorgung sowie Arbeitsschutz und -sicherheit. Zu den sozialen Auswirkungen zählen vorübergehende Störungen öffentlicher Dienstleistungen, die in der Nähe der Baustellen erbracht werden, sowie erhöhter Verkehr aufgrund von Straßensperrungen oder einer Verengung der ursprünglichen Straßenbreite. Die meisten dieser Auswirkungen werden voraussichtlich kurzfristiger Natur sein und können durch die Erstellung und Umsetzung eines Umwelt- und Sozialmanagementplans (ESMP) wirksam bekämpft, verringert und/oder beseitigt werden. Ein solcher Plan soll als Teil der Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie des Projekts entwickelt werden. Der bestehende staatliche Beschwerdemechanismus der Wasserbehörde (WAJ) wird im Projektgebiet bekannt gemacht und für das Vorhaben genutzt, ergänzt durch einen Beschwerdemechanismus für Arbeiter.

Land / Region / Institution Jordanien
Nummer 47771
Schwerpunkt Wasser und Abfall
Sektor 14022 - Sanitärversorgung und Abwassermanagement -g
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Entwicklungskredit
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 60 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner WATER AUTHORITY OF JORDAN
Zuständige Abteilung Nahost, Afghanistan und Pakistan

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