MENA Regionalfonds für KKMU-Finanzierung

SANAD - arabisch für "Unterstützung" - wurde 2011 mit Mitteln des BMZ und der EU gegründet. Es handelt sich um einen regionalen Fonds, der unterschiedliche Finanzprodukte an lokale Partnerinstitutionen (PI) vergibt, um den Zugang zu Finanzierungen für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) in Ländern Nordafrikas, des Nahen Ostens und ausgewählten Ländern Subsahara-Afrikas zu verbessern. Ziel des SANAD ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in der Region durch mehr Einkommen, Beschäftigung und Wachstum zu verbessern und einen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten. Mögliche Zielländer des Fonds sind Ägypten, Algerien, Côte d'Ivoire, Ghana, Irak, Jemen, Jordanien, Kenia, Libanon, Marokko, Palästinensische Gebiete, Ruanda, Senegal, Syrien, Tunesien und Uganda. Die Bundesregierung unterstützt SANAD als Teil der deutschen Antwort auf den Arabischen Frühling. Das ursprüngliche Engagement wurde durch zahlreiche Aufstockungen von 2011 bis 2021 untermauert. Seit 2013 finanziert auch die KfW den Fonds über Förderbeteiligungen. Auch die EU hat ihr Engagement über die Jahre kontinuierlich ausgebaut. Darüber hinaus beteiligten sich neben der Europäischen Kommission die SECO (Schweiz), die Österreichische Entwicklungsbank (OeEB) und seit Januar 2017 auch die niederländische FMO am SANAD. Darüber hinaus konnte die GLS Bank als erster privater kommerzieller Investor für den Fonds gewonnen werden. Inzwischen hat u. a. auch der private US-Investor Calvert Impact Capital investiert. Die Mittel des Fonds werden revolvierend eingesetzt. Der Fonds verfügt über eine separat verwaltete Technical Assistance Facility (TAF). Diese finanziert maßgeschneiderte Einzelprojekte für die PI's aber auch sektorunterstützende, z. T. regionale Maßnahmen zur Stärkung des (Mikro-)Finanzsektors in den Zielländern des Fonds.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Vorhaben wurde in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie FI/B eingestuft, da die über SANAD und lokale Partnerinstitutionen (PI) zu finanzierenden KKMU geringe bis moderate Umwelt- und Sozialrisken und potentielle negative Auswirkungen aufweisen, welche in der Regel mit Standardmaßnahmen gesteuert und vermieden werden können. Relevant sind dabei z.B. sektorale U&S Risken im Bereich von Agrar- und produzierende Unternehmen, mit Aspekten wie unsichere Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und Umweltverschmutzung durch fehlendes Abfall- oder Chemikalienmanagement. Das Umwelt- und Sozialmanagementsystem (USMS) desSANAD wurde im Laufe der Jahre 2019 und 2020 aktualisiert und eine neue Version der Responsible Invesment Policy verabschiedet, welche sich nun stärker an internationalen Standards, wie den IFC Performance Standards ausrichtet. Die U&S Risiken können somit durch das USMS auf Fondsebene angemessen gesteuert und die Anforderungen über die Partnerinstitutionen auch an die Endkunden weitergeleitet werden. Bei der Prüfung des USMS wurden Aspekte mit weiterem Verbesserungspotenzial identifiziert, welche durch den Fondsmanager in einem definierten Zeitrahmen umzusetzen sind. Es erfolgt eine jährliche Berichtserstattung an die KfW zu der Entwicklung der Umwelt- und Sozialmanagement des SANAD, Partnerinstitutionen sowie des Portfolios.

Land / Region / Institution Naher und mittlerer Osten
Nummer 47550
Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzsektor
Sektor 24030 - Finanzintermediäre des formellen Sektors
USV-Kategorie FI/B
Finanzierungsinstrument Treuhandbeteiligung
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 25 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner SANAD FUND FOR MSME DEBT SUB-FUND
Zuständige Abteilung Beteiligungen

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