Local Infrastructure in Rural Anbar (LIRA)
Die Zielsetzung dieses ÜH-Vorhabens ist die Stärkung der Resilienzfähigkeit der von Flucht betroffenen Bevölkerung durch Sanierung von kommunaler Basisinfrastruktur, Instandsetzung von Wohnraum und verbessertem Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen. Die entsprechenden Maßnahmen werden in ländlichen und peri-urbanen Regionen der Provinz Anbar umgesetzt. Die wichtigsten Hilfsmaßnahmen konzentrieren sich auf die Reparatur und Instandsetzung von beschädigtem Wohnraum (1.000 Wohneinheiten), die Instandsetzung kommunaler Infrastruktur wie Wasser-/ Abwassersysteme und Pumpstationen (10), Sanierung kommunaler Straßen (3 km) sowie die Installation von solarbetriebener Straßenbeleuchtung (600). Auch bei Wasserpumpen, die ersetzt werden müssen, werden solarbetriebene Pumpen eingesetzt. Des Weiteren werden lokale Verwaltungsmitarbeiter, Angehörige der Zielkommunen, Dorfälteste oder auch Mitglieder lokaler NGO's hinsichtlich wichtiger Fertigkeiten für die Instandsetzung und Wartung der zur Verfügung gestellten Technik unterrichtet (Photovoltaiksysteme). Zusätzlich wird die Bevölkerung der Zielkommunen für relevante Aspekte des Umweltschutzes und Nachhaltigkeit sensibilisiert. Das Vorhaben ist auf 4 Jahre angelegt (48 Monate), wobei das letzte Jahr die Gewährleistungsphase der instandgesetzten Infrastruktur darstellt.
Gesamtvolumen dieser ersten Phase beläuft sich auf 15 Mio. EUR. Bei der Prüfung wurde ein VPT von 50 Mio. EUR mitgeprüft. Phasen II und III werden sehr wahrscheinlich zusätzliche Provinzen miteinbeziehen.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Begründet durch die geplanten Baumaßnahmen wird das Gesamtprojekt in die Kategorie B eingestuft, das heißt es bestehen überschaubare, potenzielle negative Auswirkungen oder Risiken auf Arbeiter, Ökosystem und Anwohner, die allerdings auf den Standort des Vorhabens begrenzt und mit Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik bzw. mit Standardlösungen minderbar sind. Mögliche Risiken umfassen die Bereiche Arbeitssicherheit und -bedingungen (inkl. Risiko von Kinderarbeit), technischer Umweltschutz, sexualisierte Gewalt (Gender-based Violence) und Explosions-/Brandgefahren im Zusammenhang mit Kampfmittelrückständen und Fundmunition (EWR, UXO). Mit UNOPS wurde die Erstellung von Environmental and Social Management Plänen (ESMPs) für die einzelnen Komponenten des Programms vereinbart. In den ESMPs werden die spezifischen Risiken der jeweiligen Komponenten identifiziert und Maßnahmen zur Vermeidung bzw. zum Schutz festgelegt. Für die konkreten Maßnahmen sind im Wesentlichen Risiken des Baustellenbetriebs zu erwarten. Diese sind unter anderem Arbeitssicherheit, Absicherung der Baustelle und Zufahrt, Umweltbeeinträchtigungen durch Lärm, Staub und Bauabfälle, sowie mögliche Beeinträchtigungen der Anwohner. Ebenfalls festgelegt wurde die Einführung eines Beschwerdemechanismus sowie die sofortige Meldung von Vorfällen und Beschwerden. Sicherheitsrisiken durch EWR und UXO werden im Rahmen der Standortauswahl nochmals geprüft und entweder durch qualifizierte Entfernung der UXO oder Disqualifizierung betroffener Standorte ausgeschlossen. Im Rahmen der weiteren Planung und Ausführung, wird die Umsetzung der entwickelten ESMPs durch den Träger überwacht und durchgesetzt und über eine regemäßige Berichterstattung an die KfW nachgehalten und geprüft.
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