Lernzentren für die von der Rohingya-Krise betroffenen Kinder, Phase IV
Im Distrikt Cox's Bazar in Bangladesch leben über 900.000 aus Myanmar vertriebene Rohingya in 34 überfüllten Camps. Über die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche, die bislang durch einen informellen Lehrplan Zugang zu Bildungsangeboten erhalten haben. Eine Umstellung auf formelle Bildung auf Basis des Lehrplans von Myanmar (MC) wurde Anfang 2020 durch die bangladeschische Regierung genehmigt, kann jedoch aufgrund der Schließung aller Lernzentren im Zuge der COVID-19 Schutzmaßnahmen erst jetzt umgesetzt werden. Nach Abschluss der geplanten Pilotphase (für zweite Jahreshälfte 2021) sollen alle Bildungsaktivitäten sukzessive bis Ende 2023 in Unterricht nach dem MC überführt werden.
Die KWI-Maßnahme (Krisenbewältigung, Wiederaufbau, Infrastruktur) hat zum Ziel, den gleichberechtigten Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung in einer sicheren Lernumgebung für Rohingya-Flüchtlingskinder zu fördern. Durch die Einführung des MC sowie die Sicherstellung eines nachweislichen Lernfortschritts wird ein wichtiger Schritt in Richtung Strukturbildung und verbesserter Resilienz vollzogen.
Wesentliche Maßnahmen zur Zielerreichung sind die Ausstattung und Instandhaltung bestehender Lernzentren, die Bereitstellung von Lern- und Lehrmaterialien sowie die Finanzierung von Lehrpersonal und dessen Aus- und Weiterbildung. Durch die Verringerung von Zugangsbarrieren wird insbesondere für sozial ausgegrenzte Kinder (Mädchen und Kinder mit Behinderungen) der Zugang zu Bildung erleichtert. Zudem werden Lehrkräfte, Gemeindemitglieder und Sorgeberechtigte bezüglich Kinder- und Jugendschutzthemen (Erkennung von Gewalt, Weitervermittlung von Betroffenen an geeignete Stellen) im Schulbetrieb und Alltag geschult und sensibilisiert.
Partner des Vorhabens ist UNICEF. Zur Zielgruppe gehören Kinder und Jugendliche im Alter von 5-18 Jahren sowie Lehrkräfte, Sorgeberechtigte und Gemeindemitglieder aus den Camps. Das Vorhaben wird in 16 Rohingya-Camps im Distrikt Cox's Bazar umgesetzt.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" eingeordnet, da die zu finanzierenden Maßnahmen vornehmlich moderate Umwelt- und Sozialrisiken und potenzielle negative Auswirkungen aufweisen, die in der Regel reversibel sind und mit Standardmaßnahmen gesteuert und vermieden werden können. Im Zuge der Umrüstungs- und Sanierungsarbeiten bestehender Lernzentren ergeben sich vorrangig baubedingte, kleinere bis mittlere Gefährdungen wie beispielsweise Lärm- und Staubentwicklung sowie den Anfall von Abfällen und der unbeabsichtigten Verunreinigung der Umwelt durch diese. Mögliche soziale Auswirkungen ergeben sich hinsichtlich der Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen und der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Zum Management potenzieller Umwelt- und Sozialrisiken wurde ein projektspezifischer Environmental and Social Management Plan (ESMP) verbindlich mit dem Projektträger vereinbart und erstellt. Ferner wurde die Einrichtung eines Beschwerdemanagements und die regelmäßige Berichterstattung an die KfW zur ordnungsgemäßen Anwendung der Umwelt- und Sozialstandards während der Durchführung vereinbart.
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