Legacy Landscapes Fund (LLF) - IP&LC Finanzierungslinie (global)
Der LLF ist ein globaler Fonds für die langfristige Finanzierung global herausragender Naturlandschaften und ihrer Randgebiete, der 2020 von BMZ und KfW gegründet wurde. Mit jeder Finanzierung werden private Mittel gehebelt. Bislang unterstützt der LLF 14 Naturlandschaften. Dabei werden bislang große Naturschutz-NRO wie z.B. WWF oder FZS mit jährlichen Basisfinanzierungen für die operativen Kosten "klassischer" Schutzgebiete und deren Randzonen unterstützt.
Dabei ist die Wahrung von Rechten und Belangen von Indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften (IP&LC) bereits fester Bestandteil des LLF Umwelt- und Sozialmanagementsystems.
Ein weiterer, großer Schritt zur aktiven Einbindung von IP&LC ist die gezielte Förderung von durch IP&LC selbst verwalteten Schutzgebiete über LLF. Mit den beantragten Mitteln wird ein abgegrenzte Finanzierungslinie im LLF für diesen Zweck etabliert und ein Schutzgebiet langfristig gefördert werden. Der LLF wurde bewusst als flexibles, global agierendes Finanzierungsinstrument für den Biodiversitätserhalt konzipiert, der mit jeder neuen Gebietsfinanzierung weitere private Mittel hebelt. Eine IP&LC Finanzierungslinie wird einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der globalen Biodiversitätsziele leisten und dabei Flächenschutz effektiv mit der Einbindung von IP&LC verknüpfen. Dies wurde auf der CBD COP16 Okt/Nov 2024 öffentlichkeitswirksam platziert und Signalwirkung entfaltet.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das übergeordnete Ziel des LLF ist es, bis 2030 mindestens 30 wichtige Schutzgebiete in weltweit bedeutenden biogeografischen Gebieten von Entwicklungsländern dauerhaft zu finanzieren. Dieses Ziel soll durch langfristige Partnerschaften zwischen erfahrenen NRO und Schutzgebietsbehörden sowie indigenen und lokalen Gemeinschaften erreicht werden, um die Schutzgebiete und ihre Pufferzonen wirksam zu erhalten und zu verwalten. Im Rahmen der vorgeschlagenen Finanzierung ist vorgesehen, dass mindestens ein zusätzlicher Standort von Indigene Gruppen / lokale Gemeinden (IP/LC) aus LLF-Mitteln finanziert wird, während weitere IP&LC-verwaltete Landschaften hinzugefügt werden können, falls zusätzliche Mittel mobilisiert werden könnten. Aufgrund potenziell erheblichen Auswirkungen auf soziale und menschenrechtliche Belange, die mit der Unterstützung von Schutzgebieten verbunden sein können, ist das Vorhaben in der USVP-Risikokategorie FI-A (Finanzintermediär mit hohen Umwelt- und Sozialrisiken) zugeordnet. Um mögliche negative Umwelt-, und Sozial- und Menschenrechtsrisiken in allen Legacy Landscapes zu bewerten, zu vermeiden und zu managen, verfügt der LLF über ein Umwelt- und Sozialmanagementsystem (USMS), welches seit 2023 zur vollumfänglichen Anwendung kommt. Den Rahmen des USMS bilden neben den Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank auch das BMZ-Menschenrechtskonzept und der dazugehörige Leitfaden. Im Einklang mit der UN-Deklaration zu den Rechten Indigener Völker und der ILO-Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation bildet das Recht indigener Völker auf Konsultation sowie die freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) dabei eine der Kernanforderungen des LLF USMS und ist maßgebend für alle LLF Finanzierungen. Bei der vorgeschlagenen IP&LC Finanzierungslinie wird daher ein kulturell angemessener FPIC Prozess bei der Ausgestaltung und Umsetzung von Aktivitäten zentral sein, die das Land, die Lebensgrundlagen oder die kulturelle Identität indigener und lokaler Gemeinschaften betreffen könnten, um Beeinträchtigungen auf ein sozialverträgliches Niveau zu reduzieren und politische Teilhabe sowie Selbstverwaltung zu stärken. Die Verantwortung für die Umsetzung des USMS obliegt dem LFF und wird durch zwei eigens dafür eingestellte Umwelt- und Sozialsachverständige sichergestellt. Entlang des Anforderungsrahmens des USMS werden alle Projektvorschläge im Zuge des Antragsverfahrens von unabhängigen Umwelt- und Sozialconsultants einer vertieften Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung (Environmental and Social Due Diligence, ESDD) unterzogen, deren Ergebnisse bei der Auswahl vorgeschlagener Legacy Landscapes berücksichtig und über konkrete Umwelt und Sozialaktionspläne (Environmental and Social Action Plan, ESAP) in der Umsetzung nachgehalten werden. Niedrigschwellige Beschwerdemechanismen sind in allen Legacy Landscapes lokal etabliert, um so faire und konsensuale Konfliktlösungen zu ermöglichen, die in begründeten Fällen auch über den LLF-eigenen Beschwerdemechanismus laufen können.
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