Legacy Landscape Fund 4. Phase
Ökosysteme und ihre Dienstleistungen sind die Grundlage des menschlichen Daseins und ihres ökonomischen Handelns, sind aber durch wachsenden menschlichen Einfluss bedroht. 1 Mio. Arten sind vom Aussterben bedroht. Ländliche Gemeinschaften und indigene Bevölkerungsgruppen verlören damit ihre Lebensgrundlagen. Zahlreiche ODA-Länder verfügen noch über letzte Wildnisgebiete mit bedeutenden Konzentrationen an endemischen Arten und regional wie global bedeutenden Ökosystemen. Effektiv gemanagte Schutzgebiete werden allgemein als das wirksamste Instrument zur Sicherung bedeutender Landschaften, ihrer biologischen Vielfalt und ihrer Ökosystemdienstleistungen anerkannt. Werden die Schutzgebiete angemessen bewirtschaftet und geschützt sowie gleichzeitig die Rechte und Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften respektiert, kann ein wichtiger Teil der biologischen Vielfalt auf der Erde erhalten bleiben. Durch den Schutz intakter Ökosysteme kann auch ein wichtiger Beitrag zur Verhinderung der Ausbreitung von Zoonosen geleistet werden. Das Kernproblem besteht in der nicht ausreichenden Finanzierung der global bedeutendsten Naturlandschaften ("Legacy Landscapes") in den ärmeren Ländern des globalen Südens. Das Vorhaben soll die langfristige Grundfinanzierung global bedeutender Landschaften durch einen gemeinsam aus öffentlichen und philanthropischen Quellen gespeisten Finanztransfer aus den Industrieländern sichern, ihr Management stärken und damit einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der globalen biologischen Vielfalt zu leisten. Es trägt maßgeblich zum Schutz global bedeutender v.a. terrestrischer Ökosysteme bei. Modulziel ist: Auf der Grundlage jährlicher Zuwendungen der LLF Stiftung bewirtschaften professionelle Partnerschaften in ODA-Ländern ausgewählte Legacy Landscapes effizient und nachhaltig. Empfänger der Mittel und Träger der Maßnahme ist die im Dezember 2020 gegründete gemeinnützige Stiftung "Internationaler Naturerbe Fonds / Legacy Landscapes Fund".
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Da es sich um ein Vorhaben handelt, welches maßgeblich zum Schutz global bedeutender terrestrischer Ökosysteme beitragen soll, werden lediglich geringe umweltbezogene Risiken im Kontext der Finanzierung erwartet. Dennoch wurde das Vorhaben im Rahmen der Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung (USVP) durch das zuständige KfW Kompetenzzentrum (KC Umwelt- und Sozialverträglichkeit) der USVP-Risikokategorie FI-A (Finanzintermediär mit hohen Umwelt- und Sozialrisiken) zugeordnet. Begründet ist diese Risikoeinstufung mit den potenziell erheblichen Auswirkungen auf soziale und menschenrechtliche Belange, die mit der Unterstützung von Schutzgebieten verbunden sein können. So ist es wahrscheinlich, dass die Mehrheit aller Legacy Landscapes erhöhte Sozial- und Menschenrechtsrisiken aufweisen, die sich bspw. im Zusammenhang von Nutzungs- und Zugangsbeschränkungen, der Betroffenheit indigener Gemeinschaften, machtpolitischer Asymmetrien in lokalen Entscheidungsprozessen und damit verbundenen Verteilungs- und Verfahrensgerechtigkeitsrisiken, durch Mensch-Tier-Konflikte, historischem Unrecht sowie im Kontext von Überwachungsmaßnahmen und Strafvollzug, u.a. in Zusammenarbeit mit staatlichen Akteuren, ergeben können. Um mögliche negative Umwelt-, und Sozial- und Menschenrechtsrisiken in allen Legacy Landscapes zu bewerten, zu vermeiden und zu managen, verfügt der LLF über ein Umwelt- und Sozialmanagementsystem (USMS), welches den einschlägigen Vorgaben der KfW Nachhaltigkeitsrichtlinie (2022) entspricht und seit 2023 zur vollumfänglichen Anwendung kommt. Die Verantwortung für die Umsetzung des USMS obliegt dem LFF und wird durch zwei eigens dafür eingestellte Umwelt- und Sozialsachverständige sichergestellt. Entlang des Anforderungsrahmens des USMS werden alle Projektvorschläge im Zuge des Antragsverfahrens von unabhängigen Umwelt- und Sozialconsultants einer vertieften Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung (Environmental and Social Due Diligence, ESDD) unterzogen, deren Ergebnisse bei der Auswahl vorgeschlagener Legacy Landscapes berücksichtig und über konkrete Umwelt und Sozialaktionspläne (Environmental and Social Action Plan, ESAP) in der Umsetzung nachgehalten werden. Niedrigschwellige Beschwerdemechanismen sind in allen Legacy Landscapes lokal etabliert, um so faire und konsensuale Konfliktlösungen zu ermöglichen, die in begründeten Fällen auch über den LLF-eigenen Beschwerdemechanismus laufen können.
Seite teilen
Um die aktuellen Seiteninhalte mit Ihrem Netzwerk zu teilen, klicken Sie auf den untenstehenden Button und wählen anschließend die gewünschte Option im Dialog aus.
Hinweis zum Datenschutz: Durch das Klicken auf den Button wird die Teilen-Funktion Ihres Browsers genutzt. Wenn Sie beim Teilen einen externen Anbieter auswählen, können persönliche Daten vom Anbieter verarbeitet werden. Lesen Sie dafür unsere Datenschutzgrundsätze.
Ihr Browser unterstützt das Teilen mit externen Diensten nicht.
Alternativ können Sie auch den Kurz-Link kopieren: https://www.kfw-entwicklungsbank.de/s/dezNdh
Link kopieren Link kopiert