Land-, Wasser- und Bodenmanagement Somaliland

Ziel des Projekts "Nachhaltiges Land-, Wasser- und Bodenmanagement in Somaliland" ist es, die Resilienz von Agropastoralistinnen und Pastoralisten gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken, indem der Schutz vor Degradation und Erosion sowie die nachhaltige Nutzung von Boden- und Wasserressourcen verbessert wird. Die ausgewählten Wassereinzugsgebiete leiden unter dem klimabedingten und durch Übernutzung beschleunigten Verlust von fruchtbaren Böden und Wasserressourcen. Das bedroht die Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung. Klimabedingt geringe und unregelmäßige Niederschläge, Erosion und die Degradierung natürlicher Lebensräume sowie die Verknappung von Oberflächen und Grundwasserressourcen für Ackerbau und Viehzucht führen bereits heute zu einer zunehmenden Migration in urbane Ballungsräume. Das Projekt trägt zu einem verbesserten Management der Wassereinzugsgebiete, einer höheren Bodenfruchtbarkeit und Stabilisierung des Wasserhaushalts bei sowie zu einer verbesserten Speicherung und Nutzung von Grund- und Oberflächenwasser. Hierfür stellt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 15 000 000 EUR zur Verfügung. Der Projektträger ist die somaliländische Fachbehörde für Landwirtschaft. Finanziert werden u.a. verschiedene bauliche, biologische und agronomische Maßnahmen zur Boden- und Wasserkonservierung, Infrastruktur für eine verbesserte Wasserspeicherung sowie begleitende Trainings für die Zielgruppe und den Projektträger, um deren Kapazitäten für einen nachhaltigen Betrieb der Infrastruktur und für eine nachhaltige, wirtschaftliche und konfliktsensible Nutzung der natürlichen Ressourcen zu stärken. Das Projekt kommt bis zu 77.000 Menschen in ausgewählten ländlichen Gemeinden in den Einzugsgebieten Xaaxi/Oodweyne, Burco/Beer (Togdheer) und Suuqsade (Saaxil) zugute. Das Vorhaben baut auf den gemeinsamen Erfahrungen der KfW und des Projektträgers aus dem Vorgängerprojekt im Wassereinzugsgebiet Biji auf.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie wurde das Projekt "Nachhaltiges Land-, Wasser- und Bodenmanagement in Somaliland" in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie 'B+' eingestuft. Die geplanten Maßnahmen fokussieren auf mechanische und biologische Strukturen zum Aufhalten der Bodendegradation und Erosionsschutz. Dazu gehören die Errichtung von Gabionendämmen und Erdwällen (zum Teil mit einem Cash for Work-Ansatz) sowie Infrastrukturen zur Oberflächenwasser- und Grundwasserspeicherung für landwirtschaftliche Nutzung, Vieh und Trinkwassernutzung. Zur Verbesserung der Bewässerungslandwirtschaft ist die Errichtung kleinerer Pilotanlagen mit Solarstrom geplant. In Planung ist die Durchführung von gemeindebasierten Maßnahmen zur Bewirtschaftung von Weideflächen und Schutzgebieten. Die Umwelt- und Sozialrisiken wurden als überwiegend moderat eingestuft. Physische und wirtschaftliche Umsiedlungen werden nicht erwartet. Das Projekt birgt die üblichen Risiken von kleineren Baumaßnahmen, in den Bereichen Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen sowie Gesundheit und Sicherheit von Anrainern. Die Risiken sind auf die Projektstandorte begrenzt und können größtenteils durch Maßnahmen nach dem Stand der Technik sowie durch Standardlösungen vermieden oder vermindert werden. Bei Cash for Work-Aktivitäten in von Männern dominierten Arbeitsbereichen wird ein besonderer Fokus auf die Inklusion und Integration von Frauen und anderen benachteiligten Gruppen gelegt. Die insgesamt im Projektgebiet in diesem Zusammenhang bestehenden erheblichen Risiken von sexualisierter Gewalt werden durch umfassende Maßnahmenpläne zur Vermeidung, zum Opferschutz sowie zur Nachverfolgung von Vorkommnissen adressiert. Dazu gehört auch ein strikter Verhaltenskodex für alle Projektmitarbeiter mit disziplinarischen Konsequenzen bei Fehlverhalten (zero tolerance). Es bestehen darüber hinaus erhebliche Risiken bezüglich möglicher UXO-Kontamination von Projektstandorten, die durch gezielte weitere Untersuchungen - und Überprüfungen und ggfs. durch Maßnahmenpläne zur Räumung adressiert werden. Darüber hinaus müssen die insgesamt schwachen Governance-Strukturen auf Partnerseite sowie die soziokulturellen Rahmenbedingungen bei der Planung der Projektmaßnahmen besonders berücksichtigt werden. So wurden, um Land- und Wassernutzungskonflikte durch Projektmaßnahmen zu vermeiden, bereits frühzeitig in der Planungsphase unter Beteiligung der betroffenen Zielgruppen Landnutzungs- und Wassermanagementpläne erstellt. Alle Maßnahmen sowie etwaige Konflikte während der Durchführung werden eng mit den Dorfentwicklungskomitees (Village Development Committees) abgestimmt und moderiert. Das somaliländische Landwirtschaftsministerium wird durch einen Durchführungsconsultant mit technischer- sowie Umwelt- und Sozialmanagement- Expertise dabei unterstützt, einen Umwelt- und Sozialmanagement- Rahmenplan (ESMF) zu entwickeln und umzusetzen. Die darin enthaltenen Vorgaben dienen der Entwicklung von standort- und projektspezifische Risikobewertungen und den daraus resultierenden Maßnahmenplänen. Für das Vorhaben ist ein transparenter, für alle Projektbeteiligten zugänglicher und kulturell angemessener Beschwerdemechanismus zu entwickeln und umzusetzen. Für Opfer von sexualisierter Gewalt wird es besonders geschützte Zugänge zum Beschwerdemechanismus geben. Die KfW hält die umfangreiche und adäquate Vorbereitung und Umsetzung des Risikomanagements und der Umwelt- und Sozialmanagementpläne anhand von regelmäßigen eigenen Fortschrittskontrollen nach.

Land / Region / Institution Somalia
Nummer 45378
Schwerpunkt Friedensentwicklung und Krisenprävention
Sektor 14020 - Wasser-, Sanitärver. und Abwassermanagement
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 15 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner MINISTRY OF AGRICULTURAL DEVELOPMENT OF SOMALILAND MOAD
Zuständige Abteilung West- und Ostafrika

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