Ländliche Trinkwasserversorgung Béja - Phase II
Es handelt sich um die zweite Phase eines ländlichen Trinkwasserversorgungsvorhabens im nördlichen Gouvernorat Beja in Tunesien.
In der ersten Phase wird die Trinkwasserversorgung von ca. 100 Streusiedlungen (ca. 32.000 Menschen) im ländlichen Beja durch aufbereitetes Oberflächenwasser aus dem Staudamm Kasseb nachhaltig sichergestellt. Hierbei wurde die Kapazität der in Phase I erbauten Wasseraufbereitungsanlage sowie des reaisierten primären Verteilungsnetzes so dimensioniert, dass weitere angrenzende ländliche Gebiete (ca. 58.000 Menschen) an das Versorgungssystem angeschlossen werden können. In der hier vorgestellten zweiten Phase sollen nun sekundäre Wasserverteilungsnetze für weitere Streusiedlungen realisiert und ein Photovoltaik-Park erbaut werden, um den nachhaltigen Betrieb des Trinkwassersystems zu gewährleisten.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wird entsprechend der Nachhaltigkeitsrichtlinie der KfW in die USVP-Kategorie B eingeordnet (moderate Umwelt- und Sozialrisiken). Die Hauptrisiken sind Arbeitsschutzrisiken auf Baustellen (Arbeiten mit schwerem Gerät, in der Höhe und unter beengten Platzverhältnissen). Diese Arbeitsrisiken können durch eine sorgfältige Planung und Überwachung der Arbeitsschutzmaßnahmen durch den Projektträger und den Consultant kontrolliert werden. Identifizierte potenzielle negative Auswirkungen des Vorhabens auf die Anrainer umfassen zudem Lärm, Abgase, Staub durch erhöhtes Verkehrsaufkommen und den Einsatz von Maschinen, sowie ein erhöhtes Verkehrsunfallrisiko. Des Weiteren muss für gewisse Wasserversorgungsinfrastruktur Land erworben werden und es kann während der Bauphase zu temporären Landnutzungseinschränkungen kommen. Für das Vorhaben werden für die Wasserkomponente eine vereinfachte Bewertung der Umwelt- und Sozialrisiken erstellt und Maßnahmen zum Management der Risiken und Auswirkungen entwickelt und in entsprechenden Umwelt- und Sozialmanagementplänen festgehalten. Falls im Rahmen der Entwicklung dieser Evaluierung und Pläne erhöhte Umwelt- und Sozialrisiken identifiziert werden sollten, wird ebenfalls eine vertiefte Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie (USVS) erarbeitet. Für die Photovoltaik-Komponente ist letztere verpflichtend. Für das Vorhaben muss zudem ein Stakeholder Engagement Plan, einschließlich eines projektspezifischen Beschwerdemechanismus, entwickelt und umgesetzt werden. Die verschiedenen Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudien und -managementpläne werden durch einen internationalen Consultant entwickelt, der auch den Projektträger bei der Überwachung der Umsetzung des Managementplans unterstützt.
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