Klimaresilienz und Wasserinfrastruktur für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Norduganda
Auswirkungen des Klimawandels, insbes. häufigere und stärkere Extremwetterereignisse (Dürren, Starkregen, Überflutungen) führen in Norduganda zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen, zu einer Gefährdung von Wasserressourcen und einer Verschlechterung der Wasser- und Sanitärversorgung. Besonders stark äußert sich dies in den Hochebenen um die Stadt Arua, wirtschaftliches Zentrum der Region. Arua Stadt ist akut von Wasserknappheit betroffen (v. a. in Trockenzeiten). Der Bedarf an sauberem Trinkwasser und adäquater Sanitärversorgung steigt zusätzlich durch die hohe Zahl an Flüchtlingen aus den Nachbarländern (v. a. Südsudan & Demokratische Republik Kongo), die Uganda als das größte Aufnahmeland auf dem afrikanischen Kontinent aufnimmt.
Ziel des Vorhabens ist, dass Flüchtlinge und die Bevölkerung Nordugandas klimaangepasste Wasser- und Abwasserinfrastruktur sowie andere integrierte Maßnahmen nutzen. Durch den Aufbau von nachhaltiger Wasser- und Sanitär-Infrastruktur und Wasserressourcenschutz, z. B. durch verbesserte Oberflächenentwässerung und besseres Abfallmanagement, soll die Vulnerabilität von Flüchtlingen und der ugandischen Bevölkerung Nordugandas (Zielgruppe) angesichts der Auswirkungen des Klimawandels gemindert werden. Damit soll gleichzeitig auch das Konfliktpotenzial zwischen den Gruppen verringert werden. Projektträger sind der staatliche Versorger National Water and Sewerage Corporation und die Stadtverwaltung Aruas.
Wesentliche Maßnahmen umfassen 1) die Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung (z. B. Neubau, Rehabilitierung von Wassersystemen, Bau von Toiletten in öffentlichen Gebäuden und Schulen), 2) Verbesserte Oberflächenentwässerung (Rehabilitierung von Entwässerungskanälen), 3) Verbessertes Abfallmanagement (Equipment, Rehabilitierung Kompostieranlage, Sensibilisierungskampagnen, 4) Verbesserung der Kapazitäten der Stadtverwaltung Aruas für klimasensible, integrierte Stadtplanung und 5) Consultingleistungen.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das vorliegende Projektteil A "Arua Climate Resilience" ist Teil der Vorratsprüfung (Phase II (Vorratsprüfungsteil I), BMZ-Nr. 2022.6763.1) des FZ-Programms "Klimaresilienz und Wasserinfrastruktur für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Norduganda". Es adressiert die akute Unterversorgung in den Bereichen Trinkwasserversorgung, Basissanitärversorgung, Oberflächenentwässerung, geregelte Abfallentsorgung und die Verbesserung einer nachhaltigen, klimaangepassten Stadtplanung der Stadt Arua in Norduganda (West Nile Region). Dazu sollen Sofortmaßnahmen zur schnellstmöglichen Verbesserung der Versorgungssituation durchgeführt werden (Rehabilitierung, Optimierung und Ausbau bestehender Systeme). Auch umliegende Distrikte sollen von einer verbesserten Wasserversorgung profitieren. Insgesamt werden die mit den Maßnahmen verbundenen Risiken als vorhersehbar, größtenteils temporär und auf die Projektstandorte begrenzt angesehen, weshalb das Projekt in die ESDD-Kategorie B+ eingestuft wird. Die in der ESDD identifizierten Risiken treten hauptsächlich während der Bauphase auf und sind mit international üblichen Abhilfemaßnahmen beherrschbar. Die identifizierten Risiken betreffen die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, die Belastung durch Lärm, Staub und Verkehr während der Bauarbeiten, den technischen Umweltschutz während der Bauphase (insbesondere die Abfallentsorgung) sowie die mögliche vorübergehende wirtschaftliche Verdrängung der Geschäftstätigkeit von Kleinstunternehmen im Stadtzentrum von Arua während der Bauarbeiten. Ein ESMF, für dessen Umsetzung der Projektträger verantwortlich ist, inklusive Vorgaben für einen Beschwerdemechanismus, beschreibt die für die Mitigation der beschriebenen Risiken notwendigen Maßnahmen. Unter dieser Projektnummer wurden auch Studien für den Bau eines Dammes in Norduganda gefördert. Da Dämme mit hohen Risiken vor allem in Bezug auf Umsiedlungen und Auswirkungen auf Biodiversität einhergehen, wurde diese Teilkomponente des Projektes in ein eigenes Projekt überführt, das in die Kategorie A eingestuft wurde.
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