Klimafreundliche Urbane Mobilität V
Die Verstädterung Indiens resultiert in einem hohen Verkehrsaufkommen, das Gesundheit, Umwelt und das globale Klima belastet. Das Programm mit Begleitmaßnahme unterstützt deshalb Indien bei der Entwicklung von nachhaltigen Mobilitätslösungen. Zielgruppe ist die Gesamtbevölkerung der Städte, die von den positiven Wirkungen auf Umwelt, Klima, Gesundheit und Wirtschaft profitiert. Projektträger sind Institutionen oder staatliche Unternehmen auf städtischer, bundesstaatlicher oder nationaler Ebene.
Innerhalb dieses Themenvorhabens "Klimafreundliche Urbane Mobilität V" wird die Komponente "Metro Ahmedabad" finanziert.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das unter dem FZ-Programm finanzierte Projekt Ahmedabad Metro Phase II verbindet die Wirtschaftsmetropole Ahmedabad mit Gandhinagar, der Verwaltungshauptstadt des Bundestaates Gujarat, durch eine rd. 28 km lange, aufgeständerte Metro mit 22 Stationen und schließt direkt an die bestehende Metro in Ahmedabad an. Als komplexes Infrastrukturprojekt im städtischen bzw. stadtnahen Umfeld wurde es als USVP-Kategorie A eingestuft (potenziell hohe Umwelt- und Sozialrisiken), die nach internationalen Standards entsprechend zu managen sind. Das Vorhaben fällt nicht unter die indischen rechtlichen Anforderungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung. Jedoch hat der Projektträger GMRC entsprechend den Empfehlungen des indischen Ministeriums für Stadtentwicklung die Erstellung einer Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie (ESIA) und begleitende Umwelt- und Sozialmanagement- und Maßnahmenpläne (Umsiedlungsplan, Ausgleichsplan für Baumersatz, Kommunikationsplan, Gender Aktionsplan) beauftragt. Die Unterlagen wurden durch die KfW und die kofinanzierende französische Entwicklungsbank AFD geprüft. Wesentliche Umwelt- und Sozialauswirkungen und Risiken sowie Mitigationsmaßnahmen sind wie folgt: Die Trasse wird überwiegend hoch aufgeständert im Mittelstreifen bzw. am Rand von Straßen errichtet. Die Bautechnologie ist in Indien erprobt, jedoch ergeben sich in der Durchführung Unfallrisiken bzgl. Arbeitsschutz und Sicherheit des Straßenverkehrs. Transporte von Bauteilen von den Fertigungsstätten zum Einbauort erfolgen daher nachts in der verkehrsarmen Zeit. Bau- und Lieferverträge werden die umwelt- und sozialseitigen Anforderungen zu Arbeitsschutz, Anwohnerschutz, Umweltweltschutz und angemessenen Arbeitsbedingungen enthalten. Durch die gewählte Trassenführung konnte die Anzahl von Betroffenen relativ klein gehalten werden. Nur an drei Stellen an der Trasse kommt es zu Umsiedlung, die 32 Haushalte mit rd. 135 Personen betrifft. Hiervon sind sieben Haushalte einer marginalisierten Gruppe, die neben einer Brücke über den Sabermati Fluss in einer kleinen Ansiedlung wohnen, als besonders vulnerabel anzusehen. Sieben weitere Haushalte müssen mit ihren Kleingeschäften umgezogen und bei der Wiedererlangung ihrer Erwerbsgrundlage unterstützt werden. Im Rahmen des Umsiedlungsplans hat GMRC mit der Stadtverwaltung von Gandhinagar den Umzug der betroffenen Haushalte in neue Wohnungen aus dem Sozialwohnungsbauprogramm vereinbart. Die betroffenen Haushalte haben das Angebot zum Umzug in Wohnungseigentum angenommen. Sie werden von einer von GMRC beauftragten und auf soziale Unterstützung und Beratung spezialisierte NGO betreut. Der Verlust von Straßenbäumen und städtischem Grün soll über Kompensation durch Neuanpflanzungen im städtischen Kontext kompensiert werden und Stadtklima- und Erholungsfunktion haben. Die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards auf der Baustelle wird von einem Durchführungsconsultant, welcher auch die Bauaufsicht führt, laufend überwacht. Darüber hinaus wird ein unabhängiger Umwelt- und Sozialmonitoring Consultant die Umsetzung der umwelt- und sozialseitigen Maßnahmenpläne in Bau und Betrieb überwachen und darüber regelmäßig an GMRC, AFD und KfW berichten. Die Pflicht zur Umsetzung der Maßnahmenpläne sowie unabhängige Berichterstattung, Einrichtung eines Beschwerdemechanismus und, soweit erforderlich, Umsetzung von Korrekturmaßnahmen, sind in den Vereinbarungen von AFD und KfW mit GMRC festgehalten.
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