Kaukasus Energieverbund I (Übertragungsleitungen Armenien-Georgien/Umspannstationen)

Das FZ-Vorhaben Kaukasus Energieverbund ("Caucasus Transmission Network Project") zielt darauf ab, einen zuverlässigen, flexiblen und für alle Seiten profitablen grenzüberschreitenden Energieaustausch innerhalb des Südkaukasus zu schaffen. Die asynchronen armenischen und das georgischen Netze werden über eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskurzkupplung (HGÜ-Kurzkupplung) in Ayrum nahe der georgischen Grenze verbunden. Damit trägt das Vorhaben im Sinne der Kaukasus-Initiative der Bundesregierung sowie der EU-Nachbarschaftspolitik zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität innerhalb der Region sowie zur effizienteren Nutzung der Erzeugungskapazitäten speziell in Armenien bei und unterstützt die weitere wirtschaftliche und soziale Entwicklung.
Die Investition besteht aus der HGÜ-Kurzkupplung, einer Umspannstation in D'dmashen in Zentralarmenien, dem Neubau bzw. der Rehabilitierung relevanter Übertragungsleitungen von D'dmashen bis zur georgischen Grenze, weiteren damit im Zusammenhang stehenden Investitionen im armenischen Übertragungsnetz sowie Consultingleistungen.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Vorhaben wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialkategorie B+ (erhebliches Risiko) eingestuft. Die Einstufung basiert auf den dieser Art von Infrastrukturvorhaben inhärenten Risiken (großer Flächenbedarf, erhebliche Risiken für Bauarbeiter durch u.a. Arbeiten in der Höhe und mit schwerem Gerät) sowie auf den Standortspezifika, bspw. Nähe zu Naturschutzgebiet und Überquerung von Ackerfeldern und damit verbundene potenzielle Beeinträchtigung der Lebensgrundlage betroffener Personen. Während der Bauarbeiten sind unvermeidbare Auswirkungen auf Flora und Fauna, insbesondere in bewaldeten Gebieten, zu erwarten, einschließlich der Fällung reifer Bäume im Trassenkorridor. Während der Desk-Analyse und Felduntersuchung im Rahmen der ESIA wurde kein kritischer Lebensraum (Critical Habitat) identifiziert. Die Flächeninanspruchnahme für die Platzierung von Masten und den Bau neuer Zugangsstraßen ist notwendig, wobei physische Umsiedlung von Haushalten vermieden wird. Die Nutzung bestehender Zugangsstraßen wird angestrebt, jedoch könnten in bergigem Terrain neue Zugangswege erforderlich sein. Für das Vorhaben wurde im Rahmen der Vorbereitung eine Alternativenprüfung durchgeführt, bei der sowohl eine "Nichtrealisierung"-Variante ("no project alternative") als auch fünf Trassenkorridor-Alternativen betrachtet wurden. Die gewählte Alternative wird sowohl aus Umwelt- als auch aus sozialer Perspektive als die bevorzugte angesehen und erhält Unterstützung von Umwelt-NGOs wie WWF, Armenian Tree Project (ATP) und der Armenian Society for the Protection of Birds (ATPB), die im Rahmen der Stakeholderbeteiligung konsultiert worden sind. Der Dilijan Nationalpark und das Kaukasische Rosenbucht-Schutzgebiet werden umgangen und das Margahovit-Staatsreservat an seiner engsten Stelle durchquert. Zur Minderung der Biodiversitätsrisiken kommen die üblichen Instrumente zur Anwendung (Environmental and Social Impact Assessment, Biodiversity Action Plan und Environmental and Social Management Plan), die jeweils konkrete Maßnahmen vorgeben. Der Bauunternehmer für die Übertragungsleitungen ist für die Erarbeitung des Resettlement Action Plans verantwortlich, der Projektträger für die Umsetzung. Ein externer Monitoring Consultant wird den RAP-Prozess begleiten. Die Bauüberwachung wird durch den Implementierungsconsultant unterstützt, wodurch baustellenübliche Risiken bzgl. Arbeitssicherheit mitigiert werden.

Land / Region / Institution Armenien
Nummer 22126
Schwerpunkt Energie
Sektor 23630 - Stromübertragung, -verteilung u. Speicher
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber European Investment Bank (EIB)
Deutscher Finanzierungsbeitrag 10,2 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner HIGH VOLTAGE ELECTRIC NETWORK CJSC
Zuständige Abteilung Europa und Kaukasus

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