IWRM Küstenschutzprogramm IV
Das Vorhaben zielt darauf ab, ausgewählte tunesische Küstenstandorte besser gegen die Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere Küstenerosion, zu schützen. Durch die Rehabilitation besonders erodierter Küstenabschnitte im Golf von Hammamet und im Golf von Gabès werden Küstenlinien stabilisiert und gegen erneute Erosion geschützt. Die vierte Phase konzentriert sich auf den südlichen Punkt des Hafens von Sousse bis zur Stadt Skanes im Norden von Monastir und den Küstenabschnitt nordöstlich von Djerba im Golf von Gabès. Maßnahmen wie Uferschutzmauern, Steinschüttungen, Wellenbrecher und Buhnen werden eingesetzt, um die Küste dauerhaft zu stabilisieren und den Tourismus vor allem in der Region Djerba zu schützen.
Das Projekt ist Teil des integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM) in Tunesien und trägt dazu bei, wertvolle küstennahe Ökosysteme, Grundwasserleiter und Siedlungen zu schützen. Dies umfasst auch wirtschaftliche Sektoren wie Tourismus, Fischerei, Landwirtschaft und Kunsthandwerk. Das Vorhaben unterstützt die Anpassung an den Klimawandel, stärkt die Resilienz der lokalen Bevölkerung und erhöht die Widerstandsfähigkeit der tunesischen Küstenregion gegenüber klimabedingten Gefahren. Die Küstenschutzmaßnahmen werden in Abstimmung mit der tunesischen Küstenschutzbehörde APAL und dem Umweltministerium umgesetzt, als Beitrag zur nationalen Klimaanpassungsstrategie und dem Schutz bedrohter ökologischer und wirtschaftlicher Bereiche.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Grundsätzlich ergeben sich im Rahmen des PPLT 4/6, neben dem Hauptziel zum Schutz gegen die klimabedingte Küstenerosion, erhebliche Potenziale zur Verbesserung der Umweltqualität, des Ressourcenschutzes und der Stärkung der ökologischen Nachhaltigkeit. Negative Umweltauswirkungen sind bei den unterschiedlichen Küstenschutzmaßnahmen unvermeidbar, die sich aber durch ordnungsgemäße Planung und Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik vermindern lassen. Gleichwohl sind erhebliche Umwelt- und Sozialrisiken nicht auszuschließen und somit wird das Vorhaben der USV-Kategorie B+ zugewiesen. Risiken des Vorhabens liegen vor allem im Bereich der Auswirkungen auf Landbesitzer und Landnutzer, des dauerhaften Verlustes von Vermögenswerten, vorübergehender ökonomischer Nutzungseinschränkungen und Beeinträchtigungen, die zum Verlust von Einkommen oder anderen Existenzmöglichkeiten führen (wirtschaftliche Vertreibung, z.B. kommerzielle Aktivitäten entlang der Küste, insbesondere Kunsthandwerk und Restauration während der Bauphase). Auch ein vorübergehender oder dauerhafter Verlust des Zugangs zu Gemeingut, Dienstleistungen oder natürlichen Ressourcen (z.B. durch Veränderung der traditionellen Fischfanggebiete während der Bauphase werden die Fischer bestimmte Anlandegebiete nicht mehr nutzen können, Schäden am Fischbestand in den an das Arbeitsgebiet angrenzenden Fischfanggebieten und Belästigung für kleine handwerkliche Fischer wegen der Arbeiten) kann nicht ausgeschlossen werden. Weitere Risiken bestehen hinsichtlich Gewässer- oder Grundwasserbelastung, Auswirkungen auf Anwohner (Geruch, Lärm, Staub, Verkehr), Risiken für Flora und Fauna aufgrund der Nähe zu Naturschutzgebieten (mehrere der Einzelmaßnahmen des Programms werden in der Nähe und bei der Biodiversitätskomponente in PPLT 6 auch innerhalb von Meeres- und Küstenschutzgebieten (AMCP), RAMSAR-Gebieten und anderen ökologisch wertvollen Gebieten durchgeführt werden) und Arbeitssicherheit bei Bau und Betrieb der geplanten Maßnahmen. Daher ist eine umfassende Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung jedes Einzelvorhabens innerhalb des Programms notwendig mit projektspezifischen Vereinbarungen für den Bau und Betrieb der geplanten Maßnahmen. Maßgeblich ist, dass zur Implementierung des Vorhabens ein Rahmenwerk für Umwelt- und Sozialmanagement - ESMF erstellt wird. Dieser dient dem systematischen Identifizieren, Bewerten und Bewältigen von Umwelt- und Sozialrisiken. Er regelt das konkrete Vorgehen der einzelnen Maßnahmen an den Standorten, wie bspw. das Durchführen von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen in Form von ESIA Studien. Gleichzeitig enthält der Rahmenplan einen entsprechenden Umwelt- und Sozialmanagementplan (ESMP), der den Umgang und die Verantwortlichkeiten mit den verschiedenen Risiken zunächst allgemein adressiert. Interessensgruppen und lokale Gemeinden werden durch öffentliche Konsultationen, die auf einem partizipativen Ansatz basieren, regelmäßig über alle Aspekte des Vorhabens informiert. Während der Bauphase werden u.a. Maßnahmen im Bereich Arbeitssicherheit und öffentliche Sicherheit, Vorkehrungen zum Boden- und Grundwasserschutz und zum Schutz von besonderen Vegetationsbeständen umgesetzt, um Risiken und potenzielle Auswirkungen der Bauarbeiten angemessen zu adressieren. Die Einhaltung der vereinbarten Maßnahmen wird von der KfW über den Durchführungsconsultant überwacht. Das Projekt verfügt über einen für die Gemeinden im Projektgebiet sowie für die im Bau Beschäftigten zugänglichen Beschwerdemechanismus.
Seite teilen
Um die aktuellen Seiteninhalte mit Ihrem Netzwerk zu teilen, klicken Sie auf den untenstehenden Button und wählen anschließend die gewünschte Option im Dialog aus.
Hinweis zum Datenschutz: Durch das Klicken auf den Button wird die Teilen-Funktion Ihres Browsers genutzt. Wenn Sie beim Teilen einen externen Anbieter auswählen, können persönliche Daten vom Anbieter verarbeitet werden. Lesen Sie dafür unsere Datenschutzgrundsätze.
Ihr Browser unterstützt das Teilen mit externen Diensten nicht.
Alternativ können Sie auch den Kurz-Link kopieren: https://www.kfw-entwicklungsbank.de/s/dezKbk
Link kopieren Link kopiert