Integriertes Umweltmanagement mit indigenen Völkern in Zentralamerika II
Zentrales Anliegen des FZ-Moduls ist es, die Identifikation, Ausweisung und Anerkennung von Gebieten außerhalb von staatlichen Schutzgebieten zu fördern, deren Hauptanliegen nicht der Schutz der Natur ist, die jedoch durch effektive Maßnahmen die Biodiversität als "Nebenprodukt" langfristig erhalten - so zum Beispiel indigene Territorien mit geringer menschlicher Nutzung (sog. "Other Effective Area-Based Conservation Measures", OECMs). Damit leistet das Vorhaben einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des internationalen Post-2020 Global Biodiversity Framework, insbesondere zur Erreichung des strategischen Ziels 1 (Reducing threats to biodiversity) und dessen Kernziel 3.
Im Rahmen des Moduls werden Indigene Völker und lokale Gemeinschaften (Zielgruppe) dafür honoriert (finanziell kompensiert), dass sie den Erhalt der biologischen Vielfalt in denen von ihnen kollektiv gemangten Gebieten langfristig gewährleisten und dadurch wichtige Ökosystemleistungen bereit-stellen. Die aus Projektmitteln finanzierten Kompensationszahlungen können zur anteiligen Finanzierung von gemeinwohlorientierten Investitionen in den Gemeinschaften verwendet werden, die in partizipativ entwickelten, lokalen Entwicklungsplänen festgelegt werden.
Ziel des FZ-Moduls ist es, dass Indigene Völker und lokale Gemeinschaften in Zentralamerika langfristig einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in strategisch bedeutenden Ökosystemen leisten, ihre Lebensgrundlage sichern und ihre Selbstbestimmung stärken.
Direkte Zielgruppe sind indigene Völker und lokale Gemeinschaften, die strategisch bedeutende Ökosysteme in priorisierten Landschaften Zentralamerikas schützen und deren natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen. Nach derzeitigen Schätzungen des Projektträgers werden etwa 20.000 Menschen von den Maßnahmen des Vorhabens direkt profitieren.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wurde in die USVP Kategorie FI/B+ gemäß KfW FZ Nachhaltigkeitsrichtlinie eingeordnet. Potenzielle Risiken ergeben sich durch die überwiegend vulnerable Zielgruppe des Vorhabens, die zu großen Teilen aus indigenen und afroamerikanischen Gemeinschaften besteht. Durch den offenen Programmansatz können nach aktueller Informationslage potenziell negative Auswirkungen und Risiken auf die Zielgruppe und die Umwelt in den Projektgebieten nicht ausgeschlossen werden können; so sind z.B. Beschränkungen des Zugangs zu Land und/oder Ressourcen, soziale Konflikte durch unzureichende Einbindung vulnerabler Gruppen oder auch die Verletzung der Rechte indigener Völker möglich. Auch typische Umwelt- und Sozialauswirkungen bei der Umsetzung von kleineren Baumaßnahmen, die aus den Kompensationen finanziert werden, sind zu beachten. Einzelheiten bzgl. der durch das Vorhaben finanzierten Maßnahmen werden erst nach Auswahl der Einzelprojekte im Rahmen des geplanten Ideenwettbewerbs bekannt sein. Das adäquate Management potenzieller Risiken der Einzelprojekte wird über ein Umwelt- und Sozialmanagementsystem (USMS) sichergestellt, das während der Projektvorbereitung (Machbarkeitsstudie) erarbeitet wurde und vom Projektträger in der Anfangsphase des Projektes operationalisiert werden wird. Die Partizipation der lokalen Bevölkerung an der Entwicklung und Umsetzung der Einzelprojekte ist integraler Bestandteil des USMS und des Projektkonzepts.
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