Integriertes Sektorprogramm Bewässerung (JISA) - Rehabilitierung von Kanälen

Kernproblem ist die große Wasserknappheit in Ägypten: Seit 1990 sank die jährliche Verfügbarkeit von erneuerbarem Frischwasser pro Einwohner unter die Wassermangelgrenze von 1.000 m³ und liegt aktuell bei etwa 570 m³/Einwohner und Jahr. Einer Nachfrage von etwa 114 Mrd. m³/Jahr steht ein Angebot von nur 59 Mrd. m³/Jahr gegenüber. Weiterhin ist Ägypten fast ausschließlich vom Nil als einziger Wasserressource abhängig (rund 95 %). Etwa 77 % der Wasserressourcen des Landes werden dabei für die Bewässerungslandwirtschaft genutzt. Schlechtes Wassermanagement vor allem in der Bewässerungslandwirtschaft mit einer Wassernutzungseffizienz von nur rund 50 % tragen weiter zur Wasserknappheit bei.

Das FZ-Themenvorhaben wird über ein Haushaltmittel-Darlehen und einen Zuschuss für die Begleitmaßnahme finanziert. Im Rahmen des Vorhabens erfolgen unterschiedliche Rehabilitierungsmaßnahmen auf der sekundären Kanalebene (branch canals) des ägyptischen Bewässerungssystems. Dies umfasst Sanierungsarbeiten am Kanalquerschnitt sowie Sanierungs- oder Ersatzarbeiten an den Wasserbauwerken und den Straßenbrücken über den Kanälen. Konkret sollen die Maßnahmen an den beiden Kanälen El Khandel El Sharky sowie Sahel Morkos durchgeführt werden. Im Rahmen der Begleitmaßnahme werden Piloten für die Anwendung moderner Bewässerungstechniken ausgewählt und implementiert. Projektträger ist das ägyptische Ministerium für Wasserressourcen und Bewässerung (Ministry of Water Resources and Irrigation - MWRI).

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Projekt wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" eingeordnet und kann potenziell leicht moderate negative Auswirkungen auf die Umwelt und die sozialen Bedingungen haben. Während der Bauphase des Projekts zu erwartenden Auswirkungen basieren typischerweise auf Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Arbeiter bei Hoch- und Tiefbauarbeiten mit ggf. schwerem Gerät sowie dem Umgang mit bzw. der Entsorgung von gesundheitsgefährdenden Abfallstoffen, u.a. bei Grabensicherungsmaßnahmen, Arbeit in Baugruben, dem Austausch evtl. asbesthaltiger Rohrleitungen etc. Anwohner wiederum sind von baulichen Beeinträchtigungen (Lärm, Staub, Baustellenverkehr) sowie möglicherweise durch Einschränkungen menschlicher Lebensgrundlagen (z.B. i.R.v. landwirtschaftlicher Aktivität) infolge der temporären Inanspruchnahme wirtschaftlich genutzter Flächen betroffen. Leckagen bei Baugeräten, Verunreinigungen durch unkontrollierte Versickerung von Schadstoffen in Grund- und Oberflächenwasser, schadhafte Ausgasungen sowie die nicht-umweltgerechte Entsorgung von Baustellenabfall können zudem zu ökologischen Schäden führen. Ggf. durch encroachment verursachtes Konfliktpotential wird durch Priorisierung und entsprechende Auswahl der Projektstandorte vermieden. Obwohl sich diese Auswirkungen voraussichtlich auf den Bereich des direkten Projektgebietes beschränken und in den meisten Fällen reversibel sind, erfordern sie eine Minderung auf der Grundlage von Standardansätzen und bewährten Verfahren. Diese werden mit Hilfe eines projektspezifischen Umwelt- und Sozialmanagementplans (ESMP) umgesetzt und überwacht. Dies beinhaltet auch die Einführung eines Beschwerdemechanismus für Arbeiter*innen und andere vom Projekt betroffene oder interessierte Menschen.

Land / Region / Institution Ägypten
Nummer 36074
Schwerpunkt Ernährung und Landwirtschaft
Sektor 31140 - Landwirtschaftliche Wasserressourcen
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 18,5 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner MINISTRY OF WATER RESOURCES AND IRRIGATION
Zuständige Abteilung Nahost, Afghanistan und Pakistan

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