Integrierte Klimaanpassung in der tunesischen Küstenregion - Stärkung der Resilienz

Seit 2013 wird das Küstenschutzprogramm in Tunesien in fünf verschiedenen Phasen umgesetzt. Ziel des Vorhabens ist die Erhöhung der Resilienz der tunesischen Küstenregion gegenüber den negativen Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere durch Meeresspiegel-Anstieg und Sturmfluten verursachte Küstenerosion. Die Küstenschutzmaßnahmen werden in Abstimmung mit der tunesischen Küstenschutzbehörde APAL und dem Umweltministerium als Beitrag zur nationalen Klimaanpassungsstrategie und dem Schutz bedrohter ökologischer und wirtschaftlicher Bereiche umgesetzt. Das Vorhaben unterstützt das Ziel des EZ-Programms "Integriertes Wasserressourcenmanagement" (IWRM) und trägt dazu bei, verschiedene Regionen Tunesiens besser zu schützen. Durch den Schutz von wertvollen küstennahen Naturräumen, Siedlungen sowie wirtschaftlichen Aktivitäten, insbesondere Landwirtschaft und Tourismus, leistet das Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der betroffenen Bevölkerung. Damit trägt das Vorhaben zur Anpassung an den Klimawandel, zur Stärkung der Resilienz der lokalen Bevölkerung gegen die negativen Folgen sowie zur Widerstandsfähigkeit der tunesischen Küstenregion gegenüber klimabedingten Gefahren bei. Die Zielgruppe umfasst die in den Programmregionen lebende Bevölkerung, Begünstigte im Hotel- und Gastgewerbe, in der traditionellen Fischerei, im Kunsthandwerk sowie Touristen. Die Maßnahmen beinhalten Aktivitäten zum Schutz der Naturräume, Erosionsschutz und die Durchführung von Studien, einschließlich technischer Assistenz.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Für das Vorhaben werden unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt, die auf eine Eindämmung der Küstenerosion abzielen. Diese umfassen Uferbefestigungen über eine Länge von 1,7 km, vier Unterwasserwellenbrechern à 275 m im Abstand zwischen 100 und 200 m von der Küste, der Bau von drei Buhnen aus Stein, der Sandauffüllung auf einer Länge von 2,5 km mit 850.000 m3 Sand sowie die Dünenstabilisierung mittels Sandfangzäunen auf einer Länge von 0,6 km. Das Vorhaben wurde gemäß KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie B+ (erhöhtes Risiko) eingestuft. Grund dafür sind potenzielle Risiken und Auswirkungen der Maßnahmen auf das Festland (Küstenabschnitte) wie auch das Meer (Sandentnahmen). Die geplanten Sandaufschüttungen, die eine Wiederherstellung der Strände ermöglichen sollen, gehen wegen der hohen Volumina an benötigten Sand mit erhöhten Risiken und Auswirkungen einher. Der erforderliche Sand wird aus marinen Sandlagerstätten vor der Küste Tunesiens gewonnen. Einige der Arbeiten im marinen Bereich bergen ein potenzielles Risiko für das Neptungras (Posidonia oceanica), das den Lebensraum vieler Meereslebewesen darstellt. Temporäre Nutzungseinschränkungen für traditionelle Fischer sind voraussichtlich nicht komplett vermeidbar. Für die Standorte Bizerte und Sousse Süd/Monastir sowie die jeweiligen marinen Sandentnahmestellen wurden durch einen erfahrenen internationalen Consultant Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudien (USVS) erstellt, welche die Weltbankstandards berücksichtigen. Ein besonderes Augenmerk wurde auf mögliche Risiken und Auswirkungen der Maßnahmen auf die Biodiversität, insbesondere die marine Fauna und Flora, gelegt. Aus den Ergebnissen jeder USVS wurden Maßnahmen abgeleitet, mit denen die Auswirkungen und Risiken vermieden oder auf ein verträgliches Maß reduziert werden können. Diese werden im Umwelt- und Sozialmanagementplan festgehalten. Für das Vorhaben wurde zudem für jede Komponente ein ausführliches Beteiligungsverfahren durchgeführt und ein Beschwerdemechanismus entwickelt.

Land / Region / Institution Tunesien
Nummer 54056
Schwerpunkt Umwelt und Klima
Sektor 43060 - Katastrophenrisiken
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 14,5 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner AGENCE DE PROTECTION ET D'AMÉNAGEMENT DU LITTORAL
Zuständige Abteilung Nordafrika und Sahel

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