Nachhaltiger öffentlicher Raum in Sekundärstädten in Ruanda
Der rasante Verstädterungsprozess in Ruanda verläuft zumeist ohne die Berücksichtigung von Klimaaspekten und führt zunehmend zum Verlust von Grünflächen und der Versiegelung der Böden. Somit gehen wichtige Ökosystemfunktionen verloren, die es jedoch braucht, um die im Zuge des Klimawandels weiter steigenden Klimarisiken in ruandischen Städten managen zu können. Gleichzeitig werden grüne öffentliche Räume in Ruanda meist ohne spezifische Berücksichtigung von gender-spezifischen Belangen geplant und gestaltet. Im Ergebnis ist ihre Nutzung für Frauen mit Hürden verbunden, etwa weil Sicherheitsbedenken bestehen oder weil sie unattraktiv sind, weil beispielsweise spezifische Angebote für Frauen fehlen.
Vor diesem Hintergrund hat das FZ-Modul zum Ziel, mit einem FZ-Zuschuss von 20 Mio. EUR die Schaffung von grünen und gendergerechten öffentlichen Räumen in bis zu fünf Sekundär- und Satellitenstädten in Ruanda zu unterstützen und somit die Lebensbedingungen und Klimaresilienz der städtischen Bevölkerung, insbesondere der Frauen, zu verbessern. Die direkte Zielgruppe des Vorhabens sind Frauen und andere vulnerable Bevölkerungsgruppen in diesen Städten, die als aktive Nutzer/innen von den klimaadaptiven Effekten (insb. Hitzereduktion, durch Verschattungs- und Kühlungseffekt) der neu geschaffenen grünen Stadträume profitieren.
Projektträger des FZ-Moduls ist die Rwanda Environmental Management Authority (REMA), welche das Modul gemeinsam mit den jeweiligen Distrikten, in denen sich die Städte befinden, umsetzen wird. Die voraussichtliche Laufzeit des Moduls beträgt sechs Jahre (Q4/2024 - Q4/2030).
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt "Grüne und gendergerechte öffentliche Räume" zielt auf die Anpassung von Städten in Ruanda an die Klimaveränderungen. Öffentliche Plätze werden mit einem besonderen Fokus auf die Bedarfe von benachteiligten Bevölkerungsgruppen und Frauen erneuert und geschaffen. Zur Anwendung kommen naturbasierte Lösungen wie die Hangbefestigung und Beschattung durch Bäume oder natürliche Wasserrückhalteflächen. Sie erhöhen die Widerstandsfähigkeit städtischer Gebiete und ihrer Bewohner gegen Überflutungen, Hangrutschungen und Hitze. Das Projekt verbessert somit die Lebensbedingungen in den zunehmend wachsenden und verdichteten Ballungsgebieten. Aufgrund der zu ändernden Flächennutzung entstehen erhöhte Risiken ökonomischer Umsiedlungen insbesondere informeller Landnutzerinnen und -nutzer. Das Projekt wird somit als USVP-Kategorie B+ mit erheblichen sozialen Risiken eingestuft. Interventionen, die physische Umsiedlungen verursachen würden, werden ausgeschlossen sowie Vorhaben in Feuchtgebieten mit Umsiedlungen. Für die verbleibenden Umwelt- und Sozialrisiken wird ein Umwelt- und Sozialmanagementrahmenplan entwickelt, der in den einzelnen Städten für die jeweiligen Standorte angepasst wird. Der Projektträger, die ruandische Umweltbehörde REMA, sowie die Distriktverwaltungen entwickeln einen Beteiligungsprozess der lokalen Bevölkerung. Für jedes Teilprojekt erstellen sie einen lokalen, transparenten, erreichbaren und kulturell angemessenen Beschwerdemechanismus und setzen diesen während der gesamten Projektlaufzeit um.
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