Green Jobs im Rahmen des Nationalen Aufforstungsprogramms
Durch den Krieg in Syrien wurden rd. 5,6 Mio. Menschen zu Geflüchteten in den Nachbarländern, darunter über 610.000, die aktuell in Jordanien registriert sind. Mit der Aufnahme der Geflüchteten trägt Jordanien erheblich zur Bewältigung der Syrienkrise bei. Gleichzeitig sieht sich Jordanien auch anderen großen Herausforderungen gegenüber, insbesondere einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit sowie den Auswirkungen des Klimawandels. Dabei liegt Jordanien in einer besonders trockenen Region der Erde, es besteht Wasserknappheit, und nur etwa ein Prozent der Landesfläche ist bewaldet.
Das Neuvorhaben "Green Jobs im Rahmen des Nationalen Aufforstungsprogramms, Jordanien" ist Teil der Bemühungen Deutschlands, Jordanien im Kontext der Syrienkrise zu unterstützen. Das Vorhaben wird aus der Sonderinitiative Geflüchtete und Aufnahmeländer (SIGA) des BMZ finanziert und ist aus dem Vorhaben "Employment Intensive Investment Program, Phase VI" mit ILO entsprungen. Träger des Vorhabens ist das Landwirtschaftsministerium in Jordanien.
Ziel des Vorhabens ist die Schaffung kurzzeitiger Jobs und Einkommensmöglichkeiten für syrische Geflüchtete und vulnerable JordanierInnen, sowie die Förderung nachhaltiger Aufforstungsmaßnahmen im Rahmen des Nationalen Aufforstungsprogramms. Begleitend dazu sollen die Managementkapazitäten des Landwirtschaftsministeriums gestärkt werden.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt umfasst die folgenden Aktivitäten vor Ort: - Aufforstung und Vorbereitung des Bodens, einschließlich des Baus einfacher Wege, Zäune und kleiner Begrenzungsmauern, Anzucht von Baumsämlingen, Pflanzung von Setzlingen. - Aufbau von Kapazitäten, Fortbildung und Seminare. Es wird davon ausgegangen, dass diese Aktivitäten allenfalls begrenzte, standortspezifische, vorübergehende und reversible Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft haben werden, die durch Standardverfahren beherrschbar sind. Nach den vorliegenden Informationen wird das Projekt auf öffentlichem Land durchgeführt, das sich im Besitz des jordanischen Verteidigungsministeriums befindet, hauptsächlich in den nördlichen Gouvernements Jordaniens. Diese Aktivitäten werden in semiariden Regionen (mit rund 400 mm Jahresniederschlag) ohne Waldbewuchs oder mit offenem Baumbestand durchgeführt, der eine Anreicherung mit Pflanzen erfordert. Alle Standorte befinden sich außerhalb von Naturschutzgebieten. Aufgrund der Ungewissheit und der Ausdehnung der Projektgebiete könnte die Abgrenzung dieser Gebiete jedoch zu einer Beeinträchtigung der Lebensgrundlagen führen, wenn das Land derzeit für einkommensschaffende Tätigkeiten wie Weiden oder Landwirtschaft genutzt wird. Außerdem könnte das Projekt nachteilige Auswirkungen auf das kulturelle Erbe haben. Daher wurde als Vorsichtsmaßnahme beschlossen, dieses Projekt in die Kategorie B+ einzustufen. Im Rahmen des Projekts wird der bereits bestehende Beschwerdemechanismus eingesetzt. Eine Neubewertung der Projektkategorie wird möglich sein, sobald die Aufforstungsgebiete identifiziert und die Bedenken hinsichtlich potenzieller Risiken und Auswirkungen auf das kulturelle Erbe und die Existenzgrundlagen (einschließlich Umsiedlung) ausgeräumt sind.
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