Frauenbeschäftigung im privaten Gesundheitssektor (Sitara Baji)
Das Vorhaben basiert auf dem Konzept des "Social Franchising" für Familienplanungsprodukte und -dienstleistungen, das bereits erfolgreich (und stark skalierbar) in Pakistan umgesetzt wird. Dabei wird ausgebildeten Hebammen die Möglichkeit gegeben in medizinisch unterversorgten Gegenden (städtische Slums, ländliche Gebiete) eine eigene Gesundheitsstation aufzumachen und kommerziell zu betreiben. Im Rahmen des Vorhabens sollen Stationen bestehend aus 2-3 Räumen gebaut/rehabilitiert und mit medizinischen Geräten und Möbeln ausgestattet werden. Die regelmäßige Versorgung mit Verhütungsmitteln und anderen Verkaufswaren geschieht über das Vertriebsnetz der privaten Träger, die den Unternehmerinnen Großhandelspreise anbieten können. Der Betrieb der Gesundheitsstationen bietet den Frauen profitable Beschäftigung in ihrem lokalen Umfeld, mit Gewinnen, die nach den bisherigen Erfahrungen auch deutlich über den Gehältern liegen, die sie im Rahmen der staatlichen Gesundheitsprogramme erhalten haben. Zudem wird die Versorgung der lokalen Bevölkerung mit Familienplanungsdiensten verbessert. Im Rahmen des Vorhabens soll das bestehende Business Modell unter dem Gesichtspunkt der Beschäftigungsförderung weiter entwickelt und in der Fläche ausgeweitet werden.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie (2023) in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" (moderates Risiko) eingestuft und könnte potenzielle negative Auswirkungen und Risiken auf Umwelt- und soziale Belange haben, die in der Regel reversibel und lokal begrenzt sind und mit Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik bzw. mit Standardlösungen gemindert werden können. Typische potenzielle Umwelt- und Sozialauswirkungen, die während der Bauphase des Vorhabens zu erwarten sind, betreffen z.B. die Vegetationsräumung, Lärmentwicklung, Verschlechterung der Luft- und Wasserqualität, sowie Umweltverschmutzung und Anfall von Abfällen usw. Soziale Auswirkungen umfassen typischerweise die Gesundheit und Sicherheit der Gemeinde (z.B. Straßenverkehr), Auswirkungen im Zusammenhang mit Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sowie Arbeitsbedingungen. Kein Grunderwerb, sowie physische oder wirtschaftliche Umsiedlung und Verlust von Lebensgrundlagen sind zu erwarten. In der Betriebsphase der Kliniken ist mit dem Anfall von medizinischen und/oder infektiösen Abfällen und Abwässern zu rechnen. Obwohl diese Auswirkungen lokal beschränkt und in den meisten Fällen reversibel sind, erfordern sie eine Minderung auf der Grundlage von Standardansätzen und bewährten Verfahren. Diese werden mit Hilfe eines projektspezifischen Umwelt- und Sozialmanagementplans (Environmental and Social Management Plan - ESMP) umgesetzt und überwacht. Dies beinhaltet über die Minderungsmaßnahmen während der Bauarbeiten hinaus auch die Einbeziehung von Interessengruppen und die Einführung eines Beschwerdemechanismus für Arbeiter*innen und andere vom Vorhaben betroffene oder interessierte Menschen sowie Maßnahmen für die Sortierung, die Sammlung, den Transport, sowie das Management und die endgültige Entsorgung von medizinischen Abfällen. Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Maßnahmen während des Baus liegt beim Projektträger und dem/den Bauunternehmen.
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