Fonds zur Steigerung der Produktivität durch Innovation in der Landwirtschaft II
Die Landwirtschaft bildet das Rückgrat der äthiopischen Wirtschaft und stellt 72,7 % der Beschäftigung bei einem BIP-Anteil von 34%. Allerdings ist die Produktion und Produktivität aufgrund von Fragmentierung der landwirtschaftlichen Strukturen, einem hohen Subsistenzgrad, einer geringen Marktanbindung sowie traditioneller Produktionspraktiken sehr gering. Die äthiopische Regierung strebt eine wirtschaftliche Transformation gemäß dem Prinzip der landwirtschaftlich geleiteten Industrialisierung an. Die Regierung schreibt der Mechanisierung der Landwirtschaft eine große Rolle zu, um die notwendigen Entwicklungen des Landwirtschaftssektors voranzutreiben. Da die Anschaffung von Maschinen für Kleinstbetriebe nicht rentabel ist, sollen sie von Maschinendienstleistungen von Lohnunternehmen profitieren. Die äthiopische Regierung hat mit Leasing ein für den äthiopischen Markt neues Finanzierungsinstrument identifiziert, das als eine kapitalschonende Alternative zu Darlehensfinanzierung für KMU vorangetrieben werden soll. Die Nutzung des Produkts ist allerdings im Allgemeinen und im Landwirtschaftssektor im Besonderen noch sehr begrenzt. Zudem erschwert der Devisenmangel in Äthiopien die Einfuhr von Gütern, darunter auch landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten.
Vor diesem Hintergrund unterstützt die KfW den Projektimplementierungspartner, die Development Bank of Ethiopia (DBE), beim Aufbau ihres Leasingportfolios für landwirtschaftliche Maschinen. Das Vorhaben zielt darauf ab, den Zugang zu Leasing als Finanzprodukt für KMU (Landwirte, Lohnunternehmen) zur Finanzierung landwirtschaftlicher Maschinen nachhaltig zu verbessern. Die Projektmittel in EUR sollen insbesondere für den Import von landwirtschaftlichen Maschinen und kapazitätsbildende Maßnahmen für den Projektträger, die DBE, eingesetzt werden.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wurde in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie FI/B eingestuft, da das über die DBE zu finanzierende Landwirtschaftsprogramm geringe bis moderate Umwelt- und Sozialverträglichkeitsrisiken und Auswirkungen aufweist, welche in der Regel mit Standardmaßnahmen gesteuert und gemindert werden können. Dabei lässt sich bei den geplanten Krediten, welche für die Refinanzierung von Leasingverträgen für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte an Kleinbauern weitergeleitet werden, auf keine signifikanten negativen Auswirkungen auf die Umwelt schließen. Durch die Anwendung von moderner landwirtschaftlicher Technik in Verbindung mit den Beratungsleistungen bzgl. der besseren Verarbeitungsmethoden kann die Produktivität der landwirtschaftlichen Betriebe/Haushalte verbessert werden und Ernteverluste vermieden werden. Dadurch kann der übermäßige Druck auf die knappe Naturressource Boden reduziert werden. Allerdings können nachteilige Effekte hinsichtlich der Sozialverträglichkeit entstehen, wenn manuelle (Feld-)bearbeitung durch Maschinen abgelöst wird. DBE hat schon Erfahrung mit der Anwendung von internationalen Standards beim Umwelt- und Sozialrisikomanagement; jedoch müssen die vorhandenen Systeme sowie die der Partnerinstitutionen noch weiter an die Anforderungen der KfW Entwicklungsbank angepasst werden.
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