Förderung strukturbildender Maßnahmen für Rohingyas und aufnehmende umliegende Gemeinden
Kernproblem:
Durch den Zustrom von Rohingya-Flüchtlingen in dem bangladeschischen Distrikt Cox's Bazar ist der Druck auf die ohnehin unzureichende lokale staatliche Dienstleistungsstruktur und Infrastruktur gestiegen. Versorgungsstand und Zugangsmöglichkeiten sind ungenügend.
Die zusätzliche Belastung der Infrastruktur führt zudem zu wachsenden Spannungen zwischen den Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaften.
Des Weiteren ist die betroffene Region besonders anfällig für Extremwetterereignisse. Fehlende Schutzinfrastruktur im Katastrophenfall verschärft die Gefahrensituation für die lokale Bevölkerung.
Modulziel:
Im von der Rohingya-Vertreibungskrise betroffenen Distrikt Cox's Bazar soll der Zugang zu klimaresilienter Infrastruktur verbessert und die Katastrophenresilienz gestärkt werden, ebenso wie die soziale Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung.
Wesentliche Outputs:
Der Zugang zu klimaresilienten Mehrzweck-Katastrophenschutzräumen im Distrikt Cox's Bazar ist verbessert. Konkret bedeutet dies den Neubau von 10 Zyklonsheltern und bis zu 9,8 km ganzjährig befahrbarer Zugangswegen.
Zielgruppe:
Zielgruppe des FZ-Moduls ist die im Einzugsbereich der geplanten Schutzbauten lebende Bevölkerung aufnehmender Gemeinden (ca. 20.000 Personen).
Beitrag zur nationalen Umsetzung der Agenda 2030:
Das Vorhaben ist im Einklang mit den bangladeschischen nationalen Prioritäten zur Umsetzung der SDG konzipiert. Die national definierten 39 Indikatoren (National Priority Indicators, NPI) ergänzen die globalen SDG Indikatoren aus nationaler Perspektive. Das Vorhaben trägt durch seinen Fokus auf die Bereitstellung von Basisdienstleistungen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels wesentlich zu den SDG 1 (keine Armut, insbesondere 1.5 Exposition und Anfälligkeit gegenüber klimabedingten Extremereignissen), SDG 4 (hochwertige Bildung/NPI 12), SDG 9 (Innovation und Infrastruktur/NPI 24), und SDG 13 (Klimaschutz/NPI 32) bei.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Im Rahmen des Vorhabens werden Zyklonschutzbauten und die Ertüchtigung von bestehenden Zufahrtsstraßen und -wegen im von der Rohingya-Krise unmittelbar betroffenen Distrikt Cox's Bazar zur Stärkung der Katastrophenresilienz sowie der sozialen Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung finanziert. Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt als Parallelfinanzierung der zweiten Phase des Weltbank-finanzierten Emergency Multi-Sector Rohingya Crisis Response Project. Für die von der KfW finanzierten Maßnahmen sind im Gegensatz zu dem durch die Weltbank finanzierten Teil keine komplexen oder groß angelegten Bauvorhaben mit kontextuellen Risiken in einem größeren Wirkungsgebiet vorgesehen. Die zu erwartenden Umwelt- und Sozialrisiken beziehen sich vorrangig auf die Bauphase, u.a. z.B. durch Lärm- und Staubentwicklung, Anfall von Abfällen sowie mögliche soziale Auswirkungen hinsichtlich der Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen und der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Physische Umsiedlungen werden im Rahmen des Projekts anhand vereinbarter Ausschlusskriterien vermieden sowie der Erwerb von Land auf ein Mindestmaß begrenzt. Schützenswerte Habitate, Gebiete mit indigener Bevölkerung sowie besondere Kulturerbestätten werden durch keine der Maßnahmen beansprucht. Signifikante und/oder irreversible negative ökologische und soziale Auswirkungen sind daher nicht zu erwarten. Das Vorhaben wurde daher hinsichtlich Umwelt- und Sozialverträglichkeit (USV) in die USVP-Kategorie B eingestuft (Vorhaben mit moderaten Umwelt- und Sozialauswirkungen und/oder -risiken). Um sicherzustellen, dass alle geltenden nationalen Gesetze sowie internationale Umwelt- und Sozialstandards gem. der KfW Nachhaltigkeitsrichtlinie eingehalten werden, wurden für das Vorhaben Rahmenpläne für das Umwelt- und Sozialrisikomanagement (Environmental and Social Management Framework sowie ein Resettlement Policy Framework) erstellt, welche die konkreten Anforderungen für die Planung, Durchführung und Überwachung der einzelnen Maßnahmen sowie die Verantwortlichkeiten für deren Umsetzung umfassen. Darüber hinaus wurden mit dem Träger Mechanismen für die frühzeitige Einbindung der lokalen Öffentlichkeit im Rahmen eines entsprechenden Beteiligungsprozesses (Stakeholder Engagement), inkl. der Entwicklung eines funktionierenden Beschwerdemechanismus festgelegt. Die Implementierung und Überwachung sowie die Berichterstattung aller mit den Umwelt- und Sozialrisiken und -Auswirkungen verbundenen Anforderungen erfolgen über die vom Träger eingesetzte Projektmanagementeinheit mit Unterstützung eines Durchführungsconsultants.
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