Förderung nachhaltiger Stadtentwicklung in Usbekistan I
Die Wasser- und Abwasserinfrastruktur in Usbekistan stammt überwiegend aus sowjetischer Zeit und ist sowohl quantitativ als auch qualitativ unzureichend und nicht nachhaltig. Aufgrund ihres veralteten und defizitären Zustandes, der wachsenden Bevölkerung und zunehmenden Urbanisierung sowie der der durch die Auswirkungen des Klimawandels steigenden Vulnerabilität der städtischen Bevölkerung besteht signifikanter Modernisierungs- und Ausbaubedarf. Vielerorts ist ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung nicht an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen und ist von erheblichen Engpässen in der Trinkwasserversorgung betroffen. Dies birgt Risiken für die Gesundheit und Umwelt und beeinträchtigt die Lebensqualität der Bevölkerung.
Das Vorhaben zielt darauf ab, die Trinkwasser- und Sanitärversorgung in den Regionen Fergana und Surkhandarya durch Investitionen in den Bau, die Rehabilitierung und den Ausbau von zentralen Wasserversorgungs- und Abwassersystemen zu verbessern. Als prioritäre Standorte sind die Städte Kokand und Margilan in der Region Fergana sowie die Stadt Termez und bis zu fünf Bezirkszentren (Boysun, Sariq, Angor, Khalkobod und Qarluq) in der Region Surkhandarya vorgesehen. Begleitend werden Maßnahmen zur Kapazitätsstärkung der Betreiber für einen nachhaltigen Betrieb der Infrastruktur durchgeführt. Dadurch soll eine klimaresiliente Wasserversorgung sichergestellt, die Versorgungskapazitäten ausgebaut und der Betrieb verbessert werden.
Auf übergeordneter Ebene leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung, zum Schutz der Umwelt und natürlichen Ressourcen sowie zur Steigerung der Resilienz gegen den Klimawandel. Positive Wirkungen sind zudem auf die lokale wirtschaftliche Entwicklung zu erwarten.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben modernisiert und erweitert die Wasserver- und Abwasserentsorgung in ausgewählten Städten und Bezirkszentren der Regionen Surkhandarya und Fergana, um den verlässlichen Zugang zu sicherem Trinkwasser und sanitärer Versorgung zu verbessern. Das Vorhaben wird vorläufig der Kategorie B+ (erhebliche Umwelt- und Sozialrisiken) zugeordnet, da es Bau- und Rehabilitationsmaßnahmen in mehreren urbanen Gebieten umfasst, die potenziell mit Flächeninanspruchnahme und baubedingten Auswirkungen verbunden sind; diese werden voraussichtlich standortspezifisch sein und mit Standardmaßnahmen beherrschbar. Zu den wichtigsten Risiken zählen Flächeninanspruchnahme mit möglicher Umsiedlung und Auswirkungen auf Erwerbsgrundlagen; Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung während der Bauarbeiten (Verkehr, Erdarbeiten, Staub, Lärm sowie temporäre Einschränkungen des Zugangs oder der Versorgung); Umweltrisiken durch Baustellenabfluss sowie im Betrieb Risiken im Zusammenhang mit Ablaufqualität und Klärschlammbehandlung; Arbeitssicherheit; sowie mögliche Beeinträchtigungen historischer Bereiche. Die Minderungsmaßnahmen konzentrieren sich auf die Vermeidung und Minimierung von Auswirkungen durch Planung und Auslegung; die Fertigstellung und Umsetzung von Umwelt- und Sozialprüfungen sowie Managementplänen; die Erstellung von Umsiedlungsplänen, wo Flächen benötigt werden, mit angemessener Entschädigung und Unterstützung der Erwerbsgrundlagen; die Sicherstellung sicherer Bauverfahren und Notfallvorsorge; sowie die Einhaltung von Standards für Behandlung und Klärschlammbewirtschaftung, begleitet von regelmäßiger Überwachung. Die umsetzende Stelle übernimmt die Steuerung von Compliance und Offenlegung; die Auftragnehmer erarbeiten und setzen standortspezifische Pläne und Sicherheitsmaßnahmen um; eine unabhängige Bauüberwachung kontrolliert die Leistung; und die zuständigen Behörden koordinieren Genehmigungen, Flächenprozesse und den Verkehr. Die Stakeholder-Beteiligung umfasst fortlaufende Konsultationen mit Gemeinden und lokalen Akteuren, gezielte Ansprache vulnerabler Gruppen, die öffentliche Bereitstellung von Projektdokumenten in zugänglichen Formaten sowie regelmäßige Informationen zu Bauabläufen und etwaigen temporären Änderungen der Versorgung. Für Gemeinden und Beschäftigte steht ein kostenloser, zugänglicher und vertraulicher Beschwerdemechanismus über mehrere Kanäle zur Verfügung, mit klaren Fristen für Antworten und sicheren Verfahren für sensible Anliegen, sowie der Möglichkeit zur Eskalation, falls erforderlich.
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