Förderung der sozialen Infrastruktur (USIF X)
Das Ziel der FZ-Maßnahme ist die Verbesserung von Diagnose und Behandlung der unterschiedlichen Formen von Krebserkrankungen bei Frauen. Umgesetzt wird das Vorhaben in der Ukraine in Schytomyr, Krywyj Rih und Czernowitz, mit dem ukrainischen Projektträger USIF (Ukranian Social Investment Fund) sowie den zuständigen öffentlichen Stellen. Die Zielgruppe sind Frauen und Mädchen in den der östlichen ukrainischen Oblaste; beteiligt sind zudem Ärztinnen, Ärzte und weiteres medizinisches sowie unterstützendes Personal.
In den Projektregionen bestehen häufig Lücken bei rechtzeitigen Untersuchungen, verlässlichen Abläufen und der verfügbaren medizinischen Ausstattung. Dadurch werden Vorsorge- und Behandlungsangebote nicht immer in der nötigen Qualität und Kontinuität genutzt. Zusätzlich erschweren angespannte Rahmenbedingungen den Betrieb in Krankenhäusern und Ambulanzen.
Das Vorhaben setzt genau hier an, indem ausgewählte Krankenhausabteilungen oder Ambulanzen energetisch saniert und gezielt mit relevanter medizinischer Ausstattung ausgestattet werden. So wird die Grundlage geschaffen, damit Untersuchungen zuverlässiger durchgeführt, Diagnosen schneller getroffen und Behandlungswege besser umgesetzt werden können. Des Weiteren wird ein Krankenhaus in Shytomyr neugebaut. Flankierend werden Maßnahmen unterstützt, die die Nutzung der Angebote durch die betroffenen Frauen erleichtern und die Aufmerksamkeit für Früherkennung stärken.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt umfasst die Renovierung bestehender Krankenhausgebäude, die Anschaffung medizinischer Ausrüstung und die Durchführung von Schulungen. Das Projekt wird als Kategorie B+ (moderates Risiko) eingestuft. Diese Einstufung erfolgt aufgrund potenziell moderater Umwelt- und Sozialrisiken während Bau und Betrieb, insbesondere durch mögliche Risiken im Zusammenhang mit Explosive Ordnance/Explosive Remnants of War (EO/ERW) und asbesthaltigen Materialien. Die höhere Kategorie ist durch das potenzielle Vorhandensein von EO/ERW begründet. Die meisten Risiken sind lokal, reversibel und können mit Standardmaßnahmen gemindert werden. Zu den wichtigsten Risiken zählen Gefahren durch Bauarbeiten (Staub, Lärm, Abfall, Gefahrstoffe wie Asbest), EO/ERW-Risiken, Risiken im Zusammenhang mit medizinischem Abfall, Arbeitsschutzrisiken, soziale Risiken (z.B. unangemessenes Verhalten von Auftragnehmern, Konflikte mit der lokalen Bevölkerung, geschlechtsspezifische Gewalt) sowie Risiken durch das Kriegsrecht (z.B. Stromausfälle, Raketenangriffe, Mobilisierung von Arbeitskräften). Ein weiteres wesentliches Risiko ist der Umgang mit medizinischem Abfall, der bei unsachgemäßer Entsorgung erhebliche Gesundheits- und Umweltgefahren birgt. Vorgesehen sind eine frühzeitige Umwelt- und Sozialprüfung, Entwicklung standortspezifischer Environmental and Social Management Plans (ESMP), ein Asbestos Management Plan, Non-Technical Survey (NTS) für EO/ERW, Schulungen für das Personal, die Einführung eines Grievance Redress Mechanism (GRM) sowie die sorgfältige Entsorgung von gefährlichen und medizinischen Abfällen. Die Environmental and Social Management Framework (ESMF) bildet die Grundlage für diese Maßnahmen. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt bei der Projektleitung und den lokalen Auftragnehmern. Relevante Interessengruppen (z.B. Krankenhauspersonal, lokale Bevölkerung) werden frühzeitig und kontinuierlich eingebunden, u.a. durch Informationsveranstaltungen und Möglichkeiten zur Rückmeldung. Das ESMF enthält entsprechende Vorgaben für die Stakeholder Engagement. Ein Grievance Redress Mechanism (GRM) wird eingerichtet, über den Betroffene Beschwerden einreichen können. Dieser Mechanismus stellt sicher, dass Anliegen und Beschwerden zeitnah und transparent bearbeitet werden.
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