Förderung beruflicher Bildung
Ziel des EZ-Programms ist es, die Beschäftigungssituation in den PG quantitativ, qualitativ und institutionell / infrastrukturell zu verbessern. Dazu werden in dem Modul über einen Berufsbildungsfonds strategische Investitionen in den Berufsbildungssektor Palästinas finanziert, um neue Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven, insbesondere für junge Menschen, zu eröffnen. Durch entsprechende Berufsbildungsangebote soll die Anschlussfähigkeit an den Arbeitsmarkt für palästinensische Absolventinnen und Absolventen verbessert werden. Der Fokus der Förderung liegt auf palästinensischen Institutionen im Bereich der technischen und beruflichen Bildung, die explizit auf eine arbeitsmarktorientierte Beschäftigungsförderung ausgerichtet und möglichst direkt mit dem Privatsektor verbunden sind. Über den Fonds wird vor allem die bessere Ausstattung und die Modernisierung von Bestandsgebäuden staatlicher und privater Berufsbildungseinrichtungen im Westjordanland, in Ostjerusalem und im Gazastreifen finanziert. In begründeten Einzelfällen können auch Neubauten finanziert werden.
Des Weiteren soll am Standort Nablus eine neue TVET-Universität als Einheit der palästinensischen TVET-Kommission errichtet werden. Die TVET-Universität soll unter der politischen Steuerung der TVET-Kommission übergeordnete und strukturelle Aufgaben im Sektor übernehmen, die für einen strukturierten Berufsbildungssektor notwendig sind, aber bisher nicht oder nur unzureichend wahrgenommen werden ("System Wide Services", SWS). Die angestrebten Verantwortlichkeiten der TVET-Universität umfassen beispielsweise: Lehrerfortbildung, wissenschaftliche Begleitung der Berufsbildung, Qualitätssicherung der Ausbildung, Einbindung des Privatsektors, Förderung einer gendergerechten Berufsbildung und Inklusion, Erarbeitung, Modernisierung und Vereinheitlichung von Berufsbildungsstandards sowie Vorgaben zur Schaffung von Chancengleichheit für Berufsschüler/-innen.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt wurde in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" eingeordnet. Es bestehen überschaubare negative Auswirkungen oder Risiken, die in der Regel vorhersehbar, temporär, umkehrbar und auf den Standort des Vorhabens begrenzt sind. Sie sind mit Standard-Gegenmaßnahmen minderbar. Umweltrisiken während der Bauphase sind Lärm und Luftverschmutzung durch den Betrieb von Baumaschinen und Baufahrzeugen sowie die Entsorgung von Bauabfällen. Soziale Risiken während der Bauphase betreffen Arbeitsunfälle, Unfälle durch Fahrzeuge im Umfeld der Baustelle, sowie die Verletzung von Arbeitnehmerrechten wie zum Beispiel die verspätete Zahlung von Löhnen. In Ergänzung zu dem in den Palästinensischen Gebieten gesetzlich vorgeschriebenen öffentlichen Beschwerdemechanismus ist die Einführung eines vorhabenspezifischen Beschwerdemechanismus vorgesehen, der Baustellen-Anrainern und Arbeitern auf Baustellen wirksame Beschwerdemöglichkeiten einräumt. Außerdem sollen Beteiligungsverfahren eingeführt werden, in deren Rahmen die Bevölkerung rechtzeitig vor der Beauftragung der Bauarbeiten über geplante Bauvorhaben informiert und dazu eingeladen wird, zu den Vorhaben Stellung zu beziehen.
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