Erschließung neuer Wasserressourcen (DKTI)
Das Vorhaben "Erschließung neuer Wasserressourcen" in Jordanien zielt darauf ab, die kritische Trinkwasserversorgung insbesondere im Großraum Amman nachhaltig zu verbessern. Angesichts einer der weltweit knappsten Süßwasserverfügbarkeiten und wachsender demografischer sowie klimatischer Herausforderungen soll mittels Brackwasserentsalzung eine zusätzliche Wasserquelle geschaffen werden. Hierfür werden mehrere Maßnahmen umgesetzt, wie der Bau einer neuen Entsalzungsanlage, die mithilfe bewährter Umkehrosmose-Technologien Rohwasser aufbereitet und in ein bestehendes Fördersystem einspeist. Zudem wird ein Brunnenfeldes zur nachhaltigen Erschließung fossiler Rohwasserspeicher errichtet, ergänzt durch Test- und Produktionsbrunnen, um die nötigen Mengen zuverlässig zu fördern. Durch den Aufbau einer Entsorgungsleitung wird für die umweltgerechte Ableitung der dabei entstehenden Salzlake gesorgt. Zudem werden zweijährige Betriebsunterstützung und Trainings zur Stärkung der Geschlechtergerechtigkeit finanziert.
Das Projekt soll zur Sicherheit und Stabilität der Wasserversorgung beitragen und dafür auch Synergien mit bestehenden Anlagen nutzen, indem etwa personelle und infrastrukturelle Kapazitäten geteilt werden. Zudem wird der Aufbau eines umfassenden Schulungsprogramms für den langfristigen Betrieb der neuen Anlage vorgesehen, was zur nachhaltigen Kompetenzentwicklung beiträgt.
Finanziert wird das Vorhaben über ein zinsverbilligtes Darlehen in Höhe von 47 Mio. EUR. Mit dieser Investition leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur nationalen Wasserstrategie Jordaniens, unterstützt mehrere Sustainable Development Goals (u.a. SDG 3, 6, 11 und 13) und stärkt die Anpassungsfähigkeit des Landes an klimatische Veränderungen.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt wurde in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B+" (substanzielles Risiko) eingeordnet. Es bestehen überschaubare negative Auswirkungen oder Risiken, die in der Regel vorhersehbar, temporär, umkehrbar und auf den Standort des Vorhabens begrenzt sind. Sie sind mit Standard-Gegenmaßnahmen minderbar. Umweltrisiken während der Bauphase sind Lärm und Luftverschmutzung durch den Betrieb von Baumaschinen und Baufahrzeugen sowie die Entsorgung von Bauabfällen. Soziale Risiken während der Bauphase betreffen Arbeitsunfälle, Unfälle durch Fahrzeuge im Umfeld der Baustelle, sowie die Verletzung von Arbeitnehmerrechten. Während der Betriebsphase bestehen Risiken bezüglich der umweltgerechten Entsorgung der Salzlake aus der geplanten Brackwasserentsalzungsanlage. Die Lake soll zusammen mit der Lake aus einer größeren bestehenden Brackwasserentsalzungsanlage in das Tote Meer abgeleitet werden, das einen vielfach höheren Salzgehalt als die Lake aufweist. Für den Bau der Infrastruktur wird voraussichtliches privates Land enteignet werden müssen. Hierbei werden neben nationalem Recht auch die Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank angewandt werden, wobei auch eventuelle informelle Nutzungsrechte berücksichtigt werden. Der bestehende staatliche Beschwerdemechanismus kommt bei dem Vorhaben zur Anwendung. Außerdem wird im Rahmen der vertieften Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung die Bevölkerung rechtzeitig vor der Beauftragung der Bauarbeiten über das geplante Bauvorhaben informiert und sie wird die Gelegenheit erhalten Stellung zu beziehen.
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