Erneuerbare Energien Programm ESM (DKTI)
Das Modul dient der signifikanten Reduktion von Treibhausgasemissionen im nordmazedonischen Energiesektor durch die Erhöhung des Anteils erneuerbarer und klimafreundlicher Energieträger. Aktuell beruht die Stromerzeugung in Nordmazedonien überwiegend auf der Verstromung von Kohle in technisch veralteten und ineffizienten Kraftwerken. Nordmazedonien hat einen ambitionierten Plan zur Dekarbonisierung des Energiesektors, der auf einem massivem Ausbau erneuerbarer Energien im Land beruht. Um dieses Ziel zu Unterstützen, wird im Rahmen des Moduls der Ausbau von erneuerbaren Energieträgern unterstützt, darunter Wasserkraft, Solar PV und Windkraft. Durch das Vorhaben werden voraussichtlich 100.000 Tonnen CO2 Emissionen aus der Kohleverstromung vermieden. Zielgruppe ist dies Bevölkerung von Nordmazedonien, die von nachhaltiger netzgebundener Stromerzeugung profitiert.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Themenvorhaben wird gemäß KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie der USV-Risiko-Kategorie B+ zugeordnet, basierend auf der Einzelmaßnahme mit dem höchsten Risiko: der Rehabilitierung von sechs Wasserkraftwerken (WKW) (Kategorie B+, 2021). Weitere Maßnahmen sind die Solar-PV-Anlage Bitola 3 (Kategorie B) und der Windpark (WPP) Bogdanci II (Kategorie B). - Potenzielle negative Auswirkungen der Rehabilitierung von sechs WKW auf Flora und Fauna sind lokal, temporär und umkehrbar und entstehen durch die Erneuerung einer ca. 13 km Übertragungsleitung und Wasserentnahme-Einrichtungen im Schutzgebiet. Weitere Auswirkungen umfassen die Beeinträchtigungen für Anwohner durch zeitlich begrenzte Schwertransporte und Baumaßnahmen (Lärm, Staub, Abgase, Verkehrssicherheit) sowie Risiken aus unsachgemäßer Handhabung oder Entsorgung von Sonderabfällen. Da die Rehabilitierung in bestehende Anlagen erfolgt und keine Änderungen in das Wasserregime geplant ist, wurde auf eine umfassende Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie (ESIA) verzichtet. Stattdessen wurde eine standortspezifische Risikoanalysen durchgeführt, auf deren Basis Umwelt- und Sozialmanagement-Pläne erarbeitet wurden. Während der Prüfung wies das Management des Nationalparks Mavrovo auf mögliche bestehende negative Auswirkungen der Wasserentnahme auf den ökologischen Wasserfluss eines Bachs hin. Obwohl keine Beeinträchtigung durch das Vorhaben zu erwarten ist, wird eine Studie des "ecological flows" für den Bach durchgeführt. - Die Solar-PV-Anlage Bitola 3 wird auf einer ehemaligen Abraumfläche eines Kohlekraftwerks errichtet, teils informell als Weideland genutzt. Mögliche Auswirkungen betreffen temporäre Beeinträchtigungen und zum Teil permanentem Verlust der Lebensgrundlage von zwei der Landwirte und ein Agrarbetrieb; Landnutzungseinschränkungen während der Kabelverlegung; zeitbegrenzte Zunahme der Verkehrsrisiken für die Bevölkerung; Arbeitsrisiken u.a. durch Staub, Arbeiten mit schweren Geräten und elektrische Arbeiten sowie begrenzte Auswirkungen auf Biodiversität im Zusammenhang mit sensitiven Habitaten nah am südlichen Teil vom Projektgebiet und Kollisionsrisiko mit der Freileitung. Menschenrechtsverletzungsrisiken sind in der Lieferkette von PV-Modulen möglich. Eine ESIA, ein Umwelt- und Sozial-Management Plan (ESMP), ein Stakeholder-Engagement-Plan (SEP) und ein Land Acquisition and Livelihood Restoration Plan (LRP) wurden erstellt. ESM wird alternative Weideflächen für die betroffenen Landwirten bereitstellen, technische Lösungen für kombinierte PV-Anlagen und Tierhaltung untersuchen und Kompensationen zahlen, falls diese nicht machbar ist. Transparenz in der PV-Lieferkette wird verlangt und eine Verpflichtungserklärung zur Vermeidung von Zwangsarbeit eingeholt. - Im Vorhaben "WPP Bogdanci II" wird ein bestehender WPP mit sechs Windturbinen erweitert. Keine physische oder wirtschaftliche Umsiedlung ist erwartet. Die nächste Siedlung liegt 3,4 km entfernt, sodass Auswirkungen auf die Bevölkerung sich auf solche in Verbindung mit einer zeitlich begrenzten Zunahme von Schwerlasttransporte beschränken. Das Projektgebiet liegt außerhalb von Schutzgebieten, nahe einem Important Plant Area und Emerald-Gebiet. Potenzielle Auswirkungen betreffen die Zerstörung und Fragmentierung von Habitaten gefährdeter Pflanzen- und Reptilienarten sowie Amphibienlebensräume während der Bauphase. In der Betriebsphase sind negative Effekte auf Fledermäuse und Vögel möglich. Arbeitssicherheitsrisiken verbunden mit Arbeit in Grüben, in der Höhe, mit Schwergeräten und elektrische Arbeiten sind möglich. ESIA, ESMP und SEP wurden erstellt. Nach der Inbetriebnahme wird ein Vogel- und Fledermausmonitoring durchgeführt und die Mitigationsmaßnahmen ggf. entsprechend angepasst. Für jedes der drei Vorhaben hat die KfW mit EMS einen "Environmental and Social Commitment Plan (ESCP)", welcher die Aktionen zur Umsetzung der Mitigationsmaßnahmen erfasst.
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