Energieeffizienz Siedlungswasser (Netzoptimierung)
Der King-Abdallah-Kanal (KAC) führt Wasser vom nördlichen bis zum südlichen Jordantal, das sowohl der Trinkwasserversorgung als auch Bewässerungszwecken dient. Das hohe Alter und der schlechte Zustand des KAC, aber auch unautorisierte Entnahmen, tragen zu erheblichen Wasserverlusten entlang des Kanals bei, während gleichzeitig das Wasser in Jordanien immer knapper wird und teure neue Ressourcen, v.a. durch die energieintensive Entsalzung von Meer- und Brackwasser, erschlossen werden müssen, um den Wasserbedarf des Landes mittelfristig zu decken.
Im Rahmen des Vorhabens soll daher der nördliche Abschnitt des KAC auf voller Länge von 65 km rehabilitiert sowie ergänzende Ausrüstungsgegenstände für Betrieb und Wartung beschafft werden. Ein paralleles Investitionsvorhaben der Europäischen Investitionsbank konzentriert sich hingegen auf den südlichen Abschnitt des KAC.
Ziel des FZ-Vorhabens ist es dabei, Wasserverluste zu reduzieren und die verfügbare Trinkwassermenge für Irbid und Amman zu erhöhen. Damit soll der Bedarf für die kosten- und energieintensive Nutzung alternativer Ressourcen gemindert und ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel geleistet werden, indem die knappen Wasserressourcen Jordaniens geschützt werden.
Die Zielgruppe ist zum einen die Bevölkerung in den Großregionen Amman und Irbid, die von einer gesicherten Wasserversorgung profitiert. Zum anderen profitieren die öffentlichen Wasser-versorgungsunternehmen sowie die Water Authority Jordan (WAJ), da sie die Trinkwasserver-sorgung durch die zusätzlichen Wassermengen aus dem KAC insgesamt kostengünstiger bestreiten können und in geringerem Maße entsalztes Wasser benötigen.
Projektträger ist die dem jordanischen Wasserministerium (Ministry of Water and Irrigation, MWI) nachgeordnete Behörde Jordan Valley Authority (JVA).
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Projekt wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" eingeordnet und kann potenziell leicht moderate negative Auswirkungen auf die Umwelt und die sozialen Bedingungen haben. Mögliche negative Auswirkungen beschränken sich voraussichtlich auf den Bereich des jeweiligen direkten Projektgebietes und sind in den meisten Fällen reversibel. Sie werden auf der Grundlage von Standardansätzen und bewährten Verfahren gemindert. Außerdem muss sichergestellt werden, dass während der Rehabilitierung des Kanals die Wasserversorgung durch den Kanal weiter sichergestellt wird. Typische Umweltauswirkungen, die während der Bauphase des Projekts zu erwarten sind, betreffen die z.B. Lärmentwicklung und Verschlechterung der Luftqualität, sowie mögliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt wie den Verlust von Vegetationsfläche, Umweltverschmutzungen und Anfall von Abfällen. Soziale Auswirkungen umfassen Auswirkungen im Zusammenhang mit Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sowie Arbeitsbedingungen. Außerdem kann es auf einer begrenzten Fläche am Rand des Kanals zu temporären Einschränkungen der landwirtschaftlichen Produktion kommen. Zudem kann es Auswirkungen durch die temporäre Sperrung von Brücken und die Unterbrechung der Wasserversorgung durch quer zum Kanal liegende Leitungen kommen. Um diese Auswirkungen zu erfassen, wird eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie nach internationalen Standards durchgeführt und ein Umwelt- und Sozialmanagementplan mit Maßnahmen zur Reduzierung der Auswirkungen wird erstellt. Die Bevölkerung im Projektgebiet wurde informiert, angehört und beteiligt. Der bestehende staatliche Beschwerdemechanismus "At Your Service" wird im Projektgebiet bekannt gemacht und für das Vorhaben genutzt werden, ergänzt durch einen Beschwerdemechanismus für Arbeiter.
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