Biodiversität und nachhaltige lokale Entwicklung in Georgien
Ziel des Vorhabens ist, das Schutzgebietsnetzwerk und die multifunktionale Forstwirtschaft als Kernelemente eines großräumigen Landschaftsschutzes zu stärken und damit zur nachhaltigen Entwicklung strukturschwacher Regionen in Georgien beizutragen. Damit soll die Biodiversität besser geschützt, die Integrität von Ökosystemen erhalten und die nachhaltige Erbringung ihrer ökosystemarer Dienstleistungen sichergestellt werden.
Im Rahmen des Vorhabens soll die Agency for Protected Areas (APA) dabei unterstützt werden, neue Schutzgebiete einzurichten und bestehende besser zu verwalten. Dabei soll vor allem die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen durch die lokale Bevölkerung in den Schutzgebieten und ihren Pufferzonen ("support zones") gemeinsam mit den Nutzergruppen geplant und nachhaltig ausgerichtet werden. Ein weiterer Fokus wird auf die Entwicklung von Ökotourismus-Angeboten im Umfeld von ausgewählten Naturdenkmälern gelegt.
In der autonomen Provinz Adscharien soll die Forstverwaltung ("Adjara Forest Agency" (AFA)) dabei unterstützt werden, ein modernes Forstwirtschaftskonzept umzusetzen, bei dem erstmals ausgebildete Waldarbeiter den Holzeinschlag gemäß moderner Forstmanagementpläne vornehmen sollen. Damit soll die derzeitige, nicht nachhaltige Praxis abgelöst werden, bei der die Privatleute selbst den Einschlag vornehmen ("social cutting").
Zielgruppe des Vorhabens ist die ländliche Bevölkerung in den Anrainergemeinden der priorisierten Schutzgebiete sowie der Waldgebiete Adschariens, die auf die Versorgung mit Feuerholz angewiesen sind.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben wurde in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie B+ eingestuft. Die Risikoeinstufung ergibt sich aus den möglichen Umwelt- und Sozialrisiken, die sich durch evtl. Einschränkungen bestehender Land- und Nutzungsrechte und -praktiken, Verfahrens- und Verteilungsgerechtigkeitsaspekte bei Landnutzungsplanung oder auch durch Arbeitssicherheits- und technische Umweltschutzaspekte bei kleineren Bauvorhaben ergeben können. Aufgrund der Risikoeinstufung wurde eine vertiefte Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung erforderlich, die neben der Erarbeitung von Risikovermeidungs- und managementmaßnahmen auch Kompensationen für Nutzungsrestriktionen, Bürgerbeteiligung bei Landnutzungsplanung und die Etablierung eines niedrigschwelligen Beschwerdemechanismus umfasst. Dem Programmcharakter des Projektes entsprechend werden etwaige Umwelt- und Sozialrisiken über ein Environmental and Social Management Frameworks (ESMF) sowie ein Process Frameworks (PF) bzw. Community Engagement and Planning Frameworks (CEPF) gemäß der für das Projekt einschlägigen Standards der KfW Nachhaltigkeitsrichtlinie (u.a. WB ESS, ILO Kernarbeitsnormen, IFC General und sektorspezifische EHS Guidelines, VGGT) und durch lokal-spezifische Managementpläne auf der Gemeindeebene adressiert. Die Umsetzung entsprechender Vermeidungs- Minderungs- und Ersatzmaßnahmen ist mit dem Projektträger vertraglich fixiert und wird durch einen internationalen Implementierungsconsultant nachgehalten.
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