Beschäftigungsintensive Wartung und Instandhaltung im öffentlichen Raum (Phase II: Öffentliche Schulen, in Jordanien)

Die jordanische Regierung schätzt, dass sich rund 1,3 Millionen der 6,7 Millionen syrischen Flüchtlinge in Jordanien aufhalten. Im September 2023 waren rd. 650.000 (rd. 50% Kinder) beim UNHCR registriert. Hinzu kommen Palästina-Flüchtlinge und Geflüchtete aus anderen Ländern, wie dem Irak, Jemen, Sudan oder Somalia. Die Mehrheit der Flüchtlinge in Jordanien wohnt nicht in Lagern, sondern in aufnehmenden Gemeinden, wobei die größte Anzahl syrischer Flüchtlinge in den nördlichen Gouvernements leben.

Der jordanische Arbeitsmarkt war bereits vor dem Ausbruch des Syrienkrieges von strukturellen Problemen gekennzeichnet. So bleibt die Arbeitslosigkeit auf einem hohen Niveau, auch wenn sich die Wirtschaft 2021 von der Covid-19 Krise erholen konnte. Es fehlt an Einkommensmög-lichkeiten sowohl für vulnerable Jordanier/-innen als auch für Flüchtlinge. Diese Entwicklungen führen zu zunehmenden Spannungen zwischen und innerhalb von Bevölkerungsgruppen.

Im Hinblick auf den Bildungssektor gilt, dass bereits vor der Syrienkrise rd. 400 Schulen im Dop-pelschichtbetrieb betrieben wurden. Das hohe Flüchtlingsaufkommen als Folge der Syrienkrise hat diese Situation verschärft. Laut UNHCR sind 50 % der Flüchtlinge unter 17 Jahre alt. Die Le-bensdauer der Schulen verkürzt sich durch die Übernutzung erheblich. Dieser Effekt wird dadurch verschärft, dass Jordanien nicht über ein funktionierendes Reinigungs-, Wartungs- und Instand-haltungssystem für öffentliche Schulen verfügt. Die Folge ist, dass sich die Schulen bereits weni-ge Jahre (manchmal Monate) nach Inbetriebnahme in einem schlechten Zustand befinden.

Durch die Schaffung von kurzfristigen Beschäftigungsmöglichkeiten für bis zu 12.000 Begünstigte soll das Vorhaben dazu beitragen, die Lebensbedingungen bedürftiger syrischer Flüchtlinge und Jordanier/-innen sowie das Lernumfeld an bis zu 390 öffentlichen Schulen in Jordanien kurzfristig zu verbessern. Das Projekt hat eine Laufzeit von 60 Monaten.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Vorhaben "UNOPS Jordanien: Beschäftigungsintensive Wartung und Instandhaltung im öffentlichen Raum, Phase II: Öffentliche Schulen, in Jordanien, BMZ-Nr. 2020.4057.4" zielt auf die Finanzierung von arbeitsintensiven, kleinteiligen Reinigungs- und Renovierungsarbeiten an öffentlichen Schulen in Jordanien ab. Dabei sollen kurzfristige Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden. Auf Grundlage von Erfahrungen aus ähnlichen Projekten und aufgrund der Art der geplanten Maßnahmen an bestehenden Schulgebäuden wird das Vorhaben als Kategorie B (USVP: B) eingestuft. Das heißt, es bestehen überschaubare, potenziell geringe, negative Auswirkungen oder Risiken, die in der Regel auf den Standort des Vorhabens begrenzt und mit Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik bzw. mit Standardlösungen minderbar sowie zeitlich begrenzt sind. Für die konkrete Maßnahme sind im Wesentlichen Risiken des Baustellenbetriebs zu erwarten. Diese sind unter anderem Arbeitssicherheit, Absicherung der Baustelle und Zufahrt, Beeinträchtigungen des Schulbetriebs durch Lärm, Staub und Bauabfälle sowie mögliche Beeinträchtigungen der Schüler/-innen, Lehrerpersonal und Anwohner/-innen. Weitere für das Vorhaben spezielle Punkte sind sozialen und kulturellen Ursprungs. Durch UNOPS wurde bereits ein vorhabenspezifischer Environmental and Social Management Plan (ESMP) erstellt. Dieser wurde mit der KfW abgestimmt, geht auf die Kleinbaustellen und die vorhabenspezifischen kulturellen und sozialen Herausforderungen sowie auf die allgemeinen Risiken ein und gibt außerdem geeignete Maßnahmen zur Prävention vor. Die Umsetzung der USVP-Vorgaben wird durch UNOPS' eigene Bauüberwachung (Ingenieure/Ingenieurinnen und Feldkoordinatoren/Feldkoordinatorinnen), den/die OHS-Spezialisten/-in sowie die Communication and Outreach Officer kontinuierlich überwacht und gegebenenfalls nachgehalten und durch Schulungen ergänzt. Ein Beschwerdeverfahren, das über verschiedene Medien den direkten und indirekten Projektbeteiligten und Betroffenen Gehör verschafft, ist etabliert.

Land / Region / Institution Jordanien
Nummer 42337
Schwerpunkt Friedensentwicklung und Krisenprävention
Sektor 16010 - Soziale Sicherung
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 40,5 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner UNITED NATIONS FOR PROJECT SERVICES (UNOPS)
Zuständige Abteilung Nahost, Afghanistan und Pakistan

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