Beitrag zum Wiederaufbau von Basisdienstleistungen in von Konflikt betroffenen Gebieten in Nordäthiopien II (VPT)
Das Ziel des Vorhabens ist der Wiederaufbau von Basisdienstleistungen, insbesondere der Wasserinfrastruktur, sowie die Unterstützung bei der individuellen Konfliktbewältigung um dadurch zu einer Stärkung der Resilienz von vulnerablen Bevölkerungsgruppen, Gemeinschaften und Systemen in den vom Konflikt betroffenen Gebieten in Nordäthiopien beizutragen. Die systematische Zerstörung und Plünderung von Basisinfrastruktur während des zwei Jahre andauernden Konflikts hatte immense finanzielle Schäden in den betroffenen Sektoren Wasser, Gesundheit und Bildung zur Folge. In der Projektregion sind die Schäden an den Wasserversorgungssystemen umfangreich, sodass die angeschlossenen Schulen und Gesundheitseinrichtungen nur noch eingeschränkt funktionsfähig sind. Die staatlichen Wasserversorger verfügen jedoch nicht über ausreichende Kapazitäten, um die Instandhaltung und den Wiederaufbau der Infrastruktur zu gewährleisten. Im Rahmen des Vorhabens stellt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Mittel zur Verfügung, um über UNICEF in den Projektregionen Amhara, Afar und Tigray u.a. Maßnahmen zur Stärkung der Kapazitäten der Regionalbüros der Wasserversorger und zum Bau von Wasserversorgungsanlagen durchzuführen. Bis zu 550.000 Menschen im Einzugsgebiet der ausgewählten Wasserversorger profitieren von diesem Projekt. Zwei Zielgruppen sind besonders zu beachten: Mädchen und junge Frauen, deren Menstruationsgesundheit und Hygiene konfliktbedingt eingeschränkt ist, sowie Mitarbeiter der Wasserversorger, die konfliktbedingt unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, werden unterstützt. Daher werden zum einen u.a. Menstruationsgesundheitsclubs eingeführt und zum anderen psychosoziale Unterstützungsleistungen angeboten, um die Teilhabemöglichkeiten am Berufsleben zu verbessern.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Das Vorhaben finanziert Rehabilitierungsmaßnahmen mit ausgewählten Wasserversorgern, bei denen insbesondere elektromechanische Teile erneuert und ggf. auch kleinere Baumaßnahmen durchgeführt werden. Hinzu kommen kleinere Rehabilitierungsmaßnahmen in Schulen und/oder Gesundheitsstationen, die mit den Wasserversorgern verbunden sind. Die Umwelt- und Sozialrisiken und zu erwartenden Auswirkungen des Vorhabens sind überwiegend moderat, temporär und auf den Projektstandort begrenzt (Kategorie B) und mit Standardmaßnahmen und guter fachlicher Praxis zu adressieren. Zu diesen Maßnahmen, deren Durchführung dem Träger obliegt, gehört auch die Einrichtung eines Beschwerdemechanismus. Über besondere Vorkommnisse mit Umwelt- und Sozialbezug ist der KfW unverzüglich zu berichten. Im weiteren Vorbereitungs- und Umsetzungsprozess durch UNICEF werden für alle Projektstandorte weitere Screenings nach Vorgabe der KfW/UNICEF SOPs durchgeführt. Sollten hierbei erhöhte Risiken, z.B. durch Kampfmittel identifiziert werden, kann die Kategorisierung entsprechend angepasst werden. In der Folge würde von den Projektpartnern ein Nachweis eingefordert werden, dass Vorkehrungsmaßnahmen für den sicheren Umgang mit Kampfmitteln getroffen werden.
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