Aufstockung des Eigenkapitalbetrags Togos an der African Trade Insurance
Kernproblem:
Um eine nachhaltige Entwicklung des Privatsektors in Togo zu erreichen, müssen vor allem Investitionen von in- und ausländischen Investoren steigen. Vielfältige politische und kommerzielle Risiken, gepaart mit einer zunehmenden Risikoaversion (z.T. verursacht durch die Covid-19 Pandemie), führen allerdings zu einer erhöhten Investitionsunsicherheit in Togo. Die African Trade Insurance Agency (ATI) stellt bedarfsgerechte Versicherungen gegen politische und kommerzielle Risiken zur Verfügung. ATI ist eine pan-afrikanische Versicherungsagentur für Afrika mit Hauptsitz in Nairobi, die mehrheitlich ihren Mitgliedsländern gehört und von ihnen gemeinschaftlich verwaltet wird. In Togo wird die zukünftige Nachfrage nach Versicherungen von ATI allerdings mangels ausreichender Eigenkapitalhinterlegung Togos bei ATI zeitnah nicht mehr bedient werden können. Darunter leidet insbesondere die Entwicklung von Handel und Investitionen im Privatsektor.
Modulziel:
Beitrag zur Steigerung von internationalem Handel und in- und ausländischen Investitionen in Togo mit Fokus auf den Privatsektor.
Wesentliche Outputs:
Erhöhung der Risikotragfähigkeit bei der ATI für zukünftige Absicherungen von Handels- und Investitionstransaktionen in Togo.
Zielgruppe:
Unmittelbare Zielgruppe des Vorhabens sind inländische Unternehmen und sonstige nationale und internationale Wirtschaftsakteure des Privatsektors, (kommerzielle) Banken, Entwicklungsfinanzinstitutionen, Importeure und Exporteure, Projektentwickler etc.
Die mittelbare Zielgruppe umfasst lokale Bevölkerung und KKMUs, welche von den Maßnahmen profitieren, die mit den abgesicherten Investitionen zusammenhängen, wie z.B. durch Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in Togo oder die Erhöhung der Kaufkraft.
Beitrag zur nationalen Umsetzung der Agenda 2030:
Das FZ-Modul weist Bezüge zu mehreren Zielen der Agenda 2030 (Sustainable Development Goals, SDGs) auf. Ein Beitrag wird insbesondere zu den SDGs 1, 8, 9 und 17 geleistet.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Die African Trade Insurance (ATI) wurde 2001 von afrikanischen Staaten gegründet, um die Handels- und Investitionsrisiken von Unternehmen abzudecken, die in Afrika tätig sind. Sie bietet vor allem die Versicherung politischer Risiken, Kreditversicherungen und Kautionsversicherungen an. Durch die von der KfW finanzierte Mitgliedschaft Togos können Kredit- und Investitionsrisiken abgesichert und privates Kapital mobilisiert werden. Das Vorhaben wurde in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie FI/A eingestuft. Die Einstufung in diese Risikokategorie trägt dem Umwelt- und Sozialrisikoprofil des ATI-Gesamtportfolios Rechnung, von dem sich die geplante Aufstockung des Eigenkapitalbeitrags Togos nicht vollständig abgrenzen lässt und das sich durch die Absicherung kapitalintensiver Projekte u.a. im Bereich Öl und Gas, Bergbau und Infrastruktur auszeichnet. Obwohl die Mehrheit der abzusichernden Transaktionen moderate U&S Risiken bei begrenzten Laufzeiten unter 2 Jahren betrifft, können hohe umwelt- und sozialrelevante Risiken in Verbindung mit versicherten Projekten nicht ausgeschlossen werden, die indigene Völker, Umsiedlungen, Auswirkungen auf die biologische Vielfalt oder allgemein Projekte mit einem großen ökologischen Fußabdruck betreffen können. Diese U&S Risiken können durch die Anwendung des Umwelt- und Sozialmanagement Systems (USMS) der ATI angemessen gesteuert werden, welches die Anwendung der IFC Performance Standards vorsieht. Bei der vertieften Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung wurden Lücken zu den Anforderungen der KfW Entwicklungsbank identifiziert, welche über vertragliche Vereinbarungen geschlossen werden im Rahmen einer Überarbeitung des USMS durch externe Experten geschlossen werden. Entsprechend werden die KfW-Anforderungen an die Versicherungskunden weitergeleitet und deren Umsetzung von ATI überwacht. Die KfW-Ausschlussliste kommt zur Anwendung, ausgeschlossen von einer Förderung durch KfW Mittel sind u.a. Projekte zur Exploration und Förderung fossiler Brennstoffe (Öl und Kohle). In der Umsetzung erfolgt eine mindestens jährliche Berichterstattung an die KfW zu der Entwicklung der Umwelt- und Sozialleistung der ATI.
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