Anpassung an den Klimawandel in der Trockenzone Guatemalas (corredor seco)
Guatemala, als Teil des Isthmus zwischen Nord- und Südamerika mit Küsten am Atlantik und Pazifik, ist, wie die gesamte Region Zentralamerika, den Wetterextremen beider Ozeane ausge-liefert. Zusammen mit Honduras und Nicaragua war das Land deswegen unter den "top ten" im Long-Term Climate Risk Index (CRI) von German Watch für 1994 bis 2013 gelistet. Inzwischen ist Guatemala nicht mehr unter den "top ten" (Index 1997-2016). In der sog. Trockenzone des Landes ("corredor seco"), wo sich auch Teile der ärmsten Bevölkerung konzentrieren, wirken sich schon jetzt Dürreperioden und Extremregenfälle mit augenscheinlich zunehmender Häufig-keit katastrophal auf die Lebenssituation der Zielgruppe aus. Die für die Region (El Salvador, Guatemala, Honduras) vorliegenden Prognosen gehen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von einem starken Temperaturanstieg, begleitet von einer massiven Ausdehnung der Dürreperioden bis 2100, aus, was die Trockengebiete Guatemalas naturgemäß besonders treffen wird. Die Zielgruppe ist diesen Klimaschocks insbesondere wegen der praktizierten unangepassten Landnutzung und mangelndem Zugang zu Technologie in Verbindung mit ihrer Armut besonders ausgesetzt (Kernproblem). Deshalb soll die Zielgruppe im Rahmen des Vorhabens in die Lage versetzt werden, ihre Produktivsysteme und das Management von Böden, Wald und Wasser zur Anpassung an den Klimawandel zu verbessern (Projektziel). Damit leistet das Vorhaben einen Beitrag dazu, dass die Partnerorganisationen den Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen verbessern unter Berücksichtigung der Folgen des Klimawandels für benachteiligte Bevölkerungsgruppen (Ziel der deutschen EZ). Das Vorhaben wird in den De-partamentos Baja Verapaz (Munizipien San Miguel Chicaj, Rabinal und Cubulco), El Progreso (Munizipien San Agustín de Acasaguastlán und Morazán) und Zacapa (Munizipien Huité, San Diego und Cabañas) in Form eines offenen Programms durchgeführt. Indirekt werden durch positive Umweltwirkungen bis zu 120.000 Einwohner in den einbezogenen Munizipien erreicht. Direkt von den Maßnahmen werden bis zu 10.000 Familien (50.000 Einwohner) erreicht. Die Gesamtkosten des offenen Programms werden vorläufig auf 24,6 Mio. EUR geschätzt, 9 Mio. EUR Zuschuss aus FZ, 12,9 Mio. EUR werden aus dem nationalen Haushalt bereitgestellt und die Zielgruppe erbringt Eigenleistungen in Höhe von 2,7 Mio. EUR.
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