Alternative Finance for Women and Green Entrepreneurs (AFE)

Im Westbalkan, der östlichen und südlichen europäischen Nachbarschaftsregion der EU sowie in der Türkei leiden kleinste, kleine und mittelgroße Unternehmen ("KKMU") an eingeschränkten Finanzierungsmöglichkeiten. Von Frauen gegründete oder geführte Unternehmen sowie innovative Unternehmen (bspw. im Bereich der Klimatechnologie) sind davon besonders betroffen.

Das Vorhaben zielt auf eine Verbesserung der Finanzierungssituation der Zielgruppe von KKMU durch die Stärkung von (alternativen) Finanzdienstleistern mittels der Bereitstellung von Garantien. Die Gewährung von Garantien an Finanzdienstleister verringert deren Risiko und soll somit die Zurverfügungstellung von Finanzierungsmöglichkeiten an die KKMU stimulieren. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf Unternehmen, welche die 2X-Kriterien zur Förderung von Frauen erfüllen und welche in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und E-Mobilität aktiv sind.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird im ersten Schritt ein speziell dafür gegründeter Fonds namens "Supporting Alternative Finance for Entrepreneurs (SAFE) Fund SCSp, SICAV-RAIF", welcher gleichzeitig der Projektträger ist, mit Treuhandmitteln in Höhe von 25 Mio. Euro kapitalisiert. Der Fonds nutzt diese Mittel zur Vergabe von Garantien an Finanzdienstleister. Perspektivisch soll durch eine von der KfW zur Verfügung gestellte Garantie an den Fonds (abgesichert durch die EU) die Garantiekapazität des Fonds weiter erhöht werden.

Vorgesehene konkrete Maßnahmen sind die Identifizierung von förderungswürdigen (alternativen) Finanzdienstleistern in der Zielregion (Westbalkan, östlichen und südliche EU-Nachbarschaftsregion sowie Türkei), die Verhandlung und der Abschluss von Garantieverträgen mit diesen Finanzdienstleistern, die Sicherstellung, dass gewährten Garantien zu Gunsten der Zielgruppe von KKMU verwenden werden sowie die Erhebung von erreichten Wirkungen hinsichtlich Beschäftigung und Klima.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Vorhaben wurde als FI/B+ kategorisiert, was auf ein moderates Umwelt- und Sozialrisiko der möglichen Endkredite hinweist. Grundsätzlich können mindestens allgemeine Umwelt- und Sozialrisiken im Zusammenhang mit dem potenziellen Portfolio des AFE identifiziert werden, darunter Umweltrisiken (wie Luft/Gewässer/Bodenverschmutzung), soziale Risiken (wie Einschränkungen und Störungen während potenziellen Bauphasen) oder Arbeitssicherheitsrisiken. Zusätzlich können spezifische weitere Risikofelder hinzukommen, wie beispielsweise Umsiedlungen, Biodiversität, Schutzgebiete, Kulturgüter etc. Des Weiteren besteht auf Ebene der Finanzdienstleister das Risiko eines unzureichenden Umwelt- und Sozialmanagements, unzureichende Praktiken zum Schutz der Endkunden (Responsible Finance/Client Protection) und Governance-Risiken (wie Bestechung und Korruption). Für den Garantiefonds AFE muss eine geeignete Fondsstruktur erstellt werden, inklusive ausreichender Kapazitäten für die Koordination und Qualität des Umwelt- und Sozialbewertungs- und Managementprozesses. Es muss ein Umwelt- und Sozialmanagementsystem (ESMS) entwickelt werden, das geeignete Vorgaben für das Risiken- und Wirkungsmanagement enthält, Prozesse zur Identifizierung der und den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken leitet, so dass Umwelt- und Sozialrisiken angemessen in den gesamten Investitionsprozess integriert werden. Dazu gehören auch entsprechende Vorgaben des Monitorings der Finanzdienstleister. Zudem wird der Fondsmanager verpflichtet der KfW regelmäßig über die Entwicklung des Portfolios des AFE, sowie über die Umsetzung und Änderungen des ESMS' Bericht zu erstatten und besondere Vorkommnisse unverzüglich zu melden. Darüber hinaus besteht die Anforderung auf Ebene des AFE, als auch auf Ebene der Finanzdienstleister und ggf. der Endkreditnehmer einen Beschwerdemechanismus einzurichten.

Land / Region / Institution Middle East North Africa NA
Nummer 61309
Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzsektor
Sektor 24040 - Informelle und halbformelle Finanzintermediäre
USV-Kategorie FI/B+
Finanzierungsinstrument Treuhandbeteiligung
Weitere Geber European Commission (EC)
Deutscher Finanzierungsbeitrag 25 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner SUPPORTING ALTERN. FINANCE FOR ENTREPRENEURS (SAFE) FUND SCSP
Zuständige Abteilung Beteiligungen

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