Agrarökologische, klimaresiliente und beschäftigungsfördernde Landwirtschaft in Mali

Kernproblem:
Die geringe landwirtschaftliche Produktivität verbunden mit grundsätzlichen strukturellen Probelmen, wie der starken Degradation der genutzten Flächen, steigenden Produktionskosten (Betriebsmittel und Kraftstoffe), geringem (Aus-)Bildungsniveau und negativen Auswirkungen des Klimawandels. Zusätzliche bedrohen externe Schocks, wie die internationale Ernährungskrise infolge des Ukrainekrieges, die Ernährungssicherheit der malischen Bevölkerung.

Modulziel:
Das Vorhaben zielt darauf ab, durch den Bau oder die Rehabilitierung von Kleinbewässerungsanlagen und begleitender Landwirtschaftsinfrastruktur sowie durch vielfältige Beratungsmaßnahmen die Ernährungs- und Einkommenssituation der ländlichen Bevölkerung Malis zu verbessern. Dabei werden auch Themen der agrarökologischen Erzeugung und Diversifizierung, sowie der nachhaltigen Inwertsetzung und Instandhaltung forciert.

Wesentliche Outputs:
In einer Pilotkomponente führt das Vorhaben Maßnahmen einer zielgruppennahen und praxisorientierten Berufsausbildung ein. Durch Einbindung lokaler, öffentlicher und privater Ausbilder, wird die berufliche Ausbildung von Frauen und jungen Menschen verbessert, die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Zielregion ausgeweitet und die Nachhaltigkeit der Investitionsmaßnahmen erhöht.

Zielgruppe:
Zielgruppe sind bis zu 1.800 kleinbäuerliche Haushalte mit bis zu 20.000 Personen, vor allem Kleinbauernfamilien und Kleinunternehmer des Agrarsektors, mit einem expliziten Fokus auf Frauen und junge Menschen.

Land / Region / Ort:
Umsetzung erfolgt in den Regionen Bougouni und Koulikoro (Cercle de Kati).

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Projekt wurde gemäß der KfW-Nachhaltigkeitsrichtlinie in die Umwelt- und Sozialrisikokategorie "B" eingeordnet und kann potenziell moderate negative Auswirkungen auf die Umwelt sowie die sozialen Bedingungen haben. So kann es u. a. zu Boden- und Gewässerbelastungen durch Abfälle auf den zahlreichen Kleinbaustellen kommen, aber auch durch unsachgemäßen Einsatz von Düngemitteln. Bei der Anlage und Nutzung von Brunnen für die Gemüseanbauflächen ist auf die Vermeidung einer Übernutzung von Grundwasserleitern zu achten. Beim Bau von Kleinbewässerungsanlagen, Lagerhäusern und Pisten ist mit den für Kleinbaustellen üblichen Arbeitssicherheitsrisiken (Verletzungen, Lärm, Staub) zu rechnen. Darüber hinaus kann der Bau von Kleinstaudämmen eine stärkere Verbreitung von Mücken und von ihnen übertragenen Krankheiten (v.a. Malaria) zur Folge haben. Da die Einzelmaßnahmen und genauen Projektstandorte erst im Laufe der Durchführung ausgewählt und konkretisiert werden, wurde ein Umweltrahmenplan (Cadre de Gestion Environnementale et Sociale - CGES) erstellt. Dieser berücksichtigt sowohl nationale Umwelt- und Sozialstandards als auch die Anforderungen der KfW und gibt das prinzipielle Vorgehen beim Umwelt- und Sozialmanagement bei den Subprojekten (Standorten) bzw. den Maßnahmen vor. Er enthält neben der Analyse der Umwelt- und Sozialrisiken auch eine Beschreibung des Beteiligungsprozesses, einen Beschwerdemechanismus für Bevölkerung und Arbeiter sowie einen generischen Umwelt- und Sozialmanagementplan (Plan de Gestion Environnementale et Sociale - PGES), der für die einzelnen Standorte spezifisch angepasst wird. Neben dem Landwirtschaftsministerium ist auch das Umweltministerium an der Auswahl der Projektstandorte beteiligt. Dadurch wird sichergestellt, dass keine - aus Umwelt- und Naturschutzaspekten - besonders schützenswerten Flächen für das Programm genutzt werden. Vor Auswahl und Konkretisierung jedes Einzelprojektes (Projektstandorts) erfolgt für jedes Einzelprojekt eine Risikoklassifizierung (Screening), auf Basis derer entschieden wird, ob eine detaillierte Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie (Etude d'Impact Environnemental et Social - EIES) oder aber eine sogenannte Notice dImpact Environnemental et Social (NIES; eine weniger detaillierte Version der EIES) zu erstellen ist. Diese Studien liefern dann konkrete Informationen zu den standortspezifischen Risiken und machen Vorgaben zu geeigneten Minderungsmaßnahmen (s.u.). Au Basis dieser Studien wird für jedes Einzelprojekt (Projektstandort bzw. Gemeinde) ein standortspezifischer Maßnahmenplan (Plan de Gestion Environnementale et Sociale - PGES) erstellt. Diese standortspezifischen PGES beinhalten geeignete Minderungs-, Überwachungs- und institutionelle Maßnahmen, um nachteilige Umwelt- und Sozialauswirkungen während der gesamten Programmlaufzeit auf ein akzeptables Maß zu begrenzen und eventuell nicht vermeidbare Auswirkungen zu kompensieren. Der Projektträger ist für die Erstellung und Umsetzung der PGES verantwortlich und wird dabei durch einen internationalen Consultant unterstützt.

Land / Region / Institution Mali
Nummer 55040
Schwerpunkt Ernährung und Landwirtschaft
Sektor 31140 - Landwirtschaftliche Wasserressourcen
USV-Kategorie B
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 10 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner MINISTÈRE DE L'AGRICULTURE
Zuständige Abteilung Nordafrika und Sahel

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