Abwasser Lake Victoria
Der Viktoriasee, die bedeutendste Süßwasserreserve in Ostafrika, ist im Zuge des steigenden Bevölkerungswachstums und der voranschreitenden Verstädterung zunehmend bedroht von Verschmutzung durch die Einleitung ungeklärter Abwässer in die Flüsse im Wassereinzugsgebiet. In vielen Städten im Wassereinzugsgebiet mangelt es an adäquater Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung.
Das Vorhaben soll zum einen durch die Verbesserung des Abwassermanagements einen Beitrag zum Schutz des Viktoriasees leisten und zum anderen den Zugang der Bevölkerung in ausgewählten Städten zu Sanitäreinrichtungen und Trinkwasserversorgung verbessern. Die geplanten Investitionsmaßnahmen des Vorhabens bestehen überwiegend aus Bauleistungen zur Rehabilitierung und Erweiterung bereits bestehender Wasserversorgungs- und /oder Abwasserentsorgungssystemen in den Städten Kericho, Kisii und Litein. Voraussichtlich rd. 94.000 Menschen werden Zugang zur leitungsgebundenen Wasserversorgung erhalten und ca. 30.000 Zugang zur leitungsgebundenen Abwasserentsorgung. Während die direkte Zielgruppe die urbane und peri-urbane Bevölkerung in den Städten Kisii, Kericho und Litein umfasst, profitieren indirekt auch die gesamte Bevölkerung des Einzugsgebiets des Viktoriasees von der verbesserten Abwassersammlung und -reinigung im Projektgebiet.
Das FZ-Modul schließt direkt an das inzwischen abgeschlossene Vorhaben "Entwicklung des Wasser- und Sanitätssektors - Lake Victoria South" an, in dessen Rahmen u. a. auch in Kisii, und Kericho bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung sowie der Ausbau der Kläranalage am Standort Kisii umgesetzt wurden.
Das Modul ist Teil der trilateralen Kooperation mit Israel. Von der israelischen Regierung wurden Trainings für Institutionen im Wassersektor in der Region durchgeführt.
Umwelt- und Sozialverträglichkeit
Die geplanten Investitionsmaßnahmen des Vorhabens "Abwassermanagement zum Schutz des Viktoriasees" bestehen überwiegend aus Bauleistungen zur Rehabilitierung und Erweiterung von bereits bestehenden Wasserver- und Abwasserentsorgungseinrichtungen in Kericho County. Es ist die Rehabilitierung und Erweiterung der bestehenden Abwasserreinigung in Kericho Town und der Bau einer Fäkalschlammbehandlungsanlage im 30 km entfernten Litein vorgesehen. Ergänzend werden an diesen Standorten die Wassernetze teilweise rehabilitiert und ausgebaut. In Kisii Town werden ebenfalls Bauleistungen zur Rehabilitierung und Erweiterung des Wassernetzes umgesetzt. Es werden sehr geringfügige Auswirkungen der Baumaßnahmen auf Bevölkerung und Umwelt erwartet. Das Vorhaben wurde daher der USVP-Kategorie "B" zugeordnet. Für das Vorhaben wurde für die Standorte im Rahmen der Vorentwurfsplanung jeweils eine Vorstudie zur Umwelt- und Sozialverträglichkeit erstellt. Die Einschätzungen zu den Hauptrisiken der Umwelt- und Sozialverträglichkeit basieren daher auf diesen Vorstudien. Als wesentliche Umweltrisiken wurde die Entstehung von Abfall und die potentielle Verschmutzung durch den Einsatz von Baumaschinen identifiziert. Als soziale Risiken wurde die Beschädigung oder Verlust von privaten, baulichen Einrichtungen im Bereich der geplanten Trassenführungen der Baumaßnahmen bewertet. Beide Risiken haben die Bewertung "niedrig bis mittel" erhalten. Als wesentliche Risiken, die den Betrieb der errichteten Anlagen betreffen, werden Verschmutzung der Umwelt durch unsachgemäßen Betrieb, Geruchsbelästigungen, die unsachgemäße Entsorgung von anfallenden Abfällen, das Eindringen von Schädlingen sowie die Gefahr von Verletzungen an den baulichen Anlagen identifiziert. Als Maßnahmen zur Minderung der genannten wesentlichen Umweltrisiken ist ein Environmental and Social Management Plan (ESMP) vorgesehen. Im Rahmen der Vorstudien wurden zudem die wesentlichen, von dem Vorhaben betroffenen Beteiligten identifiziert. Die Formate und Prozesse der Einbeziehung der betroffenen Beteiligten werden, ebenso wie die noch nicht behandelten Beschwerdemechanismen, in dem noch zu erstellenden Environmental and Social Impact Assessment (ESIA) definiert. Der Träger ist verantwortlich für die Entwicklung und Implementierung eines Beschwerdemechanismus. Für die Umsetzung aller USV Maßnahmen wird der Träger verpflichtet. Falls es zu erheblichen Nutzungseinschränkungen/Umsiedlungen oder Arbeiten in naturschutzfachlich wertvollen Gebieten kommt, ist nochmal Rücksprache zu führen, ggf. dann Hochstufung auf B+.
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