Meldung vom 12.04.2016 / KfW Entwicklungsbank
Deutschland fördert erneuerbare Energien in Mexiko
KfW sagt Kredite in Höhe von 220 Millionen Euro zu
Deutschland unterstützt Mexiko beim Ausbau erneuerbarer Energien und der Steigerung der Energieeffizienz mit drei Krediten in Höhe von insgesamt rund 220 Millionen EUR. Die Bedingungen für klimafreundliche Energien in Mexiko sind gut, aber es fehlt noch an passenden finanziellen Anreizen. Die drei Darlehen sollen diese Lücke schließen.
Die Verträge dazu haben Vertreter von zwei mexikanischen Entwicklungsbanken und der KfW am 11. April in Berlin im Rahmen eines zweitägigen Staatsbesuchs von Präsident Enrique Peña Nieto in Deutschland unterzeichnet.
Bisher setzt Mexiko neben den fossilen Energieträgern Erdöl und Erdgas vor allem auf Wasserkraft. Alle anderen alternativen Energieformen machen nur einen Anteil von etwa drei Prozent an der Stromproduktion aus. Das soll sich ändern, zumal das Land gute Voraussetzungen bietet: Der Nordosten Mexikos mit seinen starken und regelmäßigen Winden eignet sich für den Bau von Windparks. Die vulkanischen Gebiete im Zentrum des Landes eröffnen Möglichkeiten zum Ausbau von Geothermie. Und der Nordwesten, die Region im so genannten "Sonnengürtel", eignet sich hervorragend für Solarenergie, die Mexiko bisher nur zu einem geringen Teil nutzt.
Riesiges Potenzial für Solarkraft
Gerade mal zwei Solarkraftwerke liefern in Mexiko derzeit Strom. Der Grund für die noch geringe Nutzung der Sonnenkraft: Projektentwickler schätzen das finanzielle Risiko noch als zu hoch ein. Damit schnell neue Anlagen dazukommen, erhält die staatliche Entwicklungsbank Bancomext (Banco Nacional de Comercia Exterior) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein KfW-Darlehen von 80 Millionen Euro, das sie als zinsgünstige Kredite an Projektentwickler weiterreicht. Mit dieser Summe können Modell-Kraftwerke entstehen, die zeigen sollen, dass "Solarenergie in Mexiko technisch möglich und wirtschaftlich tragfähig ist", wie Stephan Opitz, Mitglied der Geschäftsbereichsleitung der KfW Entwicklungsbank, das Ziel beschreibt.
Mit einem weiteren Darlehen über 50 Millionen EUR an die ebenfalls staatliche Entwicklungsbank Sociedad Hipotecaria Federal verlängert die KfW im Auftrag des BMZ das staatliche Ökohaus-Programm "EcoCasa". Es läuft seit 2013, wurde mehrfach international ausgezeichnet und hat insgesamt fast 12.000 "grüne" Wohneinheiten für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen geschaffen. Wegen seines großen Erfolges – die Nachfrage übertraf die Erwartungen – erhält das Programm nun eine Neuauflage. Es werden wiederum Tausende energieeffizienter Häuser und Wohnungen entstehen, deren Energieverbrauch um mindestens 20 Prozent unter dem landesweiten Schnitt liegt.
Ehrgeiziger Klimaschutz
Ein dritter Vertrag zur Förderung alternativer Energien über 90 Millionen EUR ebenfalls an Bancomext ergänzt das Ganze zu einem größeren Kreditpaket von insgesamt rund 220 Millionen EUR. Über die beiden Entwicklungsbanken unterstützt die KfW Mexiko dabei, seine ehrgeizigen Ziele im Klimaschutz zu erreichen: Denn das Erdölland hat sich vorgenommen, seine Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts zu halbieren. Derzeit gehört es noch zu dem Dutzend Staaten mit dem höchsten Ausstoß an Kohlendioxid weltweit.
Außer in Solarkraft und Fragen höherer Energieeffizienz engagiert sich die KfW noch in der Windenergie und der energetischen Verwendung von Deponiegas. Private Projektentwickler erhalten dafür Zugang zu günstigen Krediten bei mexikanischen Entwicklungsbanken.
"Mexikos Potenzial auf diesem Gebiet ist nicht einmal annähernd ausgeschöpft", erklärt Stephan Opitz. "Mit unserem Engagement begleiten wir das Land auf seinem Weg zu einer Energiewende."
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