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Meldung vom 01.04.2021 / KfW Entwicklungsbank

In Pandemiezeiten: Hilfe für den tunesischen Mittelstand

Mitarbeiter eines Stickunternehmen bei Arbeiten an einer Stickmaschine
Mitarbeiter eines Stickunternehmen bei Arbeiten an einer Stickmaschine

Am 31. März haben die tunesische Regierung und die KfW Entwicklungsbank einen Vertrag über 25 Mio. EUR unterzeichnet: Empfänger der Zuschussmittel ist der Kreditgarantiemechanismus SARE ("Soutien et Appui à la Résilience des Entreprises"), um kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen, die durch den Covid-19-Schock in finanzielle Schieflage geraten sind. Viele tunesische Unternehmen sind durch einen akuten Rückgang von Nachfrage und Umsatz bedroht, rd. 60 % haben Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Der Übergang Tunesiens zur Demokratie bedeutet eine ehrgeizige Reformagenda seit der Revolution 2011. Bescheidene Wachstumssteigerungen und signifikante Haushaltsdefizite führen trotz der Reformen zu einer weiterhin fragilen wirtschaftlichen Lage. Die Wirtschaftsleistung und Auslandsinvestitionen steigen bisher zu gering, um ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen, die für die innere Stabilität und langfristige Entwicklung notwendig sind. In der Pandemie geht es nun darum, die Auswirkungen der Krise auf die Unternehmen abzumildern, um den Erhalt von Arbeitsplätzen – Tausende sind gefährdet – und eine schnellere anschließende Erholung zu ermöglichen.

Simone Cremer (KfW), Sven Neunsinger (KfW), Tahar Ben Hatira (SOTUGAR), Slim Tounsi (KfW) und Sonia Zoghlami (Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Investitionsförderung) bei der Unterzeichnung
v.l.n.r. Simone Cremer (KfW), Sven Neunsinger (KfW), Tahar Ben Hatira (SOTUGAR), Slim Tounsi (KfW) und Sonia Zoghlami (Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Investitionsförderung)

Der von Tunesien im März 2020 initiierte SARE-Mechanismus mit einem Volumen von knapp 61 Mio. EUR wird von der tunesischen Garantiegesellschaft SOTUGAR verwaltet. Die Aufstockung um 25 Mio. EUR wird weiteren Unternehmen helfen, durch die Krise zu kommen. Der Garantiemechanismus unterstützt über 17 Partnerbanken mit Kreditgarantien für Betriebsmittelkredite an Unternehmen. Die Kreditgarantien richten sich dabei an Unternehmen, die einen deutlichen Umsatzrückgang von mindestens 25 % zwischen 2019 und 2020 erlitten haben – und nur insofern dieser Rückgang in direktem Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie steht. Die garantierten Kredite können für die Deckung von Betriebskosten und Schuldentilgung verwendet werden, die für den Erhalt von Arbeitsplätzen und den Fortbestand der Unternehmen erforderlich sind. Dazu gehören sowohl Löhne und Mieten, aber auch Kosten für Wasser und Energie oder Telekommunikation. Über den Garantiemechanismus werden Kredite – zunächst – bis zum 31. Dezember 2021 gewährt.

Die Unternehmen müssen verschiedene Bedingungen für die Förderung erfüllen: Unter anderem müssen die Betriebe versichern, ihre Arbeitsplätze zu erhalten, und sie müssen Ende Februar 2020 ohne Steuerrückstand gewesen sein. Das Programm ordnet sich in die deutsch-tunesische Reformpartnerschaft zur Förderung von Investitionen und Beschäftigung ein. Die Reformpartnerschaft mit Tunesien – es gibt Reformpartnerschaften in weiteren sechs afrikanischen Ländern - konzentriert sich auf den Finanz- und Bankensektor sowie den Bereich Governance mit einem aktuellen Fördervolumen von 893 Mio. EUR.

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