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Meldung vom 02.11.2020 / KfW Entwicklungsbank

Coronahilfen für Kleinbauern

Eine Bäuerin und ein Bauer arbeiten auf einer Kakaoplantage
Harte Arbeit auf einer Bananenplantage in Kenia: nachhaltig arbeitende, kleinbäuerliche Betriebe sind durch Corona besonders bedroht.

Die KfW unterstützt nachhaltig wirtschaftende Kleinbauern in Afrika und Lateinamerika während der Coronakrise mit zusätzlichen Hilfen in Höhe von 40 Mio EUR. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gehen Darlehen an Landwirtschaftskooperativen und -unternehmen, die durch die Pandemie in Liquiditätsnöte geraten. Die Kreditnehmer kommen dabei ganz überwiegend aus dem Fairtrade-Segment.

Der Agrarsektor leidet auf vielerlei Weise unter der Ausbreitung von COVID-19. Maßnahmen zur Bekämpfung der Virusinfektion verzögern den Transport landwirtschaftlicher Produkte. Die Einhaltung von pandemiebedingten Hygienevorschriften verteuert die Weiterverarbeitung. Grenzschließungen beeinträchtigen Export und Import von Waren. Die Folge: Die Kosten für Produktion und Vertrieb steigen, die Erlöse aus dem Verkauf sinken. Und noch ist nicht klar, ob und wie der Fortgang der Pandemie die Nachfrage beispielsweise in Europa nach Agrarprodukten aus den Ländern Afrikas und Lateinamerika beeinflussen wird.

Vielen Landwirtschaftsgenossenschaften und Kleinbauern geht unter den Auswirkungen der Corona-Krise schnell das Kapital aus. Sie kommen ohnehin nur schwer an Darlehen, was die Entwicklung des ländlichen Raums sowieso schon negativ beeinflusst. Die Pandemie vergrößert dieses Problem noch. Nur durch Liquiditätshilfen können viele Agrarbetriebe eine Insolvenz abwenden und damit die Lebensgrundlage der Bevölkerung im ländlichen Raum bewahren.

Die direkte Zielgruppe der von BMZ und KfW initiierten Agri-Finance Liquidity Facility (ALF) sind landwirtschaftliche KMUs (Kleine und mittlere Unternehmen) und Kooperativen sowie Mikrofinanzinstitutionen (MFI), die schwerpunktmäßig im Agrarbereich tätig sind. Dabei gehen rund 70 % der Mittel an KMUs, Kooperativen und MFIs, die über ein Nachhaltigkeitssiegel wie etwa Fairtrade verfügen.

Zwei Hände gefüllt mit Kakaobohnen
Kakaobohnen aus biologisch-dynamischer Produktion in Bolivien

„Als Entwicklungsfinanzierer sind wir besonders gefordert, zielgenau Mittel für die Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen bereitzustellen. Mit der ALF hat die KfW gemeinsam mit dem BMZ ein wirkungsvolles Instrument geschaffen, das das Einkommen von rund 300.000 Kleinbauern in der Krise und darüber hinaus sichert“, sagt Alexandra Albin, zuständige Abteilungsdirektorin der KfW.

Aus dem von KfW und BMZ mit 40 Mio. EUR ausgestatteten Projekt werden einzelne Darlehen in Höhen zwischen 100.000 und 3 Mio. USD an Kreditnehmer in Mittel- und Südamerika und Afrika vergeben. Die Hälfte der Mittel soll afrikanischen Akteuren zugutekommen.

Verwaltet werden die 40 Mio. EUR von Incofin IM, einem belgischen Fondsmanager. Er richtet eigens für das Vorhaben von KfW und BMZ den ALF-Fonds ein. Die KfW arbeitet seit mehreren Jahren mit diesem Fondsmanager zusammen. Incofin hat schon einige KfW-Fonds gemanagt, darunter den Fairtrade Access Fund (FAF). Verteilt werden die Mittel durch ein unabhängiges Investmentkomitee. Sie sollen sowohl an Kunden des FAF als auch an Kunden anderer Agrarfonds fließen.

In die kurzfristige Entwicklung des Coronahilfsprogramms für Unternehmen und Genossenschaften des Fairtrade-Segments hat die KfW die Organisationen Trans Fair Deutschland und das Forum Fairer Handel miteinbezogen.

Erfahren Sie in diesem Video, wie die ALF kleinbäuerliche Betriebe als Teil nachhaltiger Lieferketten in Corona-Zeiten unterstützt“

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