Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

KfW stellt neuen grünen Fonds für Afrika vor

Meldung vom 20.01.2020 / KfW Entwicklungsbank

Bundesminister Müller und KfW-Vorstand Nagel launchen den Fonds bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin

Dr. Nagel im Gespräch auf der Grünen Woche
Bundesminister Dr. Gerd Müller und KfW-Vorstand Prof. Dr. Joachim Nagel bei der Grünen Woche in Berlin.

Die KfW führt den eco.business Fund im Auftrag der Bundesregierung jetzt auch in Afrika ein. Dort wird er “grüne Kredite” an Unternehmen vergeben, die nachhaltig wirtschaften und so Anreize schaffen, auf umwelt- und klimafreundliche Produktionsmethoden umzuschwenken, um Artenvielfalt zu bewahren und Ressourcen zu schonen. Den Fonds gibt es bereits seit 2014 in Lateinamerika. Wegen seines Erfolges dort wird er jetzt nach Afrika ausgedehnt. Bundesminister Gerd Müller und KfW-Vorstand Joachim Nagel stellten ihn bei der Grünen Woche in Berlin einem größeren Publikum vor.

Der Launch war Teil eines bunten Begleitprogramms am Eröffnungstag der traditionsreichen Agrarmesse, an dem auch Kulturschaffende wie Filmemacher Volker Schlöndorff oder Meteorologe Sven Plöger teilnahmen. Es fand in der internationalen Halle auf einer Bühne des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) statt und trug den Titel “EINEWELT unsere Verantwortung – Klima, Wald und Landwirtschaft”.

Bundesminister Müller sagte, die Welt “ist zu einem globalen Dorf” geworden, bei dem wir uns alle “als Ganzes” betrachten und entsprechend Verantwortung beim Wirtschaften und Konsumieren zeigen müssten. Denn Wälder würden zerstört, Böden degradiert, die Ozeane heizten sich auf. Die Lage “ist dramatisch”, so der Minister. “Wir wissen, was zu tun ist. Aber Wissen ist nicht genug. Wir müssen handeln.” Sven Plöger wies darauf hin, dass der Klimawandel nun “haptisch” werde – “wir spüren ihn.” Wir näherten uns dem an, wovor Forscher seit 30 Jahren warnten. “Deshalb müssen wir vom Reden zum Handeln kommen”, meinte auch er. Und KfW-Vorstand Nagel bekräftigte: “Jetzt geht es darum, die guten Ideen, die es gibt, wirklich umzusetzen.”

Vom Reden zum Handeln – Beispiel eco.business Fund

Ein konkretes Beispiel, wie das gelingen kann, ist der eco.business Fund. Er schafft Anreize für grünes Wirtschaften, indem er in Kooperation mit lokalen Finanzinstitutionen (oder direkt) Kredite an Unternehmen vergibt, die nachhaltig produzieren, zum Beispiel im Kakao- oder Kaffeeanbau. Auf diese Weise motiviert er zu einem schonenden Umgang mit Rohstoffen, zum Erhalt von Wäldern und der Artenvielfalt.

In Lateinamerika wurden seit der Gründung 2014 bereits Darlehen von mehr als einer halben Milliarde Euro vergeben. Damit hat der Fonds in kurzer Zeit unter anderem dazu beigetragen, über 90.000 Hektar Fläche vor Entwaldung zu schützen, rund vier Millionen Kubikmeter Wasser einzusparen und auf mehr als 80.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche Bodenschutzmaßnahmen zu ergreifen. “Wir haben in Lateinamerika viel bewirkt, deshalb übertragen wir das Konzept jetzt nach Afrika”, sagte Nagel anlässlich des Launches.

Der Fonds leistet Pionierarbeit, weil er ausschließlich Unternehmen unterstützt, die herkömmliche Produktionsmethoden durch nachhaltige ersetzen oder bereits nachhaltig wirtschaften. Und weil er dafür mit staatlichen Mitteln private Gelder in Industrieländern mobilisiert, die in Lateinamerika inzwischen schon rund 30 % des Gesamtvolumens ausmachen. “Der Fonds ist daher auch als Appell an die Wirtschaft zu verstehen, sich mehr in Sachen Nachhaltigkeit zu engagieren”, sagte Nagel in Berlin. “Wir finanzieren den Fonds mit an, aber entscheidend ist, dass privates Geld akquiriert wird”, ergänzte Minister Müller.

Dr. Nagel im Gespräch am Stand der KfW und GIZ
Unweit der BMZ-Bühne – der gemeinsame KfW-GIZ-Stand. Hier: KfW-Vorstand Dr. Joachim Nagel und GIZ-Chefin Tanja Gönner unterhalten sich mit einem interessierten Gast aus Ruanda.

Am Ende stellte Minister Müller noch einen Zusammenhang zwischen der Entwicklungspolitik und dem neuen “Green New Deal” der Europäischen Union her. Die EU möchte in den kommenden 10 Jahren eine Billion Euro für Umwelt- und Klimaschutz ausgeben und Europa bis zur Mitte des Jahrhunderts klimaneutral machen. “Das Weltklima retten wir nur in der internationalen Dimension”, sagte Müller. Deshalb sei mindestens dieselbe Summe weltweit nötig. “Mit dem Unterschied, dass wir in den Entwicklungsländern eine 10- bis 100fache Wirkung damit erzielen” – unter anderem mit Projekten wie dem eco.business Fund.

Weitere Informationen (Video und Broschüre) über den eco.business Fund finden Sie auf unserer Themenseite SDG 2 - Kein Hunger.

Dr. Nagel mit Kolleginnen und Kollegen der KfW
Dr. Nagel mit Silvia Wisniwski von Finance in Motion, die den Fonds betreuen, und dem zuständigen KfW-Projektmanager Vitalis Ritter.

Kontakt

KfW Entwicklungsbank

Telefon

069 74 31-42 60

E-Mail

info@kfw-entwicklungsbank.de