Luftangriffsalarm, Stromausfälle und eine zunehmend instabile Sicherheitslage gehören mittlerweile zum Alltag von Schulkindern in der gesamten Ukraine – mit schwerwiegenden Folgen für ihr emotionales Wohlbefinden.
Vor diesem Hintergrund ist das Better Learning Programme (BLP) des Norwegian Refugee Council (NRC), das am Gymnasium „Uspikh“ in Slawuta in der Region Chmelnyzkyj umgesetzt wird, zu einer wichtigen Quelle emotionaler Unterstützung für SchülerInnen, LehrerInnen und ihre Familien in diesen schwierigen Zeiten geworden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die KfW finanziert.
BLP ist das psychosoziale Unterstützungsprogramm des NRC für Schulen, das Lehrkräften dabei hilft, Kinder zu unterstützen, die unter Stress und Traumata aufgrund von Krieg und Vertreibung leiden. In BLP-Kursen lernen Kinder, Stress zu erkennen und Ängste mit praktischen Techniken zu bewältigen, die sie sowohl in der Schule als auch zu Hause anwenden können.
„Das Wissen, das ich während des BLP-Unterrichts erhalte, hilft mir, mit Stress umzugehen. Wenn ich mich ängstlich fühle, höre ich Musik und zeichne manchmal“, erzählt Ivan, ein Schüler des Gymnasiums.
Auch die LehrerInnen sehen deutliche Veränderungen im emotionalen Wohlbefinden der SchülerInnen, insbesondere in stressigen Phasen wie während der Prüfungen.
„Derzeit schreiben die SchülerInnen ihre Halbjahresprüfungen, und viele von ihnen sind besorgt. Um ihren Stress zu reduzieren, machen wir Beruhigungsübungen. Atem- und Entspannungstechniken helfen ihnen, Ängste zu bewätigen, erklärt Sportlehrerin Nataliia.
Die positiven Auswirkungen des Programms reichen über den Unterricht hinaus. Kinder teilen das Gelernte aktiv mit ihren Eltern und Familien und geben Ratschläge, wie diese sich in Stresssituationen zu Hause verhalten können. Die Lehrkräfte berichten, dass die Eltern das Programm schätzen, und stellen positive Veränderungen fest:
„Wir sehen eindeutig eine positive Dynamik im Stressmanagement. Die Kinder fühlen sich durch die Übungen sicher und wohl, und das ist für uns das Wichtigste“, erzählt Schulpsychologin Kateryna.
Gleichzeitig helfen BLP-Maßnahmen, ergänzt durch Förderunterricht, dabei, Kinder mit Lernschwierigkeiten zu unterstützen und ihre Lernrückstände gezielt zu beheben.
Zusätzlich zur psychosozialen Betreuung wurde der Luftschutzbunker des Gymnasiums renoviert und mit Schulmöbeln ausgestattet. Um in Sicherheit lernen zu können, mussten die SchülerInnen aufgrund des begrenzten Platzangebots vorher in zwei Schichten zur Schule gehen. Der Unterricht fand sowohl vor als auch nach dem Mittagessen statt.
Der neue Lernraum ermöglicht es der Schule nun, den Unterricht in einer Schicht anzubieten, was das tägliche Leben der Familien erheblich verbessert. Die Kinder haben mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten, während die Eltern reguläre Arbeitszeiten einhalten können. Das trägt auch zu einer größeren wirtschaftlichen Stabilität innerhalb der Gemeinde bei.
„Die gesamte Arbeit, die an diesem Zufluchtsort für SchülerInnen geleistet wird, vermittelt den Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit“, fasst Inna, die Leiterin des Gymnasiums, abschließend zusammen.
Wir danken NRC für den Text und die Fotos.
Seite teilen
Um die Inhalte dieser Seite mit Ihrem Netzwerk zu teilen, klicken Sie auf eines der unten aufgeführten Icons.
Hinweis zum Datenschutz: Beim Teilen der Inhalte werden Ihre persönlichen Daten an das ausgewählte Netzwerk übertragen.
Datenschutzhinweise
Alternativ können Sie auch den Kurz-Link kopieren: https://www.kfw-entwicklungsbank.de/s/dezB-cjD
Link kopieren Link kopiert