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Meldung vom 15.12.2021 / KfW Entwicklungsbank

Ein neuer Motor für die wirtschaftliche Transformation Ghanas - die Development Bank Ghana

Ein weiterer Meilenstein der deutsch-ghanaischen Zusammenarbeit: Ein Darlehen in Höhe von 46,5 Mio. Euro für die ghanaische Entwicklungsbank – Vertragsunterzeichnung in Accra am 2. Dezember 2021

Zwei Männer, die sich Corona-konform die Hände schütteln.
Kwamina Duker, CEO der Development Bank Ghana Ltd., und KfW-Büroleiter Arndt Wierheim.

Ghana hat aufgrund seiner positiven demokratischen und wirtschaftlichen Entwicklung ein großes politisches Gewicht und gilt als Stabilitätsanker der Region. Als erstem Land in Afrika südlich der Sahara, das die Unabhängigkeit erlangte, ist es Ghana gelungen, die Armut seiner Bevölkerung (Stand 2021) im Vergleich zu 1990 zu halbieren. Aber es bleiben viele Herausforderungen: vor allem in Folge der Covid-Pandemie müssen insbesondere für die jüngere Generation Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Dazu muss der private Sektor besser mit langfristigen Finanzierungen und angemessenen Krediten versorgt werden. Derzeit haben weniger als 15% der von Banken vergebenen Kredite eine Laufzeit von fünf Jahren oder länger, was Investitionen in Projekte mit langer Laufzeit für den Privatsektor schwierig macht.

Die Weltbank, die Europäische Investitionsbank und die KfW Entwicklungsbank - neben anderen internationalen Entwicklungsinstitutionen – unterstützen die ghanaische Regierung seit 2018 bei der Gründung einer nationalen Entwicklungsbank, der Development Bank Ghana (DBG).

Vorbild: die Förderbank KfW

Der ghanaische Finanzminister, Ken Ofori-Atta, erläutert: „Vorbild war die deutsche Förderbank – die KfW Bankengruppe - die eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau und der Transformation der deutschen Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg spielte. Durch die DBG wird die ghanaische Regierung in der Lage sein, ihre Unterstützung für den privaten Sektor weiter zu verstärken, um das Wirtschaftswachstum und die Transformation voranzutreiben.“

Im Juni 2019 besuchte eine ghanaische Delegation die KfW Bankengruppe in Frankfurt und erhielt einen fundierten Einblick in die Geschichte, Strategie und aktuelle Fördertätigkeit der Bank. „Wie die KfW wird die DBG weder Privat- noch direkte Geschäftskredite vergeben, sondern wird den bestehenden Geschäftsbanken und anderen qualifizierten Finanzinstituten Mittel zur Verfügung stellen, um langfristige Kredite und andere innovative Produkte anzubieten, die derzeit auf dem Markt fehlen. Besonders angesprochen werden Unternehmen in den Sektoren Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe, IKT, Tourismus und die Förderung von Wohneigentum. Das Projekt DBG bettet sich ein in die ghanaischen Bemühungen von build back better während und nach der Covid-19-Pandemie und in die nationalen ökonomische Langzeitstrategie des Landes“, so erläutert Arndt Wierheim, Leiter des KfW-Büros in Accra, Ghana.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wird die KfW Entwicklungsbank eine Fremdkapitalfinanzierung in Form eines Nachrangdarlehens aus Treuhandmitteln i.H.v. insgesamt 46,5 Mio. EUR direkt an die DBG ausgelegen. Der Vertrag dazu wurde Anfang Dezember 2021 in Accra unterzeichnet. Darüber hinaus wurden bereits Mittel der deutschen Regierung über die KfW bereitgestellt, um die ghanaischen Partner bei der Gründung zu unterstützen, z. B. bei der Entwicklung von Auswahlkriterien für die Partnerbanken, dem Entwurf des Budgets der neuen Bank sowie durch juristische Beratung.

Laut Isaac Hagan, KfW-Projektkoordinator für den Finanzsektor in Ghana, "wurden zur weiteren Unterstützung des Aufbaus der Bank vom BMZ auch 3 Mio. EUR für Begleitmaßnahmen (technische Hilfe) zur Umsetzung durch die KfW bewilligt. Die Begleitmaßnahmen werden unter anderem den Aufbau einer Datenanalysefunktion unterstützen, DBG-Mitarbeiter schulen, bei der Einführung des Kernbankensystems der Bank helfen, das Management der DBG beraten und den Aufbau eines modernen Umwelt- und Sozialmanagementsystems (ESMS) unterstützen.“

Die DBG wird über die ghanaische Regierung auch Finanzmittel von der Europäischen Investitionsbank (EIB) erhalten, die ein Darlehen in Höhe von 170 Mio. EUR bereitgestellt hat, von der Weltbank, die ein Darlehen in Höhe von 225 Mio. USD gewährt hat, und von der Afrikanischen Entwicklungsbank, die einen Zuschuss in Höhe von 40 Mio. USD zur weiteren Kapitalisierung der DBG bereitgestellt hat.

„Ein leistungsfähiger Finanzsektor, der den Zugang zu mittel- bis langfristigem Kapital zu erschwinglichen Zinssätzen erleichtert, ist die Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum. Durch die Bereitstellung längerfristiger Finanzierungen durch die DBG werden ghanaische Unternehmen - insbesondere kleine und mittlere - in die Lage versetzt, produktivitätssteigernde Investitionen zu tätigen, die es ihnen ermöglichen, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen, auch für junge Ghanaer. Auf diese Weise kann die DBG zur Erholung von der Covid-19-Krise und zum Wirtschaftswachstum in Ghana beitragen", resümiert Lisa Stahl, die bei der KfW Entwicklungsbank für die DBG zuständig ist.

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