Meldung vom 29.08.2025 / KfW Entwicklungsbank

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan sagt Unterstützung für die Menschen in Gaza zu

Gruppenfoto vor der Schule in Al Quds
Alabali Radovan beim Besuch der Al-Quds Mädchen-Oberschule

„Wie schafft man es, so jung schon Ministerin zu werden?“ Das wollte die Schulleiterin der Al-Quds Mädchen-Oberschule in der Nähe von Jerusalem von Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan wissen. Deren Antwort ist ehrlich: Die neue Rolle sei eben ungewohnt. „Wir (sie und die zweite junge Ministerin, Verena Hubertz) verbessern uns noch.“ 360 Schülerinnen – viele aus dem Qalandia Flüchtlingslager – besuchen die 2024 mit deutscher Unterstützung fertiggestellte Schule.

Obwohl noch Schulferien sind, wurde die Schulleiterin von 15 Schülerinnen begleitet. Es entsponn sich ein angeregtes Gespräch zwischen der Ministerin und den Schülerinnen zu Lebenswegen und Zukunftsträumen.

Early recovery“ – Unterstützung für Gaza

Vier Tage lang war Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (35) mit MdBs und Journalisten im Nahen Osten unterwegs: im Westjordanland und in Israel, am Donnerstag reiste sie über Jordanien nach Saudi-Arabien weiter. Während ihrer Reise hat sie Unterstützung für die Menschen in Gaza zugesagt. Geplant sind u.a. Übergangsunterkünfte, die Instandsetzung von Wasserleitungen und Schulen sowie „Cash-for-Work“-Programme für kurzfristige Jobs. Das „Early Recovery“-Paket soll nach einem dauerhaften Waffenstillstand die Wiederherstellung einer Basisversorgung ermöglichen und Wegbereiter für den Wiederaufbau sein, umgesetzt wird dieses Paket von UNDP in Zusammenarbeit mit der KfW Entwicklungsbank.

Bild des Housing-Projekts
Eine „Refugee Housing Unit“

Die Delegation hatte in Ramallah die Gelegenheit, solche Übergangsunterkünfte, sog. „Refugee Housing Units“ zu besichtigen. Diese sind modulare Not-/temporäre Unterkünfte, belastbarer als Zelte, aber eben keine massiven Häuser. Die Unterkünfte sind bereits bestellt und sollen, sobald die Lage es zulässt, nach Gaza gebracht werden. Zunächst sollen rund 400 besonders betroffene Familien dort unterkommen, während parallel Vorbereitungen für weitere Lösungen für Übergangsunterkünfte erarbeitet werden, um vertriebene Familien auch längerfristig zu unterstützen. 92 Prozent aller Wohnhäuser in Gaza sind beschädigt oder unbewohnbar –fast alle Menschen „wohnen“ daher in Zelten oder im Freien.

Neben diesen zwei Besuchen in FZ-Projekten gab es Gespräche auf politischer Ebene in Ramallah (Premierminister, Planungsminister) und in Israel. Dort traf die Ministerin Vertreter der israelischen Behörde COGAT, die u-a. die Logistik für Einfuhren nach Gaza koordiniert – also auch die Einfuhr der mobilen Housing Units genehmigen muss. In Tel Aviv traf Alabali-Radovan auch Angehörige israelischer Geiseln. Sie setzt sich für die bedingungslose Freilassung der Geiseln ein, die sich inzwischen seit fast zwei Jahren in der Gewalt der Terrororganisation Hamas befinden. Alabali-Radovan unterstrich in den Gesprächen zudem die deutschen Forderungen nach einem sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen sowie leichterem Zugang für humanitäre Hilfslieferungen nach Gaza.

KfW Entwicklungsbank: stark engagiert im jordanischen Wassersektor

Vom Westjordanland aus reiste die Delegation weiter nach Jordanien. Auf dem Programm stand unter anderem der Besuch der einzig verbliebenen Grundwasserquelle in Amman, begleitet von Staatssekretären des Wasserministeriums und der Wasserbehörde. Die für das Programm zuständige Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hielt einen Vortrag zu Grundwassermanagement/-qualität in Jordanien. Das Thema wachsender und teils dramatischer Wasserknappheit – verschärft durch den starken Bevölkerungszuwachs, u.a. durch den Zustrom Geflüchteter – war auch Thema der Gespräche.

Die KfW Entwicklungsbank ist seit Jahrzehnten mit einer Vielzahl an Vorhaben im Bereich Wasserver- und Abwasserentsorgung im Land engagiert. Die große Bedeutung, die die Jordanier der EZ in dem Bereich zumessen, hat eindrücklich der Staatssekretär aus dem Wasserministerium formuliert, auf die Frage der BMZ-Delegation, was denn passieren würde, wenn die deutsche EZ die Unterstützung für den jordanischen Wassersektor streichen würde: „We would all die. There would be no water in Jordan – we would all die.“

Abschluss in Saudi-Arabien – potenzielle Kooperationen

Zum Abschluss der Reise reiste die Ministerin nach Saudi-Arabien, wo sie mit einem Staatssekretär des saudischen Finanzministeriums potenzielle Kooperationen in Syrien und den Palästinensergebieten besprach, wobei der Wiederaufbau des Gazastreifens und humanitäre Hilfe im Vordergrund standen. Eines der Themen: der Saudische Entwicklungsfonds (SDF), der sowohl humanitäre Hilfe in der islamischen Welt als auch Kredite für globale Entwicklungsprojekte bereitstellt. Nach dem Rückzug der USAID aus der internationalen Zusammenarbeit ist der Besuch in Saudi-Arabien Teil einer größeren Strategie Deutschlands, neue Allianzen zu knüpfen.