Wasserressourcenmanagement Westjordanland

Der Trinkwasserzugang der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland ist stark eingeschränkt und muss ausgebaut werden. Die benötigte Infrastruktur zur Verteilung zusätzlicher Wassermengen aus Israel ist noch nicht umgesetzt. Klimatische Herausforderungen, wie die zunehmende Trockenheit durch den Klimawandel, verschärfen die Engpässe in der Wasserversorgung.

Zudem fehlen vielerorts Systeme zur Sammlung und Reinigung des Abwassers, das unbehandelt in die Natur eingeleitet wird, was Umwelt- und Gesundheitsbelastungen verursacht. Gereinigtes Abwasser ist oft nicht für die landwirtschaftliche Bewässerung nutzbar.

Das Themenvorhaben soll diesen Herausforderungen begegnen, indem es die Implementierung von Projekten zur Verbesserung der Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Wasserwiederverwendung durch lokale Projektträger ermöglicht. So wird nachhaltig zum Schutz der Wasserressourcen in den palästinensischen Gebieten beigetragen und die Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Zudem sollen die Projekte die Gleichberechtigung der Geschlechter fördern.

Die erste Einzelkomponente finanziert den Bau eines Teils eines Großwassernetzes im nördlichen Westjordanland. Gemeinsam mit der von der Weltbank parallel finanzierten Infrastruktur wird dadurch von Israel geliefertes Wasser zu den regionalen Wasserversorgern transportiert, sodass 135.000 Personen im Projektgebiet von verbesserter Wasserversorgung profitieren können. Zusätzlich werden Studien und Workshops zur Stärkung von Frauen im regionales Wassersektor finanziert.

Die zweite Einzelkomponente finanziert den Bau von Infrastruktur zur Sammlung und Aufbereitung von Abwasser sowie zur Nutzung des aufbereiteten Wassers in der Landwirtschaft. Ca. 83.000 Personen im nördlichen Westjordanland profitieren direkt von der Verbesserung der verbesserten Abwasserentsorgung. Außerdem werden Grundwasserressourcen geschützt und Wasserknappheit in der Landwirtschaft verringert.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Das Themenvorhaben umfasst eine Komponente zur Trinkwasserversorgung und zur Abwasserentsorgung. Für jede Komponente wurde eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie nach internationalen Standards durchgeführt. Im Rahmen der zwischen der KfW und anderen Entwicklungsbanken vereinbarten Verfahren zur Zusammenarbeit hatte die Federführung für die Trinkwasserkomponente und die französische Entwicklungsagentur für die Abwasserkomponente. Beide Komponenten wurden den Bewohnern der jeweils betroffenen Gemeinden von den jeweiligen Projektträgern vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Auf der Grundlage der Studien und Gespräche wurde jeweils ein Umwelt- und Sozialmanagementplan erstellt, dessen Umsetzung für die Projektträger und deren Auftragnehmer verbindlich ist. Die meisten Risiken und negativen Auswirkungen sind vorhersehbar, temporär, umkehrbar und auf den Standort der jeweiligen Komponente begrenzt. Sie sind durch die in den Umwelt- und Sozialmanagementplänen vereinbarten Maßnahmen minderbar. Im Rahmen der Abwasserkomponente wird für den geplanten Bau einer Kläranlage die Enteignung von 4,37 Hektar landwirtschaftlich genutzten Lands erforderlich sein. Der Träger hat sich dazu verpflichtet, die Betroffenen angemessen zu entschädigen. Die Einzelheiten werden in einem Landerwerbsplan nach internationalen Standards festgehalten, der vor Beginn der Enteignung und des Baus abgenommen werden muss. Die Träger wurden verpflichtet, alle Betroffenen gemäß internationalen Richtlinien über den weiteren Verlauf der Vorhaben angemessen zu informieren und einen Beschwerdemechanismus für die Betroffenen zu betreiben. Die Komponente Abwasserentsorgung wurde aufgrund der Landenteignung in die Risikokategorie B+ (erhebliche Risiken) eingestuft, die Komponente Trinkwasserversorgung in die Risikokategorie B (moderate Risiken). Das Themenvorhaben insgesamt wurde unter Anwendung des Vorsichtsprinzips in die Risikokategorie B+ (erhebliche Risiken) eingestuft.

Land / Region / Institution Palästinensische Gebiete
Nummer 59710
Schwerpunkt Wasser und Abfall
Sektor 14020 - Wasser-, Sanitärver. und Abwassermanagement
USV-Kategorie B+
Finanzierungsinstrument Zuschuss / Darlehen aus Haushaltsmitteln
Weitere Geber Weltbank - IDA/IBRD, Agence Francaise de Développement (AFD), European Commission - other agencies, Eigenbeitrag d. Landes/Own contribution of country
Deutscher Finanzierungsbeitrag 24 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner PALESTINIAN WATER AUTHORITY, JENIN WEST WATER UTILITY (JWWU)
Zuständige Abteilung Nahost, Afghanistan und Pakistan

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