Nachhaltiger Klimaschutz - Mobilität

Durch die rasante Urbanisierung in Brasilien leben heute rund 87 % der brasilianischen Bevölkerung in Städten. Die öffentlichen Transportsysteme bestimmen maßgeblich den Grad der wirtschaftlichen Produktivität dieser Städte, die Qualität der Lebensbedingungen der Einwohner sowie deren Zugang zu Arbeitsplätzen und staatlichen Dienstleistungen. Unzureichende Systeme und Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sind Ursache steigender Verkehrsaufkommen des motorisierten Individualverkehrs, Umweltverschmutzung, hohe Treibhausgasemissionen und erhebliche Kosten für die wirtschaftlichen Akteure. Für eine nachhaltige Entwicklung Brasiliens ist es deswegen entscheidend, knappe Energieressourcen unter Anwendung angepasster Technologieformen für Transportangebote im ÖPNV bedarfsgerecht und effizienter zu nutzen, und damit gleichzeitig die Auswirkungen auf Umwelt und Klima zu verringern.

Mit einem FZ-Entwicklungskredit in Höhe von bis zu 100 Mio. Euro an die staatliche brasilianische Entwicklungsbank BNDES (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social) sollen nachhaltige urbane Mobilitätssysteme in bis zu zwei Städten mit einer Bevölkerung von mehr als 500.000 Einwohner gefördert werden, um die Treibhausgas (THG) Emissionen des städtischen Verkehrs zu reduzieren und einen Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Stadtentwicklung zu leisten.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit

Angesichts der Art der potenziellen Finanzierungen wurde das Projekt als FI/A (hohes Risiko) eingestuft, um die Refinanzierung von allen Arten von Arbeiten, d. h. von kleinen Infrastrukturen bis hin zu größeren Projekten umfassen zu können. Die einzelnen Maßnahmen werden nach der Prüfung festgelegt und können von der Elektrifizierung eines Busnetzes bis zum Ausbau eines Stadtbahnnetzes oder einer U-Bahn reichen. Im Zuge der Durchführung des Vorhabens werden konkrete Teilprojekte definiert und durch Machbarkeitsstudien analysiert, deren Finanzierung durch die KfW sichergestellt wird. Die Studien werden sich auch mit Umwelt und Sozialrisiken befassen. Je nach Umfang der Infrastruktur können Umwelt- und Sozialrisiken mit Bautätigkeiten (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Arbeitsbedingungen, öffentliche Gesundheit und Sicherheit, Staub, Lärm, Abfallerzeugung usw.), Kommunikationsstrategien, geschlechterspezifische Gewalt und sexuelle Belästigung und Sicherheit sowie dem Betrieb von Verkehrssystemen in Zusammenhang stehen. Physische Neuansiedlung, vorübergehende wirtschaftliche Verdrängung informeller Nutzer (Straßenverkäufer) und formeller Nutzer (Geschäfte) geschieht auch häufig während des Baus oder Ausbaus öffentlicher Verkehrssysteme. Lebensräume können verloren gehen, z.B. Bäume, obwohl starke Auswirkungen auf geschützte Lebensräume unwahrscheinlich sind, da Projekte in städtischen Gebieten durchgeführt werden. Die Risiken werden durch ein USMS der BNDES und weitere Klauseln, die Lücken der brasilianischen Gesetzgebung zu den IFC Performance Standards abdecken, geschlossen.

Land / Region / Institution Brasilien
Nummer 46073
Schwerpunkt Transport und Kommunikation
Sektor 21010 - Verkehrspolitik und Verwaltung
USV-Kategorie FI/A
Finanzierungsinstrument Entwicklungskredit
Weitere Geber -
Deutscher Finanzierungsbeitrag 100 Mio. EUR
Status aktiv
Auftraggeber BMZ
Projektpartner BANCO NACIONAL DE DESENVOL- VIMENTO ECONOMICO E SOCIAL
Zuständige Abteilung Lateinamerika und Karibik

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