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Gereinigtes Abwasser wieder verwenden

Meldung vom 19.06.2019 / KfW Entwicklungsbank

Ein Beitrag für den Ressourcenschutz und gegen die globale Wasserkrise – KfW veranstaltet Workshop

Gruppenfoto Konferenzteilnehmer
Gruppenfoto der Referenten beim Workshop zu Abwasser.

Wasserknappheit zählt zu den größten Risiken der Welt und ist doch in der allgemeinen Wahrnehmung als Gefahr unterschätzt. Politische Krisen und Migration sind damit verbunden, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Prosperität dadurch gefährdet. Die Verfügbarkeit von Frischwasser nimmt ab, gleichzeitig wächst der Bedarf – zur Nutzung als Trinkwasser, für die Bewässerung in der Landwirtschaft und für die Industrie.

Abwasser noch viel konsequenter als bisher wieder aufzubereiten und für eine weitere Nutzung in der Landwirtschaft oder als Trinkwasser verfügbar zu machen, ist gerade auch in Entwicklungsländern ein Beitrag zur Bewältigung dieser Krise.

Daniela Krahl
Daniela Krahl vom BMZ spricht über die Bedeutung des Wassersektors.

Reuse-Programme ausweiten

Aus diesem Grund fand jetzt in Berlin eine internationale Konferenz zum Thema Wasserwiederverwendung statt. Die KfW hat zu diesem Anlass gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) einen Workshop veranstaltet, bei dem die Bedeutung von sogenanntem „Reuse“ in der Entwicklungszusammenarbeit anhand von praktischen Fallbeispiele verdeutlicht wurde. Letztendlich ging es um die Frage, wie sich sogenannte „Reuse“-Programme noch ausweiten lassen. Bisher wird in den wenigsten Entwicklungsländern Abwasser geklärt, so dass es zum Beispiel für Bewässerungszwecke genutzt werden kann.

In ihrer Eröffnungsrede unterstrich die Vertreterin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Daniela Krahl, den hohen Stellenwert des Wassersektors. Besonders innovative Ansätze wie „Reuse“-Programme seien wichtig, um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 zu erreichen. Entsprechend fördere die Bundesregierung solche Ansätze. Der Leiter der Wasser- und Abwasserbetriebe aus Kapstadt, Michael J. Webster, wo im vergangenen Jahr ein Wassernotstand herrschte, bezeichnete Reuse als „wichtigen Baustein in der langfristigen Strategie, um weitere Krisen dieser Art zu vermeiden. Ähnlich äußerten sich weitere Redner aus verschiedenen Weltgegenden.

Nach der Modernisierung der Kläranlagen in Kapstadt soll das aufbereitete Abwasser auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Erfolgreiche Beispiele aus dem Nahen Osten und Afrika

Anhand von konkreten Fallbeispielen aus Jordanien und Palästina, Namibia und Tunesien, diskutierten die Teilnehmer mit hochrangigen Vertretern aus diesen Ländern über Herausforderungen, Erfolgsfaktoren und „lessons learnt“. Letztere sind wichtig, wenn es darum geht, ähnliche Projekte auch in anderen Ländern aufzulegen. Neben technisch-wissenschaftlichen Hürden, die es zu überwinden gilt, braucht es zudem die richtigen Rahmenbedingungen, wie z.B. die Klärung von Zuständigkeiten in den Partnerländern, der Aufbau von physischen und personellen Kapazitäten und Kompetenzen sowie ausreichend Finanzmittel. Thomas Wolf von der KfW sagte in dem Zusammenhang: „Die Nachhaltigkeit der Investitionen lässt sich nur durch eine langfristige Finanzplanung und durch das Bereitstellen der erforderlichen Mittel sichern.“ Auch die Nutzersensibilisierung und die Bewusstseinsbildung dafür, dass Abwasser kein unbrauchbares Endprodukt, sondern eine wiederverwertbare Ressource ist, sind wichtige Handlungsfelder.

Der Workshop von KfW, GIZ und BGR zeigte eindrucksvoll, welche Erfolgsmodelle es hier bereits in der Entwicklungszusammenarbeit gibt. Der Bedarf zur Replizierung wächst weltweit. Die Erfahrungen aus diesen Vorhaben können dazu beitragen, entsprechende Programme in anderen Regionen oder Ländern schneller und effizienter umzusetzen.

Diskussion
Lebhafte Diskussion über Herausforderungen und Erfolgsfaktoren.

Weitere Informationen über Kapstadts Weg zu sauberem Wasser finden Sie hier.

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