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Digitale Zukunft Weiterdenken – Digitale Technologien im Dienst von Agenda 2030 und Klimaschutz?

Meldung vom 17.04.2019 / KfW Entwicklungsbank, KfW

Eröffnungsrede von Dr. Günther Bräunig

Wie können digitale Technologien die globale Transformation zur Nachhaltigkeit vorantreiben? Wo stehen sie diesem Wandel entgegen? Was bedeutet der digitale Wandel für die Nachhaltigkeitsagenda 2030 und den Klimaschutz?

Zur Diskussion dieser Fragen folgten am 11. April über 160 Vertreter aus Regierung, Parlament, Zivilgesellschaft und Wissenschaft der Einladung des Berliner Büros der KfW und des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU).

Der KfW Vorstandsvorsitzende Dr. Günther Bräunig betonte in seinen Grußworten, dass für die KfW Digitalisierung ein Kernthema sei und sie entschlossen den bisher eingeschlagenen Weg, neue Technologien für Nachhaltigkeits- und Klimaziele einzusetzen, weitergehen werde.

Prof. Dr. Dirk Messner stellt das WBGU-Gutachten vor

Auf der Veranstaltung, die im historischen Kassensaal der KfW-Niederlassung Berlin stattfand, wurden die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des neuesten WBGU-Gutachtens „Unsere gemeinsame digitale Zukunft“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Prof. Dr. Dirk Messner, Vorsitzender des WBGU, unterstrich, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung zur Erreichung der Nachhaltigkeits- und Klimaziele bislang nicht ausreichend berücksichtigt würden. Es gelte, die Digitalisierung proaktiv und langfristig zu gestalten, um Nachhaltigkeitsstrategien und -konzepte weiterentwickeln zu können. Er appellierte: „Wir müssen Trends nutzen, sodass Nachhaltigkeit entsteht!“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit Moderatorin Anke Plättner

In ihrem Kommentar zum Gutachten sprach sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze deutlich für eine nachhaltige Digitalisierungsagenda des BMU aus: „Die Frage der Digitalisierung wurde bisher viel zu technologisch diskutiert“, denn „Digitalisierung wirkt nicht automatisch im Sinne der Umwelt. Wir müssen handeln!“ Sie unterstrich, dass das Gutachten zu Recht von der Politik verlange, dem Gestaltungsanspruch der Digitalisierung gerecht zu werden.

In einer angeregten Podiumsdiskussion, die von der Fernsehjournalistin Anke Plättner moderiert wurde, griffen die Diskussionsteilnehmer die großen Linien des Gutachtens auf. Prof. Dr. Ina Schieferdecker, WBGU-Mitglied, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme und Direktorin des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft, unterstrich, dass die Klima- und Nachhaltigkeitsziele ohne die Digitalisierung nicht zu erreichen seien. Um die Potenziale zu nutzen, müsse ein Teil der notwendigen Gestaltung der Digitalisierung in öffentlich-rechtlicher Hand liegen.

Prof. Dr. Jeanette Hofmann leitet die Forschungsgruppe Politik der Digitalisierung und ist Direktorin des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft. Als Vertreterin der Sozialforschung thematisierte sie die gesellschaftlichen Risiken der Digitalisierung. Sie fordert, den Verlust der Privatsphäre im Zeitalter der Digitalisierung mitzudenken.

Erfolgreiche Anwendungsbeispiele verdeutlichten zudem die Möglichkeiten einer nachhaltigen Transformation. So zeigte Jan Schönig, Direktor für Urban Development & Smart Cities, wie sich die Siemens AG neuste Technologien zu Nutze macht. Piet Kleffmann, Mitarbeiter der KfW und Leiter der Task Force TruBudget, ging darüber hinaus auf die gleichnamige Blockchain-basierte Plattform ein, die einen sicheren und effizienten Einsatz von Gebermitteln in Partnerländern ermöglicht. Die KfW stellt ihre TruBudget-Lösung als Open Source der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung und leistet somit einen wichtigen Beitrag für die Gestaltung der Digitalisierung im Sinne der Entwicklungszusammenarbeit.

Besonderes Interesse der intensiven Diskussionsrunde galt dem Spannungsfeld Datenschutz und Digitalisierung, der explosiven Geschwindigkeit, mit der sich die Digitalisierung entwickelt, sowie der Notwendigkeit eines schnellen Gestaltens und der Definition von langfristig anwendbaren Regeln. Die intensive Debatte zeigte die Wichtigkeit der Digitalisierung für die Erreichung der Ziele der Agenda 2030 und des Klimaschutzes, aber gleichzeitig auch die Notwendigkeit der aktiven Gestaltung auf. In diesem Sinne wird auch die KfW diese Aspekte zusammendenken und die Potenziale neuer Technologien fördern.

V. l. n. r.: Jan Schönig, Anke Plättner, Prof. Dr. Ina Schieferdecker, Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Piet Kleffmann, Svenja Schulze, Dr. Günther Bräunig, Prof. Dr. Dirk Messner

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