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KfW unterstützt Tansania bei umfassender Gesundheitsversorgung durch digitale Versicherungslösungen

Meldung vom 05.04.2019 / KfW Entwicklungsbank

Viele Frauen stehen Schlange, um am Laptop die digitalen Lösungen gezeigt zu bekommen
Patienten registrieren sich bei einem Krankenversicherer, um ihre Versicherungsleistungen zukünftig per Handy verwalten zu können.

Am 7. April ist Weltgesundheitstag - den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Jahr dem Thema „Universal Health Coverage“ gewidmet hat. Das führt einmal mehr vor Augen, wie wichtig das Ziel einer weltweit umfassenden Gesundheitsversorgung ist. Damit erhält das von den Vereinten Nationen proklamierte Menschenrecht auf Gesundheit Substanz.

In der Tat können sich Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern oft keinen Arzt leisten, wenn sie krank werden – sofern überhaupt medizinische Hilfe verfügbar ist. Denn eine Milliarde Menschen haben gar keinen oder keinen gleichberechtigten Zugang zu einer angemessenen und bezahlbaren Gesundheitsversorgung. Bis zu 100 Millionen Menschen geraten jährlich unter die Armutsgrenze, weil sie die Kosten medizinischer Behandlung aus eigener Tasche finanzieren müssen. Zudem sind die Gesundheitssysteme oft schwach: Es fehlt an adäquater Infrastruktur, Fachkräften, Medikamenten, nachhaltiger Finanzierung und effizientem Management.

Das Ziel einer umfassenden Gesundheitsversorgung sieht daher vor, dass jeder Mensch Zugang zu gesundheitsbezogenen Informationen, zu grundlegenden Gesundheitsdiensten sowie zu wirksamen, hochwertigen und bezahlbaren Arzneimitteln und Impfstoffen hat. Außerdem muss jede und jeder die Möglichkeit haben, sich gegen finanzielle Risiken im Krankheitsfall abzusichern, ohne dadurch in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Neben der individuellen Gesundheit geht es dabei vor allem auch um die allgemeine öffentliche Gesundheit zum Nutzen der Gesamtbevölkerung. Entsprechend hoch platziert ist das Thema auch in der Agenda 2030, wo es unter den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) an dritter Stelle steht.

Damit alle Menschen erreicht werden können, müssen die finanziellen Belastungen infolge von Krankheit oder Gesundheitsvorsorge durch eine Versicherung abgedeckt werden. Hier setzt auch die KfW Entwicklungsbank einen Schwerpunkt, um das Gesundheitswesen in ihren Partnerländern zu stärken und so die Lebensbedingungen zu verbessern. Etwa in Tansania, wo sie im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über 30 Millionen Euro investiert hat, um die Versorgung von armen schwangeren Frauen und ihren Babys sicherzustellen. Das Leistungspaket, zu dem nun auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen Zugang haben, wird über die nationale Versicherungsagentur bereitgestellt, die bislang nur Beamte und privat Versicherte aufnahm. Über eine Million Frauen in fünf Regionen erhielten auf diese Weise eine angemessene medizinische Betreuung und konnten der Geburt wie auch der Zeit danach ein Stück weit gelassener entgegensehen. Von den Erstattungen profitierten auch die mehr als eintausend Gesundheitseinrichtungen, deren Ausstattung, Leistungsangebot und Leistungsfähigkeit verbessert wurde.

Eine Ärztin verwaltet die Gesundheitsversorgung einer Patientin mit dem Handy.
Ärzte können die Informationen zur Behandlung eines Patienten über eine App an den Versicherer weitergeben.

Nicht zuletzt aber bildet das Versicherungsfenster für mittellose Schwangere eine Art Anlaufphase in Richtung des erklärten gesundheitspolitischen Ziels Tansanias: die Einführung einer allgemeinen Pflichtkrankenversicherung für die gesamte Bevölkerung. Zurzeit ist die nationale Krankenversicherung auf weniger als vier Millionen Mitglieder ausgerichtet. Um die 56 Millionen Einwohner des Landes abzusichern, bleibt also viel zu tun. Doch auch hier hilft die KfW. Indem sie, zusammen mit den tansanischen Partnern und im Auftrag der deutschen Bundesregierung, ein weiteres Vorhaben zur Ausweitung der Krankenversicherung durch innovative und digitale Lösungen vorbereitet. Deren großes Potenzial soll genutzt werden, um den Krankenversicherer in die Lage zu versetzen, mit ausgebauten IT-Strukturen, modernen Systemen und Technologien sowie optimierten Prozessen die gesamte Bevölkerung zu erreichen. Und zwar nicht nur zahlenmäßig und in allen Landesteilen, sondern auch individuell durch neue, passgenaue Angebote etwa für besonders arme und bedürftige Menschen, die sonst nicht erreicht werden könnten.

Möglich wird das durch erhebliche Kosteneinsparungen beim Versicherer dank des Einsatzes digitaler Technologien: Patienten können sich beispielsweise per Handy registrieren und werden per SMS etwa an Vorsorgetermine erinnert. Darüber hinaus werden die Abrechnungsverfahren zwischen Versicherer und Gesundheitseinrichtungen digitalisiert, damit Leistungen schnell erstattet werden können. Acht Millionen Euro will die KfW aus Mitteln der deutschen Bundesregierung bereitstellen, um die Maßnahmen umzusetzen. Dabei werden die konkreten digitalen Lösungen zusammen mit dem IT-Personal des Trägers und den künftigen Anwenderinnen und Anwendern entworfen. Und natürlich durch Probeläufe auf ihre Akzeptanz bei den Nutzern hin überprüft. Doch hier stehen die Zeichen auf Entwarnung: die Registrierung per Mobilfunk, Benachrichtigungen per SMS und die elektronische Leistungsabrechnung wurden schon mit dem Versicherungsprogramm für Schwangere eingeführt, sie haben sich längst bewährt. Ein gutes Zeichen auch für alle anderen Neuerungen aus diesem Projekt, die nun auf nächsthöherer Ebene ausgerollt und im Rahmen umfassender eHealth-Prozesse weiterentwickelt werden. Bis das Ziel einer allgemeinen Gesundheitsversorgung für die tansanische Bevölkerung erreicht ist und deren Recht auf Gesundheit nachhaltig Substanz erhält.

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