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Bekämpfung von Pandemien: Der nächste Ausbruch kommt bestimmt

Meldung vom 26.02.2019 / KfW Entwicklungsbank

Einweisung in der Verwendung mobiler Labore
Ostafrikanische Laborspezialisten werden in der Bedienung der mobilen Labore unterwiesen.

Mehr als 11.000 Menschen verloren ihr Leben durch die Ebola-Epidemie in Westafrika. Diese Bilanz wäre weniger verheerend ausgefallen, wenn Krankheitsfälle vor Ort früher identifiziert und Maßnahmen ergriffen worden wären, um eine Ansteckung durch das hochinfektiöse Virus zu verhindern. Nachdem die Krankheit Mitte letzten Jahres in der Demokratischen Republik Kongo erneut aufgetreten ist, muss nun umso entschlossener gehandelt werden. Denn für die Nachbarländer ist der Ausbruch eine Bedrohung, da er sich in einer besonders dicht besiedelten Gegend des Kongo ereignete und die Gefahr einer Ausbreitung über die Grenzen hinweg hoch ist.

Hier wird nun mit deutscher Hilfe gegengesteuert. Ein Vorhaben, das von der KfW aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird, soll die sechs in der East African Community (EAC) zusammengeschlossenen Staaten der Region aktiv darauf vorbereiten, epidemische Krankheitsausbrüche besser zu kontrollieren und zu bekämpfen. Dazu werden neun mobile High-Tech-Laboratorien geliefert und Spezialisten für deren Betrieb ausgebildet. Unterstützt wird das Projekt dabei vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM), das die Lieferung der Labore und die Ausbildung des Laborpersonals mit drei permanenten Beratern am Sitz der EAC in Arusha, Tansania, organisiert.

Prof. Dr. Joachim Nagel, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe und zuständig für den Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank, zeigte sich bei einer Besichtigung der Maßnahmen vor Ort beeindruckt: „Viren und Epidemien kennen keine Grenzen. Daher ist ein regionaler Ansatz zur Eindämmung von Pandemien absolut sinnvoll.“ Zusammen mit weiteren Projektbeteiligten ließ er sich die komplexen Abläufe des geplanten Laborbetriebs in Arusha demonstrieren. Als besondere Herausforderung erschien es dabei, dass viele Partner und Wissensträger unterschiedlicher Länder gut miteinander vernetzt werden müssen – eine unerlässliche Voraussetzung, wenn Pandemiebekämpfung auf regionaler Ebene gelingen soll.

Daher zeigte sich Prof. Nagel besonders erfreut über die guten Fortschritte etwa bei der Qualifizierung der nationalen Labormitarbeiter. Je zwei Personen aus Burundi, Kenia, Ruanda, Südsudan, Tansania und Uganda haben schon ein mehrwöchiges Training beim Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg absolviert. Dabei ging es nicht nur um Nutzung und Betrieb der mobilen Labore mit modernsten molekularbiologischen Diagnostikverfahren, sondern vor allem auch um Schutzmaßnahmen, um sich selbst vor Ansteckung zu schützen. „Es war erstaunlich, wie schnell die verschiedenen Länderteams es geschafft haben, gut miteinander zusammenzuarbeiten, einander zu unterstützen und sich gegenseitig zu ergänzen. Bei dieser ersten Trainingseinheit in Hamburg konnten wir sehen, dass das Ziel der EAC-Länder, eine echte regionale Pandemiebekämpfung zu organisieren, tatsächlich Realität werden kann“, sagte Dr. Florian Gehre vom BNITM über die vielversprechenden Ergebnisse. Im Mai und Juni stehen weitere Trainings- und Feldübungen an, diesmal in Arusha. Dann wird jedes Länderteam mit dem fachlichen Beistand von BNITM zwei weitere Kollegen in die komplexen Laboraufgaben einführen. Denn vier Spezialisten werden für je eines der mobilen Labore benötigt, die in der zweiten Jahreshälfte geliefert werden sollen. Die Qualifizierungsmaßnahmen werden aber auch danach fortgesetzt, so dass mittelfristig 12 Laborspezialisten pro Land einsatzbereit sind.

Auch das Vorhaben der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit wird ausgebaut – Phase II ist in Vorbereitung und soll bis zum Jahresende vertraglich besiegelt werden. Hier steht die Überwachung antimikrobieller Resistenzen im Vordergrund, begleitet von der Lieferung und Installation der nötigen Ausstattung und Qualifizierung des Betriebspersonals.

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