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Riesiger Finanzierungsbedarf für globale Verkehrswende

Meldung vom 21.12.2018 / KfW Entwicklungsbank

Internationale KfW-Konferenz zu nachhaltiger Mobilität in Städten

Norbert Barthle beim Vortrag
Für Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im BMZ ist wichtig, dass Mobilität zugänglich, erschwinglich, zuverlässig, sicher und klimafreundlich ist.

Was alles nötig ist für eine weltweite Verkehrswende und wie sie beschleunigt werden könnte, darüber diskutierten kurz vor Weihnachten 200 Experten aus aller Welt beim Development Finance Forum der KfW mit dem Titel „Getting on the Right Track – die Zukunft städtischer Mobilität“. Derzeit dominieren Autos fast überall auf der Welt das Stadtbild und das Denken von Stadtplanern. Rund eine Milliarde Autos fahren heute auf den Straßen der Welt, etwa 98 Prozent davon mit Benzin oder Diesel betrieben. Prognosen zufolge sollen es bis zur Mitte des Jahrhunderts etwa drei Milliarden sein.

„Man braucht wenig Phantasie, um sich vorzustellen, was das für die Städte der Zukunft bedeuten würde“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Joachim Nagel in seiner Auftaktrede vor der Konferenz: Mehr Staus, schlechtere Luft und höheren Kohlendioxydausstoß als ohnehin schon. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Norbert Barthle, verwies zusätzlich auf den volkswirtschaftlichen Schaden, der dadurch entsteht. „Zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts gehen bereits heute durch Staus verloren, in Kairo sind es sogar vier Prozent“, rechnete er vor. Statt immer neue Straßen zu bauen, müsse die Mobilität der Zukunft zugänglich, erschwinglich, zuverlässig, sicher und klimafreundlich sein.

Die Autos aus den Städten zurückdrängen

Entsprechend lautete eine der Schlussfolgerungen der Veranstaltung, den Autos in der Stadt von morgen nicht mehr so viel Raum zu geben. Aniruddha Dasgupta, Direktor des WRI und Keynote Speaker, sagte bei der Konferenz: „Die Zukunft ist elektrisch, sie liegt in der `shared mobility´, nicht im privaten PkW, und in der – digital unterstützten – Kombination verschiedener Verkehrsträger“. Dafür gelte es, die richtigen Anreize zu setzen. Derzeit finanziere die Allgemeinheit das Autofahren mit etwa 9 Dollar pro ausgegebenem Dollar des Nutzers (über direkte Kosten wie der Bau und der Unterhalt von Straßen, über indirekte Kosten wie die Folgen von Unfällen usw.), während sie für dieselbe Summe beim Busfahren nur rund 1,50 Dollar ausgebe und fürs Radeln sogar nur 0,08 Dollar. Dieses Verhältnis müsse sich, so Dasgupta, zugunsten der letzten zwei umkehren.

Dann ließen sich auch die jetzigen Prognosen über den Zuwachs an Autos noch beeinflussen. Wir hätten die Wahl: Auf eine „himmlische“ oder eine „höllische“ Situation zu zusteuern und damit „gerechte, nachhaltige und lebenswerte“ Städte oder das genaue Gegenteil zu schaffen. Er nannte sieben Punkte, die jetzt besonders wichtig seien: Dazu zählte er neben dem Verknüpfen diverser Mobilitätsangebote und dem Zurückdrängen des Autos auch einen massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in nahezu allen Städten dieser Welt.

Zwei Veranstaltungsteilnehmerinnen in der Diskussion
Die Veranstaltung bot viel Platz zum intensiven Austausch.

Wichtige Rolle für Entwicklungsbanken

Ergänzend wurde in den diversen Diskussionsrunden und Workshops noch als eine wichtige Aufgabe genannt: nachhaltige Verkehrspläne zu entwerfen. Gerade weil das Mobilitätsangebot ausgeweitet und verschiedene Verkehrsmodi aufeinander abgestimmt werden müssen, braucht es eine umfassende Planung, über die bisher noch die wenigsten Städte verfügen.

Entwicklungsinstitutionen wie der KfW schrieben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unisono eine wichtige Rolle in dieser „Mobilitäts-Revolution“ zu, weil sie den Wandel über die richtigen finanziellen Anreize vorantreiben könne und dafür – angesichts des enormen Mittelbedarfs – auch über eine Weiterentwicklung der Finanzierungsansätze nachdenken solle.

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